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Feb 10 2013

Kartoffelkaefer

Niederlage, Ultimatum, Zuspruch – Bewegende Tage der Alemannia

ATSV-KSC

Mit einer deutlichen Heimpackung unterlagen unsere schwarzgelben am Freitagabend, zwar etwas zu hoch, leistungsgerecht mit 0:4. Der Tabellenführer aus Karlsruhe benötigte in der zweiten Halbzeit ganze sieben Minuten um die junge Alemannia Elf auseinander zu nehmen. Nach dem 0:2 knickte Alemannia ein und konnte dennoch ein mögliches Debakel verhindern. Karlsruhe nutze die ihnen gebotenen Chancen gnadenlos aus, und überzeugte zumindest 20 Minuten lang und wurde ihrer Favoritenrolle gerecht. Alemannia hingegen hielt zunächst gut mit, konnte sich aber kaum ein wirkliche Chance erarbeiten. Weder Denis Pozder noch Sascha Marquet überzeugten im Sturm. Als Kristoffer Andersen kräftemäßig nachließ vor der Abwehr, und Sascha Herröder patzer größer wurden, nahm das Unheil seinen Lauf. Unter dem Strich verlor man vor 10.600 Zuschauer im Eispalast Tivoli zu hoch, aber es gilt für unsere junge Alemannia Truppe andere Gegner zu schlagen. Der kommende heisst Wacker Burghausen am Dienstag.

 

DSC_9415Alemannia´s Mannschaft verjüngt sich immer mehr, je mehr Spieler aus der ersten Mannschaft ausfallen. Nachdem Florian Müller mit einem Knorpelschaden längerfristig ausfällt, mussten wieder Timmy Thiele (Rücken) und Timo Brauer (Muskelverhärtung) passen. Dafür bekamen die Amateure Rafael Garcia, Dennis Lang sowie Daniel Hoffmann die Gelegenheit. Und Coach René van Eck klagt nicht, er motiviert seine „Rasselbande“ die manchmal über sich hinauswächst. Doch gegen den Tabellenführer aus Karlsruhe musste man Lehrgeld zahlen. Wenn man sich zurück erinnert an den Saisonanfang, da war Alemannia lange tabellarisch über die Karlsruher die auf Platz 17 rumdümpelten. Während die Badener die Wende schafften versank Alemannia in der Abstiegszone. 15 Spieltage weiter kommt der KSC ungeschlagen zum Tivoli, und brauchte ganze 7 Minuten um die schwarzgelben zu zerlegen. In der ersten Halbzeit konnten unsere Kicker noch mithalten, die halbwegs größte Chance hatte Marcel Heller. Ansonsten mühte man sich in der Offensive und weder die Pässe noch die Laufwege gingen ineinander über. Aber auch der KSC sollte zunächst nichts kreatives Zustande bringen auf dem schweren Geläuf im Tivoli. Der Eispalast hatte ganze Arbeit geleistet, der Rasen ächzte von der Belastung. Eine Unaufmerksamkeit nutzte Rouwen Hennings sofort, sein trockender Schuss aus halbrechter Position ging an den Innenpfosten. Glück für die Alemannia. Kristoffer Andersen machte in der ersten Halbzeit vor der Abwehr sein wohl bestes Spiel, er ging überall hin und seinen Gegenspielern auf dem „Sack“. Schade das er dies nicht in der zweiten Halbzeit fortsetzen konnte. Wieder war die Alemannia zu passiv, und der KSC zeigte wie schnell man aus einer Chance zum Tor kommt. Rouwen Hennings wurde schön freigespielt und legte den Ball trocken an Mark Flekken vorbei zum 0:1 (36.) ins Netz. Noch war nichts verloren dachte man zur zweiten Halbzeit.

 

DSC_9497Ob es an der Umstellung lag? Coach René van Eck wechselte den glücklosen Denis Pozder aus, für ihn rückte Sascha Marquet ins Sturmzentrum und Murakami direkt dahinter. Dennis Lang aus der U23 bekam sein Debüt bei den Profis, ebenso wie später Rafael Garcia. So gut wie Alemannia die zweite Halbzeit begann, so effektiv zeigte sich der KSC. Wieder war die schwarzgelbe Abwehr kurz nicht im Bilde, und van der Biezen überwand freigespielt wiederum Mark Flekken zum 0:2 (51.). Keine zwei Minuten später zeigte Schiri Bibiana Steinhaus auf dem Elfmeterpunkt. Nach einem Freistoss an der Strafraumgrenze durch den KSC gab es wieder reichlich Unordnung in der schwarzgelben Abwehr, Robert Wilschrey klärte einen Schuss mit dem Arm – eindeutig ein Strafstoss. Calhanoglu verlud unseren Keeper zum 0:3 (53.). Alemannia taumelte nun schwer, die ordnende Hand fehlte und der KSC spielte nun Katz und Maus mit der Alemannia. Wieder ging es zu schnell, wieder ging man nicht in den Zweikampf und Varnhagen tunnelte den herauseilenden Mark Flekken zum 0:4 (57.). Nun sah es so aus als sollte es ein Debakel werden, aber die junge Alemannia stemmte sich noch einmal gegen die Überraschungsmacht aus Baden – aber auch weil der KSC nun zurückschaltete und wahrscheinlich Mitleid hatte mit eim einzigsten Weggefährten aus dem Westen. 10.000 Alemannia Fans feuerten weiter ihre Mannschaft an, die nicht aufsteckte aber auch keine Chancen herausspielen konnte. Alemannia muss andere Teams schlagen, nicht den KSC in dieser Form. Bereits am Dienstag geht nach Burghausen, zum Nacholspiel. Dann können einige Spieler ihre Form der letzten Wochen wieder herauskramen.

 

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Die Leistung in Halbzeit eins war in Ordnung, auch wenn wir viel zielstrebiger hätten spielen müssen. Der KSC hat Spieler in seinen Reihen, die Spiele alleine entscheiden können. Dass haben wir heute zu spüren bekommen. (Rene van Eck)

 

Im zweiten Spielabschnitt war die Begegnung schnell entschieden. Karlsruhe nahm unsere individuellen Fehler gerne an und schlug eiskalt zu. (Kapitän Sascha Herröder) 

Nützliche Links:

Spielbericht Alemannia Aachen
Spielzusammenfassung Kicker Sportmagazin
Spielbericht Zusammenfassung Aachener Zeitung Online

 

Florian Müller erleidet Knorpelschaden im Knie

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Wieder gab es eine Hiobsbotschaft für die Alemannia. Florian Müller fällt mit einem Knorpelschaden im Knie nun auch wieder längerfristig aus. Zum dritten mal rebelliert sein Knie, und nun sieht es fast so aus würde die Sportinvalidität über den geschundenen Körper von Florian Müller kreisen. Nachdem er sich nach zwei Kreuzbandrissen innerhalb eines Jahres wieder erholt hatte kommt nun wieder ein Rückschlag. Beim Spiel in Offenbach kam er nach einem Luftduell falsch auf und spürte sofort das da etwas nicht stimmte. Die Diagnose anschliessend war niederschmetternd. Das betroffene Knie soll nun nicht operiert werden, man will die konservative Variante probieren. Nun braucht Flo Müller wieder alle Kraft der Welt, das er nochmal auf die Beine kommt und dem Ball das fürchten lehrt. Denn ein Karriereende in diesem Alter – das wünscht man keinen Profifussballer!

 

Ultimatum des DFB – Punktabzug droht

Der Deutsche Fussball Bund (DFB) hatte Alemannia lange genug Zeit gelassen. Doch nun will die Frankfurter Zentrale entgültig wissen wie es um die finanzielle Ausrichtung der Alemannia bestellt ist. Kann die Liquidität bis zum letzten Spieltag nachgewiesen werden? Schon im Januar hätte die Alemannia diese Mitteilung nach Frankfurt übermitteln müssen, doch der DFB gab angesichts des Rettungsspiel noch Zeit. Diese ist nun abgelaufen und bis Montag muss Alemannia sprichwörtlich die Hosen runterlassen. Abhängig davon könnte empfindliche Punktabzüge drohen wenn man der Rechenschaft nicht nachkommt. Im Dezember wurde der Fehlbetrag noch auf zwei Millionen Euro beziffert, aktuell liege er bei 1,2 Millionen Euro, so der Finanz-Klubsprecher Holger Voskuhl. Und es sieht wohl gut aus das Alemannia diesen Nachweis bis Montag nach Frankfurt offerieren kann. Die kleinen Unternehmer im Kreise von Tim Hammer arbeiten unermüdlich diesen Brocken zu stemmen. Denn es wäre fatal wenn die junge Alemannia Truppe auch noch mit Punktabzug bestraft würde. Sachwalter Rolf-Dieter Mönning hat seine eigene Meinung dazu: „Wir werden angesichts der positiven Entwicklung keinen Abzug akzeptieren. Der Verein ist auf dem Weg, die Lücke kurzfristig schließen zu können.“ Am Montag wissen wir alle mehr, ob es die Alemannia geschafft hat oder nicht.

 

Aachener SPD geht auf Schmusekurs

Alemannia hat für die Stadt und die Region als Werbe- und Imageträger eine überragende Bedeutung. Dies darf nicht aufs Spiel gesetzt werden, indem man den Verein leichtfertig in die Beudeutungslosigkeit unterer Spielklassen versinken lässt

Entgegen der regierenden Aachener Ratsfraktionen von CDU und Grünen, die Alemannia mit einem verbalen Rundumschlag letzte Woche noch grüßten, sieht die SPD die momentane Lage der Alemannia realistischer und zeigt sich Gesprächsbereit. Der Vorsitzende der Aachener SPD, Karl Schultheis, der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion im Rat der Stadt, Heiner Höfken, und die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt trafen sich mit Sachverwalter Rolf-Dieter Mönning zum Meinungsaustausch. Denn das die Alemannia überleben muss ist zumindest bei der SPD wieder rational angekommen. Denn nüchtern betrachtet wissen auch die Politiker das ein insoventer Verein wie Alemannia keinen nutzt in der Stadt. Man hätte ein neues 50 Mio schweres Stadion das ungenutzt vor sich hinvegetieren würde. Nun soll ein Nutzungsplan erarbeitet werden der zumindest neben dem Fussball auch Konzerte möglich machen soll. Das bisherige Nutzungsrecht schließt das aus. Niemanden sei geholfen wenn Alemannia absteigt und in die Niederungen der Regionalliga verschwindet. Nur in der 3. Liga könnte ein Neubeginn mit Einnahmen unternommen werden um möglichst schnell wieder in der zweiten Liga zu kommen. Das müsse das Ziel auch der Politik in der Stadt sein, denn die Stadt darf Alemannia nicht hängen lassen – bei allem was passiert ist. Die Verantwortlichen Leute sind, bis auf wenige handelnde, nicht mehr am Ruder. Und die neuen Leute, im Kreise derer nun auch Tim Hammer federführend mit anderen lokalen Unternehmen unterstüztend eingreift, soll die Alemannia eine neue Chance erhalten.
Ein guter Anfang, denn endlich kommt wieder Bewegung zwischen der Stadt und Alemannia. Nun muss diese Erkenntnis auch bei Oberbürgermeister Marcel Phillip, der CDU und den Grünen einkehren. Dann könnte die Stadt wieder ein entscheidender Geburtshelfer einer neuen Alemannia sein.

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