Apr 24 2013

Alemannia „würgt“ sich ins FVM Pokalfinale – 2:1 Sieg über FC Wegberg Beek

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Nein, das was die knapp 2.500 Zuschauer gestern Abend auf dem Tivoli geboten bekamen war keine ästhetische Fussball Feinkost. Der „Underdog“, aus der Mittelrhein-Liga (fünfte Liga) FC Wegberg-Beek, zeigte den zweiklassen höher spielenden Alemannen wo der Hammer hing. Voll motiviert, mit großem Kämpferherz und den ein und anderen gelungen Aktionen stellten sie unsere schwarzgelben fast vor einer Totalblamage. Alemannia Coach René van Eck hatte vorher noch gesagt dass das Ziel ist ins Finale einzuziehen, egal wie! Das nahmen seine Spieler wortwörtlich und spielten auch 120 Minuten genauso. Für Wegberg-Beek und seinen 400 Fans war es wohl das bleibende Erlebnis, mit dem man sich jedemenge Respekt erwarb und erhobenen Hauptes aus dem Pokalhalbfinale verabschiedete. Aber nicht weil man schlechter war, sondern am Ende doch die winzige Qualität die zweitweilig aufblitzte, für die Entscheidung sorgte.

Das war viel zu wenig. Man sieht, dass sich einige Spieler schon auf diesem Niveau schwer tun. (Alemannia Coach René van Eck)

Wer fährt nach Bonn, zum Pokalfinale in den Sportpark Nord wo Fortuna Köln als Finalgegner bereits wartete? Diese Frage sollte erst nach, aus Alemannia Sicht, quälenden 120 Minuten beantwortet werden. Alemannia kam überhaupt nicht ins Spiel und verzettelte sich schon im Spielaufbau wo kaum ein Ball richtig verarbeitet werden konnte. Chancen waren ebenso mangelware wie auch die Angriffsbemühungen zu durchsichtig. Optisch spielte man nach vorne wo der Gegner Wegberg-Beek geduldig abwartet. Kamen sie jedoch im Ballbesitz, zeigten sie das sie schnell und schnörkellos nach vorne spielen konnte. Zuweilen wurde es noch eine leichte Beute der Alemannia Abwehr, der „Underdog“ machte noch nicht richtig ernst. Die beste und einzige Chance hatte Alemannia nach einer Ecke, als Sven Schaffrath zum Kopfball kam und der Ball auf der Linie geklärt wurde.

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Wegberg-Beek lauerte auf die Fehler die Alemannia in der Vorwärtsbewegung reichlich produzierte, und startete schnelle Konter. Ein Freistoss brachte die erste kleine Chance für den Fünftligisten, wo Sahin Dagistan knapp am Tor vorbeiköpfte. Kurze Zeit später traf er aber besser, wieder im Konter manövrierte man mit kurzen Pässen die gesamte Alemannia Abwehr aus, nach einer Flanke sorgte ein Dropkick von Sahin Dagistan für das überraschende 0:1 (16.). Alemannia reagierte nun merklich aber weiterhin nervös. Timmy Thiele scheiterte aus 20m an dem gut aufgelegten Gästekeeper Sascha Rodemers. Optisch blieb Alemannia am Drücker, aber zum individuellen Mißgeschick gesellte sich dann auch Pech dazu. René van Eck hatte genug gesehen von Marcel Heller und holte ihn nach einer halben Stunde vom Feld. Der eingewechselte Dario Schumacher hatte dann auch gleich das 1:1 auf dem Fuß. Gästekeeper Sascha Rodemers stand nach einem Abspielfehler zu weit vor seinem Tor, Dario Schumacher lupfte den Ball aus 35m über ihn hinweg und traf nur die Querlatte.

Rene van Eck

Alemannia wurde immer nervöser, es klappte im Angriffsspiel kaum etwas. Und die wenigen Angriffe der Gäste waren nun nicht mehr zu unterschätzen. Das sie was mit dem Ball können zeigten sie immer wieder. Dennoch fiel vor der Pause noch das 1:1, die beste Phase unserer schwarzgelben. Eine Kopfballverlängerung von Sascha Marquet landete im Lauf von Timmy Thiele, der den Gästekeeper umkurvte und zum 1:1 einschob. Da wischten sich einige bereits die Schweißperlen aus dem Gesicht! Pech hatte man auch als der Schiedsrichter ein glasklares Foul von Johannes Walbaum an Timo Brauer im Strafraum „übersah“ (42.). Trotzdem, das was Alemannia in der ersten Hälfte zeigte konnte niemanden gefallen, am wenigsten dem Trainerteam. Aber unsere Spieler zeigten das es noch eine Stufe grausamer gehen kann. Denn wer dachte in der zweiten Halbzeit würde die schwarzgelben endlich kurzen Prozess machen, sah sich schwer getäuscht.

 

Unbekümmert spielte der Gast lässig den Ball durch die Alemannia Abwehr, und erspielte sich die große Chance in Führung zu gehen. Zunächst war wieder Sahin Dagistan da und verfehlte das Alemannia Tor nur knapp. Eine Minute später zwang man Alemannia zu einem Fehler in der Abwehr, aus 16m schoss Simon Küppers auf das Tor und traf nur den linken Außenpfosten – Glück für die schwarzgelben! Das Spiel plätscherte nun dahin und Alemannia wurde immer einfalls- und ideenloser. Die knapp 2.000 Alemannia Fans wurden nun ungeduldig, denn das was Alemannia bot gipfelte in einer Unverschämtheit. Bestes Beispiel war eine Freistossvariante, der Ball wurde aus kurzer Distanz zum Mitspieler gespielt der wiederum den Ball zurückgab. Dummerweise stand der ausführende Spieler  nicht mehr da sondern lief an ihm vorbei! Der Ball trudelte ins Aus. Einzelaktionen waren nun das Heil in der regulären Spielzeit. Oguzhan Kefkir versuchte sich mit einem Schuss aus 30m, der knapp neben das Tor flog. Anderere weitere Schüsse aus der Distanz verkümmerten zu besseren Rückgaben. Dario Schumacher hatte kurz vor dem Ende die Möglichkeit das Spiel zu entscheiden, aber sein Schuss aus 14m flog weit über das Tor. Nun stand 2×15 Minuten Verlängerung an!

Nun wartete man, nein man betete, das Wegberg-Beek nun die Luft ausgehen müsste. Die besser Fitness und Physis sollten unsere schwarzgelben haben. Und in der Tat bauten die tapferen Wegberger nun immer weiter ab, ohne das es zunächst emens gefährlich werden sollte. Bälle wurde konsequent rausgehauen, hinten Beton angerührt. Alemannia lief kopflos weiter an und suchte den Faden den man bereits beim Anpfiff verloren hatte. Der eingewechselte Robert Leipertz drosch den Ball auf das Tor und zwang Gästekeeper Sascha Rodemers zu einer Glanzparade! Den hält nicht jeder!. Während er sich in der zweiten Halbzeit der Verlängerung anhören musste wie „schön er die Haare“ hatte, scheiterte Sascha Herröder knapp bei einer Ecke mit dem Kopf. Die Gäste waren vom Elfmeterschiessen nur noch wenige Minuten entfernt. Aber in der 114. Minute sollte ein Standard für die Entscheidung sorgen. Ein Freistoß von der linken Seite flog an „Freund und Feind“ vorbei im Wegberger Strafraum, und am langen Pfosten war dann Sascha Herröder zur Stelle und netzte zum vielumjubelten 2:1 ein (114.). Nun war die Messe gelesen und Alemannia verwaltete das Spiel bis zum Abpfiff.

Am 29.05.2013 reist man nun zum FVM Pokalfinale in den Bonner Sportpark Nord. Dort wartet bereits Regionalligist Fortuna Köln auf die Alemannen. Ein alter Westschlager lebt wieder auf. Ob die Fortunen dann allerdings noch Regionalligist sind? Sollten sie sich für die Aufstiegsrunde qualifizieren, und danach sieht es derzeit gut aus, könnten sie als Drittligist zum Pokalspiel reisen. Dieses würde dann jedoch erst Mitte/Ende Juni stattfinden. Dabei geht es nicht nur um den Gewinn des Pokals, und die damit verbundenen 100.000 Euro Siegprämie, sondern auch um die DFB Pokal Teilnahme 2013/2014.Der FVM gab bereits bekannt das dies keinen Einfluss haben wird, wenn die Alemannia in der Zwischenzeit mitten in der eröffneteten Insolvenz stecken.

Ich halte euch auf dem laufenden!

Alemannia Aachen:
Flekken – Brauer, Schaffrath (107. Erb), Herröder, Strujic – Andersen, Drevina (85. Leipertz) – Heller (31. Schumacher), Thiele, Kefkir – Marquet

FC Wegberg-Beek:
Rodemers – Scheulen – Fäuster – Ajani – Wilms – Küppers (80. Klitzsch) – Walbaum – Passage (90. Lambertz) – Bischoff – Berkigt – Dagistan (102. Blaas)

Tore:
0:1 Sahin Dagistan (16.)
1:1 Timmy Thiele (39.)
2:1 Sascha Herröder (114.)

Zuschauer:  2.400 (davon 400 aus Wegberg-Beek)

Spielbericht Alemannia Aachen
Spielbericht FC Wegberg Beek