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Feb 24 2013

Kartoffelkaefer

Dario Schumacher Fussball Gott – Doppelpack beim 3:0 Sieg

ANGTSV

 

MIt einem satten 3:0 gegen die Stuttgarter Kickers siegte die Alemannia im dichten Schneetreibenauf dem Tivoli, und zog damit punktemäßig gleich in der Tabelle mit dem Gast. Dario Schumacher mit einem Doppelpack und Marcel Heller besorgten die Tore in der zweiten Halbzeit. Mit dem wohl besten Spiel in der Rückrunde präsentierte sich die Alemannia als eine kompakte Einheit und zeigte Eindrucksvoll dass das Team „Rückrunde“ deutlich besser ist als das Team „Hinrunde“. Oder wie Marcel Heller so schön sagte:

In der Hinrunde ist vieles gutgeredet worden, weil wir mit vielen Stars unterwegs waren. Jetzt sind wir als Mannschaft unterwegs

 

Tivoli_Winter_copyErst um 12 Uhr gab es Gewissheit, das Spiel würde um 14 Uhr angepfiffen werden. Zuvor brach über Aachen und die Region der Winter ein, anscheinend kam nun der ganze Schnee den man Weihnachten herum vermisst hat. Der Rasen war das geringste Problem, aber die Zufahrten und Tribünen Auf- und Abgänge verwandelten sich in gefährlichen Eisschollen – nur mit viel Mühe und jedemenge fleissige Hände konnte ein störungsfreier Ablauf garantiert werden. Bei den winterlichen Temperaturen um -3 Grad plus Schnee satt vom Himmel, kamen diesmal nur die wirklichen „harten“ Fans ins Stadion. 7.766 Zuschauer kamen in den Eispalast Tivoli, und wurden nicht enttäuscht.  Matchwinner wurde Dario Schumacher mit einem Doppelpack, schon am Mittwoch im FVM-Pokal gegen Germania Windeck traf er, und erlegte die Kickers aus Stuttgart fast im Alleingang. Marcel Heller bestätigte mal seine gute Leistung und belohnte sich mit einem Tor, zum 3:0 Endstand, selbst. Alemannia Coach René van Eck platzte fast vor Stolz auf seine „Jungs“.

Die Art und Weise, wie wir das gemacht haben, hat mir unheimlich gefallen. Das war eine Top-Leistung. Den Ball mit Geduld laufen lassen und im richtigen Moment zuschlagen. So will ich das sehen.

 

DSC_0580_copy_2Die gute Nachricht gab es trotzdem zuerst aus dem Krankenlager der Alemannia. Bis auf wenige Spieler kehrten alle Grippegeplagten in den Kader zurück so das die große Not ausblieb. Armand Drevina kehrte ebenso nach seiner Gelbsperre wieder in die erste Elf zurück, wie auch Timmy Thiele nach überstandenen Rückenproblemen. Dario Schumacher bekam den Vorzug gegenüber Kefkir und gab somit sein Startdebüt in der 3. Liga. Auf Seiten des Gastes aus Stuttgart kamen ganze vier Ex-Alemannen zurück zum Tivoli. Guido Buchwald, ehemaliger Alemannia Coach und nun sportlicher Leiter am Degerloch mit Jürgen Hartmann (Co-Trainer) sowie die Spieler Fabian Baumgärtel (wechselte im Winter zu den Kickers Stuttgart) und Daniel Engelbrecht (ausgeliehen aus Bochum).
Auf schwerem Geläuf kamen beide Mannschaften zuerst nur schwer in die Gänge. So dauerte es bis zur ersten ernsthaften Chance ganze 23 Minuten, und die hatte der Gast aus Stuttgart. Eine flache Hereingabe in den Strafraum stellte sowohl Stuttgarts Güttner wie auch die Alemannia Abwehr vor Problemen. Mario Erb rutschte am Ball vorbei, Güttner war überrascht das er den Ball auf einmal in seine Hacken spürte. Doch ehe er wusste wie ihm Geschah, war der Ball auch schon wieder weg dank Sascha Herröder. Glück für Alemannia das der treffsicherste Stürmer der Gäste nicht sein 13. Saisontor erzielte. Während die Kickers wieder abbauten und sich hinten einigelten, wurde die Alemannia mutiger im Spiel nach vorne, wenn auch nicht zwingend. Erst in der 36. Minute hatte Sascha Marquet die Führung auf dem Fuß, aber nach der guten Hereingabe von Timmy Thiele am „Fünfer“ traf er den Ball den nicht richtig so das dieser am langen Pfosten ins Aus trudelte. Mehr passierte nicht in der ersten Halbzeit.

 

Dario_Schumacher_cop

Dario Schumacher mit Doppelpack

In der zweiten Halbzeit wurden hochkonzentrierte Alemannen schnell belohnt. Suttgart vertändelte den Ball in der Vorwärtsbewegung, Sasche Herröder schaute und spielte den langen Ball auf Timmy Thiele, der sich einen Infight mit seinem Ex-Kollegen Fabian Baumgärtel lieferte. Baumgärtel (laut René van Eck immer für einen Klopper gut) vertändelte den Ball, Timmy Thiele passte klug in den Rückraum der Stuttgarter Abwehr und Dario Schumacher schoss die 1:0 Führung (50.) heraus. Nun hatte Alemannia ihre stärkste Phase und drängte auf das 2:0. Stuttgart hingegen blieb passiv und wartete (auf wen oder was auch immer). Dafür wurde die Partie immer ruppiger, nicht nur Armand Drevina kassierte wieder eine Gelbe Karte (seine 6.). Stuttgart hatte Glück das man in der 70. Minute nicht mit 10. Spieler weiterspielen musste. Vor der Alemannia Bank trat Kickers Julian Leist gegen den am Boden liegenden Thiele nach, was der Schiri aber nicht gesehen hatte. Die Bestrafung folgte dann auf dem Fuß, Marcel Heller brach über links durch und passte auf Timmy Thiele. Dieser sah halbrechts Dario Schumacher und setzte ihn in Szene, so das Schumacher seinen Gegenspieler aussteigen ließ und überlegt zum 2:0 (76.) einschoss. Während Mark Flekken im Alemannia Tor mehr damit zu Kämpfen hatte sich nicht wieder zu Erkälten, wollten seine Mannschaftskollgen mehr. Marcel Heller traf zunächst kurz vor Schluss die Latte, ehe er dann doch in der Nachspielzeit seine Leistung krönte. Per Außenriss schloss er einen Konter zum 3:0 (90+2) ab und sicherte den höchsten Heimsieg in der laufenden Saison am Tivoli. Endlich mal wieder ein kleines Fussballfest am Tivoli, die junge Mannschaft macht von Spieltag zu Spieltag mehr Spaß. Auch wenn noch nicht alles klappt, das ist aber wieder die Alemannia die man sehen will. Das Team „Vorrunde“ war anscheinend nur ein böser Fluch des Abstiegs.

 

Coach Ralf Aussem gibt den Weg vor

Ex-Coach Ralf Aussem ist formell wieder angestellt

Ein böser Fluch holte die Alemannia allerdings wieder per Amtsgericht ein. Dort hatte nämlich das im Herbst entlassene Trainertrio Ralf Außem, Michael Burlet und Hans Spilmann geklagt. Und der Amtsrichter gab den Dreien Recht und hob die Kündigung wieder auf. Somit stehen die drei „geschassten“ Trainer formal wieder bei Alemannia unter Vertrag. Eine obskure Situation, konnte man sich im Herbst nicht auf eine Abfindung einigen würden die drei nun eh leer ausgehen bei einer insolventen Alemannia. Zudem stehen zumindest zwei wieder unter Vertrag, u.a. wurde Ralf Außem neuer Trainer der Kölner Viktoria. Alemannia könnte nun alle drei wieder nach Aachen beordern bzw. diese könnte ihre Arbeitskraft der Alemannia erneut anbieten. Wie sich das nun im Falle von Ralf Außem handelt ist eh abwägig. Sein Vertrag wäre nun bei Viktoria Köln hinfällig bzw. wäre garnicht zustande gekommen. Nun können aber die drei Trainer auch von sich aus eine weitere Beschäftigung ablehnen bevor das Urteil rechtskräftig geworden ist. Denn entlohnt werden sie ohnehin nicht, und ihre Forderung als Gläubiger einzutreiben dürfte angesichts mangelnder Masse auch erfolglos bleiben. Alles in allem…großer Mist was da gelaufen ist.

Es ist frustrierend, dass das Arbeitsrecht nicht akzeptiert, dass im Sport andere Gesetzmäßigkeiten gelten. Dort geht es primär um das Gesetz des Erfolges (Alemannia´s Rechtsbeistand Benjamin Bürrig)