Feb 27 2013

Alemannia = Aachen = Alemannia? Die Suche nach der Lösung

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Nachdem ja gestern die Wellen ziemlich hochschlugen aufgrund der “Schock-Meldung” das Alemannia aus dem Tivoli ausziehen wird, ließ mir das ganze keine Ruhe über den Abend. Was lag also näher als einmal bei unserem Oberbürgermeister der Stadt Aachen nachzufragen bzw. ob das, was wir in den Printmedien vernehmen mussten, wirklich deren (der Stadt Aachen) ernst ist. Am besten ging das über Facebook, und so tipperte ich mal als Eingangsfrage (die noch etwas unter der Rubrik “erregt” zustande kam) folgendes: Hallo Herr OB, das kann doch wohl nicht der ernst der Stadt Aachen sein!!!! (mit Link des Artikels). Und prompt nach einer Stunde folgte schon die Antwort des OB´s.

Im folgenden der kleine Dialog:

[important]Antwort von Oberbürgermeister Marcel Philipp via Facebook:

OB: So ein Quatsch!! Bei der Alemannia geht es offenbar weiter wie früher. Man setzt auf psychologische Kriegsführung anstatt auf Transparenz und konstruktive Zusammenarbeit.

DF: Dann erklären sie mal bitte wie Alemannia 1,7 Mio aufbringen soll für eine Stadionnutzung? Das dürfte doch mit spitzen Bleistift auszurechnen sein dass das nicht gehen kann. Bedenktlich finde ich aber das sie das Wort “psychologische Kriegsführung” in den Mund nehmen, werden sie das Campusbahn Gegner auch erwidern die Millionen versenkt sehen?  Achja, noch eine Frage. Wo gibt oder gab es die konstruktive Zusammenarbeit? Das letzte was man aus dem Stadrat hört war doch “wir helfen nicht”. Ist das konstruktiv?

OB:
1. Die Stadt ist nicht Eigentümer des Stadions, sondern die Alemannia.

2. In den 1,7 Mio € sind u.a. alle Sicherheits- und Ordnerdienste enthalten, die in jedem Stadion anfallen würden.

3. Niemand erwartet, dass die Alemannia in der 3. oder 4. Liga 1,7 Mio € aufbringt für das eigene Stadion, deshalb haben die Stadt und die AM schon mit dem Abstieg in die 3. Liga auf 1 Mio € jährlich verzichtet, indem die Darlehen nur teilweise bedient werden müssen. Das wird auch weiterhin gelten.

4. Für die Stadt, die schon 19 Mio € gegeben hat, ist wichtig, dass das Darlehen zumindest mittelfristig bedient wird. Dazu ist der Gesamtertrag aus der Stadionnutzung entscheidend, mit dem die Laufenden Kosten des Stadions gedeckt werden sollen. Da die Alemannia als Eigentümer sich nicht darum kümmert, arbeiten wir zur Zeit daran, Mieter für nicht genutzte Bereiche zu finden. Aber das können wir gerne auch lassen, wir sind ja ohnehin die Bösen in diesem Spiel.

5. Wir waren auf einem guten Weg, eine Lösung für die nächste Saison zu finden. Die Äußerungen von Herrn Mönig stellen jetzt leider alles wieder in Frage.

DF:
Danke für die sehr ausführliche Antwort. Aber irgendwie passt das doch nicht zusammen. Das was Mönig auf der einen Seite sagt spiegelt nicht das wieder was sie sagen. Ist es denn so schwer das man sich gemeinsam zusammensetzt und gemeinsam eine Erklärung abgibt? Das nicht alles toll gelaufen ist (von beiden Seiten!) sollte man nun ruhen lassen und versuchen das es eine Alemannia gibt die weiterhin den positiven Eindruck sportlich weiter verfolgt, so das auch die finanziellen Dinge wieder in Bahnen gelenkt werden womit beide bzw. die auch die anderen Gläubiger zufriedengestellt werden können. Nebenbei können sie ja mal ihren Vorgänger fragen wie er sich das so gedacht hat mit dieser Wahnsinnsfinanzierung des Tivoli! Ich habe weiterhin den festen Glauben das die Stadt und Alemannia nochmal zueinanderfinden…mit Leuten die es ernst meinen.

OB: Sie haben recht, natürlich rufe ich Herrn Mönig morgen früh an. Und ich gehe davon aus, dass die Alemannia in der nächsten Saison im Tivoli spielen wird.

[/important]

 

kaiserkarlZuerst mal muss man lobend erwähnen das sich OB Philipp überhaupt dazu äußerst, und dann noch so schnell und in der Kürze der Zeit. Das ist so nicht Selbstverständlich! Auch wenn die Alemannia am heutigen Tage mit einer kleinen Delegation eine “Ortsbesichtigung” des Jülicher Karl-Knipprath Stadion gemacht hat, diese Szenario wird bei der Alemannia niemand ernsthaft in Erwägung ziehen. Für die Regionalliga würde es gerade noch so taugen, für eine 3. Liga schon nicht mehr. Aber auch ein angedachter Umzug ins benachbarte Kerkrade (Park Limburg Stadion von Roda RC Kerkrade in der niederländische Ehrendivision), wäre nicht unproblematisch, auch wenn Roda dies angeboten hat. Rechtlich gesehen müsste man eine Verlegung des Spielortes in das benachtbarte Ausland noch ausloten, und der Deutsche Fussball Bund (DFB) würde es wahrscheinlich auch unterbinden. Aber “heimatlose Aachener in fremden Stadien? Die Stadt in Form von OB Marcel Philipp ließ aber heute Verlauten das man die Alemannia nicht rausschmeissen will – “Im Streit um Geld stehe nicht zur Debatte, Alermannia aus dem Tivoli zu werfen“. Es müsse zu einer für die Stadt vertretbaren Gesamtlösung kommen. Klappern gehört bekanntlich zum Handwerk, so kann und sollte man den “Ruf” von Michael Mönig verstehen. Das dies nicht so ganz geschickt war gegenüber dem Verhandlungspartner, sei dahingestellt. Das ein Stadion nachgewiesen sein muss für die Lizenzierung ist klar, aber dieser kann noch nachträglich geändert werden. Alles in allem mutierte der Sturm im Wasserglas doch zu einem mittelschweren Beben innerhalb und außerhalb Aachens. Mitleid oder Symphatie darf man da nicht erwarten. In anderen Gazetten war dies heute schon “netter” Aufmacher. Warum sich Erwachsene Menschen nicht zusammensetzen können und gemeinsam eine Erklärung abgeben zu solch heiklen Themen, das entzieht sich meiner Kenntnis. Statt miteinander kommuniziert man wieder über die Medien, wie in alten Zeiten. Einen Gefallen wurde damit allen nicht getan, und vor allem überdeckt dieses wieder den momentanen sportlichen Erfolg. Kaum entsteht ein zartes Pflänzchen wird schon darauf rungetrampelt statt es zu hegen und zu pflegen. Denn der Mannschaft kann man keinen Vorwurf machen, sie muss alle negativen publicity schlucken und sich auf ihre Aufgabe konzentrieren. Das Verlangen wir von einem Team das gerade mal auf 21 Jahre im Durchschnitt kommt. Zusammenhalt heisst Aachen = Alemannia = Aachen!