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Apr 28 2013

Kartoffelkaefer

Sportlicher Abstieg besiegelt – Blick nach vorne

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Das vorletzte Heimspiel war wohl auch das letzte Heimspiel als Drittligist. Nach der 1:2 Niederlage gegen den FC Heidenheim sind die theoretischen Chancen jenseits von 0,1% gesunken. Der Abstieg ist nahezu perfekt, mehr war leider mit der „Aushilfsmannschaft“ nach der Winterpause nicht drin. Einen großen Vorwurf kann man ihr nicht machen, es lag nun mal halt an der fehlenden Qualität die letztendlich nicht ausreichte um zumindest sportlich den Klassenerhalt zu schaffen. Aber der Mannschaft wurde auch eine ganze Menge abverlangt in den vergangenen fünf Monaten. Die Insolvenz steckt in den Köpfen ebenso wie die ganzen Nebenkriegsschauplätzen mit der Stadt Aachen und Jülich mit der Stadionposse, nicht zu vergessen die Ankündigung Michael Mönig´s die Eröffnung der Insolvenz vorzuziehen sobald der Abstieg feststeht.
 
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Sportdirektor Uwe Scheer und Coach René van Eck waren stets bemüht die Mannschaft stark zu reden. Auch wenn der Qualitätsverlust schon lange sichtbar war, Motivation war die Leitlinie. Es sah sich nach der Winterpause auch gut an als eine stark verjüngte Alemannia sich aufmachte um die 3. Liga „aufzumischen“. Doch schon bald zollte man den guten SPielen Tribut, die jungen Spieler fielen in das bereits zuvor ausgemachte Leistungsloch. Die Fans hatten das richtige Gespür dafür, selten gab es Pfiffe für die Mannschaft die sich manchmal mental zu früh aufgab. Aber die „Klopper“ vorne und hinten nagten an das Gemüt, was vorne leichtfertig daneben ging wurde hinten leichtfertig zugelassen.

 

Sascha Herröder

Alemannia Kapitän Sascha Herröder leitete das 0:1 ein.

Nach der gestrigen Heimniederlage gegen den FC Heidenheim sind die Tatsachen geschaffen. Innerhalb von 13 Jahren hat es der Verein geschafft vom europäischen Thron des UEFA Cups einfach abzustürzen bis in die Bedeutungslosigkeit. Und mit der Bedeutungslosigkeit haben wir sogar noch Glück gehabt, der Verein Alemannia Aachen stand kurzweilig vor dem kompletten Aus in seiner 113 jährigen Geschichte. Nun kann man nur den Neuanfang wagen in einer Regionalliga, die auch für eine neue Alemannia Mannschaft kein Selbstläufer werden wird. In einer Woche will man dich Weichen stellen für den Neuaufbau. Bis dahin sind schon einige hoffnungsvolle Talente abgewandert zu anderen Vereinen. Sportdirektor und Trainer betonen fast gebetsmühlenartig ihre Bereitschaft weiterzumachen. Ob man sie läßt? Zumindest René van Eck wäre ein passender Coach für einen Neuaufbau. Ob man sich als Regionalligist noch einen Sportdirektor erlauben kann? Zumindest könnte man seine guten Kontakte nutzen und junge Spieler zum Tivoli bewegen. Aber ob das ausreicht? 
 

Ich kann mich nur bei den Jungs entschuldigen. Ich weiß nicht, ob ich tatsächlich nicht in der Lage bin, mich 90 Minuten lang zu konzentrieren

(Kapitän Sascha Herröder zu seinem Fauxpass beim 0:1)

 
Ein Neuanfang kann auch gutes bewirken. Wenn die städtische Bereitschaft und die Sponsoren in die Alemannia investieren, dann kann sie vielleicht früher als gedacht zurückkehren in den bezahlten Fussball. Ihre einzige Chance dort zu überleben. Aber dann muss auch in Beine investiert werden, denn die Mannschaft muss Konkurrenzfähig sein, wenn man auf Vereine wie Wupertaler SV, Rot Weiß Essen, Viktoria Köln, Fortuna Köln, Rot Weiß Oberhausen und die Sportfreunde Siegen stößt. Wer aus der aktuellen Mannschaft dann noch dabei ist? Das wird mit Sicherheit eine spannende Frage bleiben wer bei der Stange zu halten ist. Alemannia, die Spieler und seine Fans haben seit einem halben Jahr viel Häme erfahren müssen. Manches tat weh, manches ging sogar unter die Gürtellinie. Man wünscht seinem ärgsten „Feind“ nicht so eine Erfahrung machen zu müssen wenn der „jeliebte“ Verein wegbricht. Da fließen manchmal heimlich kleine Tränchen wenn man sich zurück erinnert was für schöne Zeiten man doch mitgemacht hat. Ob das DFB Pokal Finale in Berlin, die UEFA Cup Spiele, der Bundesligaaufstieg nach 36 Jahren. Das alles wird uns Fans niemand mehr nehmen können. Jetzt gilt es wieder von vorne anzufangen. Machen wir Fans das beste draus!

 

2 Kommentare

  1. traditionsretter

    Wenn schon einer von beiden gehen muss, dann sollte man Uwe Scherr am Tivoli halten,
    da er neben seinem Netzwerk als Sportdirektor, auch noch die Fussballehrerlizenz besitzt.

  2. Wilfried Esser

    Aus dem UEFA-Cup schied man im Jahre 2005 aus. Das ist keine 13 Jahre her.

    >> Mit 13 Jahren ist nicht der UEFA Cup gemeint, sondern generell die Zeit von 1999 (Aufstieg Regionalliga) bis jetzt. Hätte ich klarer rausstellen können. Danke 🙂 (kk)

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