Mrz 23 2013

AachenCup – Schöne Spiele mit verdienten Sieger

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Irgendwie hat sich alles gegen unsere Alemannia verschworen. Der schleppende Vorverkauf, das scheinbar geringe Interesse an dem „Cup“ und das Wetter. Nach dem Rettungsspiel gegen den FC Bayern sollte es noch den AachenCup geben, wo die Bundesligisten Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen sofort zusagten als die Alemannia um Hilfe rief. In den leeren Kassen sollte noch der ein und andere Euro gespült werden damit man die Saison noch zuende spielen kann. So sagten die beiden Bundesligisten zu am Tivoli anzutreten, ohne jeglichen Salär. Dummerweise war der Terminkalender schon so voll das nur noch der Mittwoch Abend übrig blieb. Die lokale Zeitung Aachener Zeitung sicherte sich den „AachenCup“ mit anderen Sponsoren und vermarktete ihn selbst. So konnten die Tickets nur in den Zweigstellen des Zeitungsverlages erworben werden. Das sollte sich im nachhinein als nicht so glücklich herausstellen. Pünktlich am Mittwoch zog wieder eine Schneewolke über Aachen und schüttelte ihre Flöckchen aus. Das dies kein Wetter war um Spontan-Zuschauer anzulocken war damit gewiß. So kamen 5.100 unentwegte Fans zum Eispalast Tivoli um dem Dreierturnier beizuwohnen.

Gespielt wurde im Modus „jeder gegen jeden“ eine Halbzeit lang, mit anschliessenden Elfmeterschiessen wo man noch einen Zusatzpunkt ergattern konnte.

 

DSC_0128Alemannia Aachen – Fortuna Düsseldorf 0:1 / nach Elfmeterschießen 5:4

Alemannia Aachen:
Tim Krumpen – Sascha Herröder, Jan-Frederik Göhsl, Robert Wilschrey, Dennis Lang – Daniel Hoffmann, Oguzhan Kefikir, Dario Schumacher, Robert Leipertz, Rafel Garcia – Dennis Pozder

Fortuna Düsseldorf:
Nikos Papadopoulos, Christian Leonel Ramirez, Gonzales Juanen, Jens Langenenke, Ken Ilsö, Ivan Paurevic, Ronny Garbuschewski, Tobias Levels, Dani Schahin, Andriy Voronin, Genki Omae

 

DSC_0171Im ersten Spiel trafen die schwarzgelben auf die Fortunen. Alemannia Coach René van Eck hatte zwei Teams aufgestellt für die beiden Begegnungen. Die neuformierte Alemannia tat sich zu Anfang schwer gegen die Fortunen, deren Ball sauber durch die eigenen Reihen lief. Vor allem zeigte sich Fortunas Genki Omae in Spiellaune, alleine er hatte mehrmals die Chance auf dem Fuss das Führungstor zu erzielen. Aber entweder war Keeper Tim Krumpen dazwischen oder er scheiterte an seiner eigenen Überhast. Düsseldorf spielte sich Chancen heraus, während die Alemannia kaum mal bis zum gegnerischen Tor durchkam. Zu viele Stockfehler und Ballverluste im Spielaufbau waren der größte Feind der schwarzgelben. Fortuna war sogesehen in allen Belangen überlegen, machte es sich aber selber schwer in der Chancenverwertung. Nach 18. Minuten musste ein Fehler von Robert Wilschrey im Stellungsspiel herhalten. Dani Schahin flankte zu Andriy Voronin, Wilschrey verschätzte sich und Voronin war alleine durch Richtung Tor. Tim Krumpen versuchte sein bestes, doch der Ukrainer war eiskalt und versenke die Kugel zum 0:1. Nun kam Alemannia etwas besser ins Spiel und erarbeitete sich Chancen. Die beste war die Einzelleistung von Dario Schumacher der einfach aus 20m abzog und das Tor nur knapp verfehlte. Da musste sich Fortuna Keeper Papadopoulos zum ersten mal richtig lang strecken. Oguzhan Kefikir versuchte sich mit einem Freistoss, den der Keeper auch erst im Nachfassen hatte. Kuriose Szenen dann nach einer halben Stunde, als gleich zwei Fortunen innerhalb von 20 Sekunden nur die Latte trafen (Garbuschewski und Omae) und schließlich Tim Krumpen die Szenerie rettete mit einer Glanzparade. Zum Schluss hatte Rafael Garcia mit einem Schlenzer die letzte Möglichkeit zum Ausgleich. So blieb es beim knappen 0:1 für Fortuna Düsseldorf. Verwundert rieb man sich die Augen als danach noch ein Elfmeterschiessen stattfand. Ein Blick in die AachenCup Regel zeigte das alles mit rechten Dingen zuging. Im Anschluss an jede Begegnung findet ein Elfmeterschießen statt, in dem man sich einen Zusatzpunkt sichern kann. Das folgende Elfmeterschiessen entschied Alemannia mit 5:4 für sich (0:1 Voronin, 1:1 Kefkir, 1:2 Garbuschewski, 2:2 Leipertz, 2:3 Ilsö, 3:3 Pozder, 3:4 Voronin, 4:4 Kefkir, Krumpen hält gegen Garbuschewski, 5:4 Leipertz).

 

DSC_0283Bayer Leverkusen – Fortuna Düsseldorf 3:1 / nach Elfmeterschiessen 7:6

Fortuna Düsseldorf:
Papadopoulos – Levels, Soares, Langeneke, Ramirez – Paurevic, Fink – Reisinger, Omae, Garbuschewski – Rafael

Bayer Leverkusen:
Rensing – Carvajal, Friedrich, Schwaab, Pusch – Reinartz, Rolfes – Hartwig, Hegeler, Steffen (43. Cacutalua) – Sam

 

DSC_0343Simon Rolfes, der Ex-Alemanne, wurde lautstark begrüßt als er das Feld betrat. Der Kapitän der Leverkusener zeigte auch mit seinen Mannen direkt wo der Hammer hängt. Spielerisch waren die Werkskicker mindestens eine Spur besser als die Fortunen. Flüssige Kombinationen, Pässe auf kurzen Raum und schnörkellose Angriffe zeichneten den Bundesligisten aus Leverkusen aus. Jens Hegeler hatte die erste Chance, als Sidney Sam ihn freispielte im Strafraum und Fortuna Keeper Papadopoulos Kopf und Kragen riskieren musste. Auf der anderen Seite holte Fink den Hammer raus und zwang Bayer Keeper Michael Rensing zu einer Glanzparade, als er den Ball gerade noch so über den Querbalken lenkte. Ein Freistoss spielte der Werkself in die Hände, Jens Hegeler verlängerte per Kopf ins lange Eck zum 1:0. Knapp 10 Minuten später machte er sein Doppelpack, nachdem Simon Rolfes im Strafraum per Hacke die Vorlage gab und Hegeler zum 2:0 einschoss. Fortuna tat sich schwer gegen den gut aufspielenden Gegner, doch eine feine Einzelaktion von Tobias Levels machte es wieder spannend. Levels kam über halbrechts und ließ einen Hammer auf das Bayer Tor ab. Michael Rensing hatte den Ball, und doch nicht. Durch die Finger flutschte der Ball zum 2:1 über die Linie. Nun gaben die Landeshauptstädter nochnmal Gas und Ilsö scheiterte knapp mit einem Schlenzer an Rensing. Dann erledigte sich Fortuna selbst. Ein riskanter Rückpass auf Keeper Papadopoulos zwang diesen zu einem Klärungsversuch gegen den heranstürmenden Sidney Sam. Papadopoulos traf den Rücken von Sam, von wo der Ball aus per Bogenlampe ins Fortuna Tor flog zum 3:1 für die Werkself. Das war dann auch der Endstand. Im anschliessenden Elfmeterschiessen setzte sich die Werkself ebenfalls durch mit 7:6. (1:0 Fink, 1:1 Schwaab, Rafael schießt drüber, 1:2 Rolfes, 2:2 Omae, Hegeler schießt drüber, 3:2 Fink, 3:3 Schwaab, 4:3 Rafael, 4:4 Rolfes, 5:4 Omae, 5:5 Hegeler, 6:5 Fink, 6:6 Schwaab, Rensing hält gegen Rafael, 6:7 Rolfes)

 

DSC_0407Bayer Leverkusen – Alemannia Aachen 3:1

Alemannia Aachen:
Mark Flekken – Sascha Herröder, Sven Schaffrath, Phillip Simon, Sasa Strujic – Timo Brauer, Marcel Heller, Marvin Ajani, Norikazu Murakami, Kazuya Odawara – Timmy Thiele

Bayer Leverkusen:
Yelldell – Schwaab, Friedrich, Wollscheid, Pusch – Castro, Reinartz, Rolfes (37. Zenga) – Sam (37. Dürholtz), Hegeler (37. Cacutalua) – Kießling

 

DSC_0422Im letzten Spiel trafen unsere schwarzgelben auf Bayer Leverkusen. Und wie im Spiel zuvor zeigte die Werkself wie man den Ball sicher und kontrolliert nach vorne spielte. Alemannia hielt zunächst mit Kampf dagegen und spielte mutig nach vorne. Doch nach 8 Minuten war der Sieg der Bayer Elf schon geebnet als man per Doppelschlag mit 2:0 in Führung ging. Zunächst traf Simon Rolfes aus kurzer Distanz zum 1:0, nachdem ihm Sidney Sam den Ball auflegte. Eine Minute später genau andersrum, Simon Rolfes passte per Hacke auf Sidney Sam und dieser markierte das 2:0. Leverkusen zeigte auf ganz engen Raum wie man seinen Gegenspieler auf dem Bierdeckel ausspielte. Aber unsere schwarzgelben gaben sich nicht auf und spielten munter mit, Timmy Thiele scheiterte mit seinen Schuss an Bayer Keeper Yelldell, der den Ball um den Pfosten drehte. Der schönste Spielzug der schwarzgelben führte dann aber zum Erfolg. Sasa Strujic setzte sich über links durch, sein Pass vor dem Tor erwischte Timmy Thiele und aus kurzer Distanz hatte er keine Mühe zum 2:1 einzuschiessen. Das Spiel ging jetzt rauf und runter, aber letztendlich setzte sich die Routine und Cleverness durch. Zuerst scheiterte Sidney Sam am Pfosten, der dann aber kurz vor dem Ende einen Steilpass auf Stefan Kießling spielte. Aus spitzen Winkel zog dieser ab und setzte den Ball sehenswert unter die Querlatte zum 3:1 Endstand. Für eine kleine Slapstick Einlage sorgte Mark Flekken und Timo Brauer. Mark Flekken spielte den Ball auf Brauer und verließ sein Tor im linken halbfeld des Strafraumes. Timo Brauer schaute zu ihm und spielte den Ball auf das eigene Tor. Langsam trudelte der Ball Richtung Torlinie so das Mark Flekken nochmal einen kurzen Spurt einlegen musste um den Ball zu klären. Ob das so abgesprochen war?

Bayer Leverkusen sicherte sich mit dem Sieg über Aachen den Gesamtsieg des AachenCup. Als Belohnung gab es für alle drei Teams einen Riesen-Printenmann aus den Händen von Interims-Präsident Kutsch. Ein großer Dank geht an Fortuna Düsseldorf und Bayer Leverkusen, die sich mehr als gut präsentierten. Schade das die Umstände nur rund 5.000 Zuschauer teilmehmen ließ. Das Elfmeterschiessen entfiel, da die Entscheidungen der Plätze bereits feststand.

Tabelle:

1. Bayer Leverkusen 13:8 Tore 7 Punkte
2. Fortuna Düsseldorf 7:8 Tore 3 Punkte
3. Alemannia Aachen 5:8 Tore 1 Punkt


Für ein paar Jungs in meiner Mannschaft war das Spiel ein bisschen zu schnell. Phasenweise haben wir gute Aktionen gehabt, aber manchmal haben wir es dem Gegner zu einfach gemacht. Aus solchen Spielen kann unsere junge Elf viel lernen“ (Alemannia Coach René van Eck)

 

Natürlich wird dem Verein unser unentgeltlicher Auftritt in Aachen nicht zu einem Quantensprung bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Situation führen. Aber es könnte der Anfang einer kontinuierlichen Entwicklung auf dem Weg zur Konsolidierung sein (Fortuna Vorstandsvorsitzender Frymuth)