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Apr 12 2013

Kartoffelkaefer

Alemannia und die Wegweisenden Wochen

Insolvenzeröffnung bei Abstieg – Heimspielstätte Tivoli 

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Für die Alemannia geht es nun in die Wegweisenden Wochen der Wahrheit. Das heutige Spiel gegen Hansa Rostock muss gewonnen werden, wenn man die angestrebten 15 Punkte irgendwie noch holen will. Allein der Glaube daran fällt schwer, bis dato holte man im Schnitt 0,87 Punkte. Keine guten Aussichten. Auf einem Fan-Abend verkündete Insolvenz-Geschäftsführer Michael Mönig, das man beim sportlichen Abstieg aus der 3. Bundesliga (sofern er vor Ende der Saison feststeht), oder wenn man keine Lizenz für die kommende Saison erhält, das Eröffnen des Insolvenzverfahrens beantragen wird. Das hätte zur Folge das Alemannia die letzten Spiele in der 3. Bundesliga als reine Freundschaftsspiele bestreiten würde, die bisherigen Ergebnisse wären annuliert.

Das hätte gravierende Folgen für die Tabelle, die ordentlich durcheinander gewürfelt wird. Und schwerwiegende Folgen  für manche Vereine, die noch um den Auf- bzw. Abstieg spielen. So würde beispielsweise der SV Babelsberg, der Alemannia in der Liga zweimal besiegen konnte, ganze sechs Punkte verlieren und sich fast schon aussichtslos im Abstieg befinden. Auch der Aufstiegsaspirant SC Preussen Münster könnte seinen Aufstiegssekt wahrscheinlich wieder einpacken, würde man doch ebenfalls die sechs Punkte gegen die Alemannia verlieren. Auch wenn das ganze dem Insolvenzrecht entspricht, und man in erster Linie die Gläubiger bedienen muss, wäre es für die Vereine und die Liga eine reine Katastrophe!

Alemannia hätte selbst nichts mehr davon, man würde nach der Insolvenz in der Regionalliga West neu starten, und sich dem Zorn und Gespött der anderen Vereine ausgesetzt sehen. Gut, nachdem was man als Fan eh seit einem Jahr etragen muss sollte das nicht wirklich jucken. Im Gegenteil, manche könnte sogar Gefallen daran finden das man ausgerechnet Preussen Münster kräftig in die Aufstiegssuppe gespuckt hat (man erinnert sich das an das skandalträchige Spiel auf dem Tivoli mit dem Schiedsrichter aus Münster). Aber so gehässig sind wir ja zum Glück nicht alle! Man kann nur hoffen das es dazu nicht kommen wird, und sich erst am letzten Spieltag die sportliche Ligazugehörigkeit auf dem Rasen klären wird.

2011-09-30_Neuer_Tivoli

Egal in welcher Liga Alemannia kommende Saison spielen wird, die Stadionfrage nach der Heimspielstätte ist immer noch ungeklärt. Der DFB hatte beim Einreichen der Lizenzierungsunterlagen der Alemannia einen Aufschub gewährt bis Mitte April, um ein Stadion zu benennen. Wir erinnern uns noch an der Provinzposse, als Insolvenz-Geschäftsführer Michael Mönig einen Umzug ins 20km entfernte Jülicher Karl-Knipprath Stadion in Erwägung zog. Davon will man nun nichts mehr wissen, die Zukunft kann nur der Tivoli sein heisst es jetzt. Vorsichtshalber werden Sicherheitsmängel- und Bedenken aufgeführt.

Die Stadt Aachen muss sich in der Stadionfrage nun bewegen. Während die Ratfraktion der SPD wohlwollend die Alemannia entgegen kommen will, knirscht man bei der CDU und Grünen mit den Zähnen und Fingernägeln. Vor einigen Wochen hatten die beiden Fraktionsvorderen Harald Baal und Ulla Griepentrog nichts anderes zu tun als Alemannia an den Pranger zu stellen und jegliche Hilfe für die Zukunft zu verweigern. Nun, man darf nicht vergessen wie die damaligen Handelden der Alemannia die Stadt belogen haben (wissentlich oder gutgläubig). Jedoch bringen sich beide Fraktionvorsitzenden nun selber in Not, denn die Stadt muss der Alemannia entgegenkommen in Sachen Stadion, und damit auch finanziell unterstützen.

Alemannia wird und kann nur einen kleinen Teil der Betriebskosten zahlen, den restlichen grossen Kostenposten muss die Stadt übernehmen. Verweigert man der Alemannia die Stadionnutzung aufgrund der finanziellen Klammheit bekommt diese keine Lizenz, und Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning muss den Verein Alemannia Aachen abwickeln. Das wäre gleichbedeutend das Ende der Alemannia, die ganz neu in der Kreisklasse D beginnen müsste. Ein Szenario das sich niemand vorstellen will. Das will man nun auch nicht riskieren und so wird man zumindest – erstmal – für ein Jahr in den saueren Apfel beissen und die Alemannia dort spielen lassen wo sie zuhause ist, auf dem Tivoli. Auch die Gläubiger wissen, je Besser und Höherklassig Alemannia spielen wird in naher Zukunft, desto eher wird man wieder Geld sehen. Und daran sollte allen gelegen sein.

So wird es im Stadtrat eine wahrscheinliche Mehrheit geben die dem Plan zustimmen wird. Was soll man aucdh sonst tun? Alternativen, das Stadion leer stehen zu lassen, gibt es nicht. Die Folgekosten von nahezu 800.000 Euro im Jahr wären keinen plausibel erklärbar. SPD-Fraktionschef Heiner Höfken machte deutlich was die Alemannia der Stadt Wert ist: „Die Alemannia ist immer noch ein Werbeträger für die Stadt – sie muss am Tivoli spielen, es gibt keinen anderen Spielort.“ Nächste Woche soll entschieden werden, und in einem Jahr wird man sich wiedersehen mit der selben Frage: Was nun?