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Apr 18 2013

Kartoffelkaefer

K.O in Erfurt – Planung Regionalliga trotz 3. Liga Lizenz können beginnen

Planung

 

Das Nachholspiel bei Rot Weiß Erfurt, das nun beim drittenmal verschieben endlich stattfand, wurde zum Waterloo für unsere schwarzgelben. Wieder bekam man innerhalb weniger Minuten drei Gegentore und hatte Glück das die Rot Weißen noch einen Elfmeter verschossen. Bis dahin hatte die komplette Mannschaft auf der ganzen Linie enttäuscht. Nicht nur Sportdirektor Uwe Scherr war entsetzt über die Leistung der Spieler („Heute ist der erste Tag, an dem ich mich für einen Auftritt der Mannschaft schäme. Sie hat sich ab der ersten Sekunde willenlos ergeben“) und auch René van Eck fand deutliche Worte „zu der absoluten Frechheit“.
 

Ich würde notfalls auch die U19 spielen lassen (Sportdirektor Uwe Scheer)

 
Am Ende wurde es „nur“ eine 3:1 Niederlage, dank des Donnerwetters in der Kabine („Wenn Ihr Euch abschlachten lasst, dann fahren wir nach Hause, und Ihr lauft, bis es hell wird.„) und eine erträgliche zweite Halbzeit. Böse Zungen würden behaupten das es auch daran lag das der Gastgeber auch nicht mehr tun musste, mit der kompfortablen Führung im Rücken. Oguzhan Kefkir sorgte wenigstens für das Ehrentor per Foulelfmeter (der erste Elfmeter überhaupt ihn dieser Saison für unsere Alemannia). Bis dahin hatte Erfurt wenig Mühe mit den lustlosen Auftreten des Gastes. Die Mannschaft ist am Ende, viele junge Spieler die Anfang des Jahres im Haifischbecken 3. Liga geworfen wurden und durch gute Leistungen beeindruckte, befindet sich nun im Dauertief. Einen großen Vorwurf kann man ihnen eigentlich nicht machen, es ist eben ein zu großer Unterschied zwischen NRW-Liga (5. Liga) und 3. Liga.
 
Rene van Eck
 
Was bleibt ist nun die Planungssicherheit für den Neuaufbau der Alemannia. Auch wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Form von Vizepräsident Rainer Milkoreit bereits eine „Warnung“ nach Aachen sendet, sollte man dort tatsächlich die Insolvenzeröffnung frühzeitig durchführen wollen. „Es wäre besser, wenn auch im Insolvenzfall eines Vereins dessen Ergebnisse Bestand haben, sobald eine gewisse Anzahl von Spielen absolviert wurden„, so der DFB Vizepräsident. Allerdings weiß man beim DFB anscheinend nichts über das Insolvenzrecht, weil es bisher nie ein Thema gewesen ist. Das hat sich nun mit der Alemannia geändert. So weiß der DFB anscheinend garnicht das es nicht in der Hand des Klubs liegt, ob die Insolvenz eröffnet wird oder nicht. Das behält sich der Insolvenzverwalter vor, der auch das „Sagen“ im Verein hat.

 

Anderen Vereinen wurden wegen Lizensierungsfehlern zwei Punkte abgezogen, uns würden sechs Punkte abgezogen werden für etwas, wofür wir nichts können

 
Sollte Alemannia bzw. der Insolvenzverwalter die Eröffnung des Insolvenzverfahren frühzeitig durchführen, hätte das arge Konsequenzen für die Tabelle der 3. Liga. Alle Spiele der Alemannia würden annuliert, die Punkte die gegen Alemannia geholt worden sind würden den Vereinen wieder abgezogen. Das würde in der entscheidenden Phase des Auf- und Abstiegskampfes einen nicht zu unterschätzenden Eingriff bedeuten. So würde beispielsweise der SV Babelsberg auf einen Schlag sechs Punkte verlieren! „Anderen Vereinen wurden wegen Lizensierungsfehlern zwei Punkte abgezogen, uns würden sechs Punkte abgezogen werden für etwas, wofür wir nichts können“, so die Nulldreier. Die Liga, und auch der DFB, hoffen nun auf das Prinzip Fairness.
 
Es ist leider eine verdammte Krux die Alemannia und seine Fans durchmachen. Den direkten Durchmarsch in die Regionalliga West konnte sich vor einem Jahr noch niemand vorstellen. Das nicht nur der DFB, die Stadt Aachen und seine Fans von Seiten der Alemannia Vereinsspitze so massiv betrogen und belogen wurden, macht es nicht besser. Im Grunde stehen alle vor einem großen Scherbenhaufen. Vom ehemaligen Bundesligisten, DFB Pokal Teilnehmer bis hin zum UEFA Cup Teilnehmer, kein anderer Verein in der Geschichte des Fussballs wird so eine Bruchlandung innerhalb von sieben Jahren hingelegt haben! Das wird seinesgleichen noch lange suchen. Die Verantwortlichen sind mittlerweile abgetaucht (die Mitwisser wandeln sich vom Saulus zum Pauklus), Ermittlungen laufen seitens der Staatsanwaltschaft. Ob es zur Verurteilung kommen wird? Große Hoffnungen sollte man nicht in unsere Gerichtsbarkeit setzen.
 
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Gerade zu grotesk war gestern die Nachricht aus der DFB Zentrale, man bekam die Lizenzerteilung (mit Auflagen) für die 3. Bundesliga! Das zeigt einerseits, das die bisherigen Verantwortlichen Michael Mönig einen guten Job gemacht haben, andererseits muss man irgendwo lachen das gerade mit der quasi Besiegelung des sportlichen Abstiegs die Lizenz eintrudelt. Dennoch gab es auch zwei gute Nachrichten für die Zukunft einer neuen Alemannia. Die Stadt Aachen sagte „Ja zur finanziellen Unterstützung von ca. 1,5 Mio Euro, die man in das Stadion zuschießen muss damit Alemannia dort spielen kann. Ebenso steht man vor dem Abschluß eines Vermarkters (Infront oder Sportfive), die den Weg in die Regionalliga mitgehen würden. Am 14. Juli 2013 kommt der FC Schalke 04 zu einem Freundschaftsspiel an dem Tivoli, die Einnahmen könnten schon ein wichtiger Baustein für die kommende Saison sein.
 
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Nach der bitteren Niederlage gegen Hansa Rostock (3:4) sind die Zeichen mit der Niederlage in Erfurt, und den gleichzeitigen Punktgewinn der Konkurrenz, nun Richtung Regionalliga West gegeben. Mit quasi sechs Punkten Rückstand liegt man schon aussichtslos zurück, auch wenn es rechnerisch noch möglich wäre. Schaut man sich aber die Leistung der letzten 5 Spiele an, kann man da nicht mehr als Daumen drücken und sollte sich der Realität stellen und nun endlich vernünftig planen. Die Vorzeichen für einen Neuanfang stehen garnicht mal so schlecht, wenn man es richtig anpackt könnte man wieder eine Euphorie auslösen am Tivoli. Aber dazu bedarf es eine Mannschaft die Wettbewerbsfähig ist, Vertrauenswürdige Leute an der Vereinsspitze, und einen großen Zusammenhalt der Öcher um ihr „jeliebte Alemannia“. Dann könnte es was werden mit der „neuen“ Alemannia. Die Chance ist da, und es wird definitiv die allerletzte sein.