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Jan 27 2013

Kartoffelkaefer

„Oh wie ist das schön“ – Alemannia siegt 2:0

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„Oh wie ist das schön….“ schallte es auf dem Aachener Tivoli. Ja, sowas hatten wir lange nicht mehr gesehen. Oder doch? Mit einem 2:1 Heimsieg gegen Arminia Bielefeld verabschiedete sich die Alemannia im Dezember in die Winterpause. Und niemand wusste welche Alemannia in die Rückrunde starten würde. Der Kader musste kleiner werden, die Profis mussten und sollten gehen oder eine Gehaltseinbuße von nahezu 70% akzeptieren. Die schlimmsten Szenarien malten uns eine besser U23, garniert mit U19 Spielern, aus. Doch es kam anders. Sportdirektor Uwe Scherr, der ebenso wie Coach René van Eck selbst die Gehaltseinbußen hinnahmen, konnte an die Spieler nur appelieren. Mehr hatte er nicht zu bieten. Trotzdem entschieden sich der Großteil des Kaders der Alemannia weiterhin die Treue zu halten in den bittersten Stunden der Insolvenz. Wenige andere hingegen verließen den Verein, ich berichtete ja davon. Statt Albert Streit, Kai Schwertfeger, Fabian Baumgärtel und Freddy Borg sollten es nun die Mark Flekken, Robert Leipertz, Armand Drevina und Sasa Strujic richten. Mit 21,5 Jahren bot René van Eck trotz weiter nahmhafter Profis eine bessere U22 auf. Während der 1.FC Saarbrücken mit personellen Notstand antrat musste eine neuformierte Alemannia das schwere Unternehmen „sportlicher Klassenerhalt“ antreten. Jetzt konnte man nur noch darüber zu Ruhm und Ehre gelangen.

 

Oguzhan Kefkir erzielte das 1:0

Oguzhan Kefkir erzielte das 1:0

8.389 Zuschauer bedeuteten erstmalig Minusrekord am Aachener Tivoli, wo man sonst zumindest im Zuschauer Ranking Platz 1 innehatte. Nun kamen anscheinend wirklich die Treusten der Treuen, und das bei der guten Leistung vor einer Woche gegen Rekordmeister FC Bayern München. Man merkte es das 3.000 fehlende Dauerkartenbesitzer nicht mehr zugegen waren. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch, sowohl die Fans des Gastes aus Saarbrücken wie auch die Alemannia Südtrtibüne gaben gesanglich ihr bestes. Das Spiel auf schweren Boden begann auch auf niedrigen Niveau. Keine der beiden Mannschaften konnte Impulse nach vorne setzen. In der Aufstellung fand sich auch Kristoffer Andersen wieder, der zuerst das Angebot der Alemannia nicht annahm und am Donnerstag sich anders entschied. Zumindest von seiner Erfahrung sollte profitiert werden. Ein Verlegenheitsschuss auf Seiten Saarbrückens und ein Schüsschen seitens Alemannia waren die Höhepunkte in einer mauen Anfangsphase. Das es bei der Alemannia natürlich nicht so fluppen würde auf anhieb konnte man sich ja denken.  Das Augenmerk richtete sich immer dann auf wenn die jungen Spieler aus der U23 am Ball waren. Armand Drevina zeigte ja zum Ende der Hinrunde was er kann, Sasa Strujic hinterließ letzte Woche als Gegenspieler von Arjen Robben einen bleibenden Eindruck. Armand Drevina zeigte auch diesmal was er technisch am Ball so alles kann, aber er zeigte auch das er fahrlässig und haarsträubend die Bälle vertändeln konnte. Trotzdem ließ er sich nicht entmutigen uns setzte nach, kämpfte und rackerte. Das war das was man sehen wollte auf dem Tivoli, und viel zu selten bestaunen durfte in der Hinrunde. Nach einer halben Stunde wäre fast das 1:0 gefallen, nachdem der Ball im Saarbrücker Strafraum segelte und Timmy Thiele den Ball verlängerte. Sasa Strujic nahm den Ball direkt, doch FCS Keeper Benedikt Fernandez parierte den Ball. Kurze Zeit später eroberte Alemannia den Ball im Mittelfeld, Timmy Thiele spielte den Ball in die „tödliche“ Gasse und Sascha Marquet war halbrechts durch zum Tor. Statt den Abschluss selbst zu suchen legte er den Ball quer auf Oguzhan Kefkir, der trotz das er hinter einem Saarbrücker Abwehrmann stand den Ball ins Tor reinstocherte zum viel umjubelten 1:0. Der FCS wagte nun mehr und kam auch zu Chancen, Maunel Stiefler nutze die alemannische Passivität und setzte einen Drehschuss knapp am linken Pfosten vorbei. Alemannia wiederum hatte die Chance auf das 2:0. Doch weder Timmy Thiele (per Kopf), Mario Erb (mit geblockten Schuss) noch Sasa Strujic (Weitschuss knapp über das Tor) konnten den Ball mit einer dreifach Chance ins Tor unterbringen. Durchatmen musste man kurz vor dem Halbzeitpfiff als FCS Spieler Sven Sökler eine gute Chance vergab bzw. an Alemannia Keeper Mark Flekkens Reaktionsschnelligkeit scheiterte, der den Ball mit der Hand am Tor vorbeilenkte. Nervenstärke bewies man auch im eigenen Strafraum als Sascha Herröder einen zugespielten Ball von Söker neben das eigene Tor setzte, als letzte Maßnahme zur Klärung.

 

DSC_9246Ohne Änderungen in den Startaufstellungen ging es zum zweiten Abschnitt. Es fing an zu schneien und der FCS kam mit mehr Engagement aus der Kabine. Alemannia leistete sich zuviele kleinere Fehler im Spielaufbau, die Saarbrücken nun ausnutzen wollte. Mit schnellen drei Spielzügen hatte Marius Laux nahe am Fünfmeter Raum eine große Chance, doch Sascha Herröder und Mario Erb lösten die Gefahr gemeinschaftlich. Nach einer Stunde hatte sich die schwarzgelben wieder gesammelt und beackerten nun wieder das Saarbrücker Aufbauspiel. Nach einer schneller Balloberung durch Kristoffer Andersen passte dieser zu Oguzhan Kefkir, der wiederum schnell den Ball vor dem Saarbrücker Tor passte. Timmy Thiele kam eine Fussspitze zu spät, die Chance vertan. Nun ging es rauf und runter am Tivoli. Die Alemannia wollte das 2:0, die Saarbrücker das 1:1. Eine weite Flankte in den Aachener Strafraum erreichte Marius Laux, der halb im Fallen den Ball an Mark Flekken vorbeispitzeln wollte. Doch unsere Nummer 1 zeigte sich reaktionsschnell und klärte mit dem Fuss. Im Gegenzug flankte Oguzhan Kefkir den Ball vorne in den Raum und Timmy Thiele stand frei vor FCS Keeper Fernandez. Doch im Gegensatz zum Bayernspiel, wo er die Lupf-Variante wählte, entschied er sich für das Draufhämmern. Leider ohne Erfolg, denn der Ball flog hoch in den S3 Block und wurde dort geklärt. Alemannia ging wieder sehr fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um, eine Manko das man schon in der Hinrunde haarsträubend beobachten konnte. Kiyan Soltanpour sollte die allergrößte Ausgleichsmöglichkeit für die Saarbrücker haben, als er mitten durch die Alemannia Abwehr alleine vor Mark Flekken auftauchte. Doch auch diesmal bewies unser Keeper mit einer blitzschnellen Reaktion das er zurecht die Nummer 1 ist und verhinderte den Ausgleich.  Der FCS leistete sich auf der rechten Abwehrseite eine Unaufmerksamkeit und Oguzhan Kefkir spitzelte den Ball zu Timmy Thiele. Dieser setze sich in der Saarbrücker Abwehr durch bis zur Grundlinie und legte geschickt zurück auf Sascha Marquet. Der fackelte nicht lange und überwand FCS Keeper Fernandez aus kurzer Distanz zum vielumjubelten 2:0. Endlich, denn von den 8.000 Alemannen Fans viel nun ein Stein vom Herzen. Unsere schwarzgelben legten nun weiter nach, wieder hatte Timmy Thiele im Strafraum die EInschusschance, doch sein Schuss wurde geblockt und der Nachschuss von Armand Drevina parierte FCS Keeper Fernandez bravorös um den Pfosten. So blieb es schließlich bei dem 2:0 Sieg und der Hoffnung das unsere neue Alemannia Truppe noch sehr viel Spaß machen kann. Das Thema „Wettbewerbsverzerrung“ können sich die Konkurrenz Vereine nun am Hut stecken. Alemannia klettert in der Tabelle auf Platz 15 und kann bereits am Mittwoch in Dortmund nachlegen im Nachholspiel. Dann spielt man im großen Signal Iduna Park statt im nebenanliegenden Amateurplatz.

 

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Die neu formierte Alemannia Mannschaft macht wieder richtig Spaß und die Lust auf mehr. Ein Sasa Strujic zeigte in seinem ersten Meisterschaftsspiel das er den guten Eindruck aus dem Bayern Spiel bestätigen konnte. Auch Armand Drevina zeigt das er mit Technik und guten Auge mal ein ganz Großer werden kann. Natürlich leisten sich hier und da mal die jungen Spieler einige „Klopper“. Aber hey, es sind keine Millionaros sondern unsere Zukunft denen man Zeit geben muss. Ein Sascha Herröder, der nun der neue Kapitän der Mannschaft ist, und Mario Erb können nun über sich hinauswachsen. Es gibt keine etablierten Abwehrrecken mehr, sie müssen nun an sich selbst aufschauen. Mark Flekken zeigte wieder eindrucksvoll warum René van Eck ihn zur Nummer 1 machte. Aber seine Torabstöße sind noch optimierungswürdig. Mit Sorgenfalten sieht man allerdings die Scouts die auf dem Tivoli ihr unwesen treiben, besonderns wenn diese aus Köln kommen. Man kann nur hoffen das die Mannschaft länger als zum 30.06 hinaus zusammenbleibt. Aktuell fehlen der Alemannia noch ca. 1,2 Mio Euro um die Saison zuende spielen zu können. Wenn der sportliche Erfolg allerdings weiter einkehrt und die Begeisterung zurückkehrt, dann sind die Sponsoren die jetzt noch zögern vielleicht geneigter zu investieren. Wie sagte Uli Hoeness schon letzte Woche? So einen Traditionsverein darf man nicht untergehen lassen!

Bilder zu dem Spiel gibt es hier in der Bilder Gallerie.

 

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Nützliche Links:

WDR Sport Zusammenfassung Alemannia – Saarbrücken

Zusammenfassung des Spiels der Aachener Zeitung
Spielbericht Alemannia Homepage
Spielbericht 1.FC Saarbrücken

 

 

 

 

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