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Jan 12 2013

Kartoffelkaefer

Sieg der Gerechtigkeit – Alemannia kickt Viktoria Köln aus dem Pokal

VIK-AC

 

Tivoli_Winter_copyDas erste Pflichtspiel in 2013 sollte das Nachholspiel des FVM Mittelrhein Pokal (Bitburger Pokal) bei Viktoria Köln sein. Wir erinnern uns! Am 31. Oktober 2012 ergab die Auslosung des Bitburger Pokals das vielleicht „vorweg genommene Endspiel“ gegen den starken Regionalligisten und Aufstiegskandidaten Viktoria Köln. Am 27. November reiste die Alemannia Delegation nach Köln um die Sicherheitsaspekte zu erörtern, denn es würden viele Alemannia Fans den Weg zum Höhenberger Sportpark finden. Das alles andere als Fantaugliche Stadion sollte nun zum Sicherheitsspiel werden. Nachdem man sich auf dem 5. Dezember 2012 (Anstoss 17:30 Uhr) geeinigt hat war eigentlich alles geklärt. Keine 24 Stunden später aber meldete die anwesende Polizeivertretung nun doch massive Sicherheitsbedenken an, wenn die Alemannia Fans in der Dunkelheit den Sportpark verließen. Man hatte da was von den beiden verfeindeten Ultra Gruppen gehört, und auch gewaltbereite Fans vom FC Kölle hatten ihr kommen angekündigt. Offensichtlich hatten die nix zu tun. Nun wollte Viktoria das Spiel am 15. Dezember um 13 Uhr Austragen lassen, was aber Alemannia ablehnte da man nur einen Tag später in der Liga bei Dortmund II antreten musste. Die Antwort aus Köln war lapidar das man dort eben mit einer verstärkten U23 antreten könnte, schließlich sei das ja ohnehin der Plan der Alemannia im neuen Jahr. Und nein, auf dem Tivoli spielen würde man auch nicht wollen, der Heimvorteil sollte schließlich genutzt werden. Schon da zeichnete sich die eigentliche Absicht der Viktoria ab, denn ein Spiel im neuen Jahr würde bedeuten das eine mehr als geschwächte Alemannia dann auflaufen würde. Aufgrund der Planinsolvenz sollten die teuren Spielern der Alemannia zum Jahreswechsel den Verein verlassen. Da man sich nicht einigen konnte fällte der Fussballverband die Entscheidung und setzte als neuen Termin den 12. Januar 2013 an.
 

Leider verdichtet sich der Eindruck, dass Viktoria Köln mit allen Mitteln eine Verlegung der Partie ins nächste Jahr herbeiführen möchte, um dann gegebenenfalls gegen eine schwächere Mannschaft der Alemannia anzutreten.  (Alemannia Sportdirektor Uwe Scherr)

 
Zum Jahreswechsel gab es dann doch nur einen Wechsel, Kapitän Albert Streit bat um die Auflösung seines Vertrages und wechselte zum Regionalligisten Viktoria Köln. Allerdings gab es die Auflage das er im Pokalspiel am 12. Januar nicht eingesetzt werden darf. Viktoria hatte sich das schön ausgemalt irgendwie, aber es wurde im neuen Jahr schnell klar das keinesfalls eine geschwächte Alemannia im Sportpark Höhenberger antreten würde. Da hätten sie besser auf einen weiter entfernten Termin pochen sollen.

Ohne ihren abgewanderten Kapitän Albert Streit, und ohne die „teuren“ Spieler wie Seyi Olajengbesi, Freddy Borg, den verletzten Michael Melka und Christian Weber, trat doch eine recht junge Alemannia bei Viktoria Köln an. Die neuen Nummer 1 im Tor, Mark Flekken, ist nun in der Vereinshistorie der jüngste Keeper aller Zeiten. Alemannia Coach René van Eck, der ebenfalls ein Angebot ausschlug und weiter in Aachen bleiben will, formulierte das Ziel: Wir fahren als Favorit dorthin, wollen die Hürde nehmen“.

 

Alemannia_SpaßMit der Unterstützung von 2.000 Alemannia Fans wurde das Spiel im Höhenberger Sportpark dann ein Heimspiel, die restlichen 800 Fans durfte man als „Interessenten“ der Kölner Viktoria ansehen. Die neu formatierte Mannschaft von René van Eck zeigte von Beginn an wer der Favorit ist. Alemannia zeigte sich anfangs überlegen, aber Giovanni Federico sowie der japanischen Winterneuzugang Masatoshi Hamanaka zeigten auf Kölner Seite das man auch Fussball spielen kann auf hartgefrorenen Boden. Obwohl das Spiel mit fortdauer immer weiter auf Augenhöhe stattfand, die besseren Chancen verbuchten die schwarzgelben. Zweimal Marcel Heller, Robert Leipertz und Armand Drevina verfehlten das Tor nur knapp oder scheiterten an Viktoria Keeper Poremba. Doch auch die Viktoria versteckte sich nicht und zwang Alemannia zu Fehlern. Ein Querpass von Bouhaddouz konnte gerade noch so auf Kosten einer Ecke entschärft werden, ein Sololauf von Hamanaka endete ebenfalls in einer Ecke. Der Japaner hatte kurz vor der Pause noch die große Chance, verzögerte aber zu lange freistehend vor Alemannia Keeper Mark Flekken. Mit einem torlosen 0:0 ging man in die Kabine.

 

Mark_Flekken_copDie zweite Hälfte sollte dann am Anfang furios werden. Fabian Baumgärtel brachte Sascha Marquet ins Spiel der zuviel Raum und Zeit hatte. Mit einem satten Schuss ins linke untere Eck markierte er das 0:1 nach 56. Minuten. Während die 2.000 schwarzgelben Fans noch am feiern waren kassierten die schwarzgelben auf dem Platz im Gegenzug den Ausgleich. Nun ließ man der Viktoria zu viel Zeit und Raum, Aziz Bouhaddouz bugsierte den Ball mit einem halben Seitfallzieher aus sechs Metern vorbei an Keeper Mark Flekken zum 1:1 (57.). Eine Minute später wäre fast das 2:1 gefallen als Ercan Aydogmus alleine vor Mark Flekken auftauchte. Doch unsere neue Nummer 1 konnte den Ball stark parieren. Viktoria drückte weiter und hatte guten Chancen das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Doch Aziz Bouhaddouz, Mike Wunderlich und Manuel Glowacz vergaben ihre Chancen. Der Fels in der Brandung war Mark Flekken, Oguzhan Kefkir hatte die letzte Chance für die schwarzgelben auf dem Fuss ehe es in die Verlängerung ging. Diese blieb bis auf einer Entscheidung ereignislos, Viktorias Mariusz Kukielka warf sich im Strafraum in einem Schuss von Timmy Thiele und wehrte so den Ball ab. Für den Schiedsrichter war da aber nichts regelwiedriges zu erkennen im Gegensatz zu den 2.000 Alemannia Fans. In der 101. Minute feierte auch Norikazu Murakami sein Debüt im Alemannia Trikot. Der im Oktober verpflichtete Japaner durfte nun endlich eingesetzt werden. Nach 120 gespielten Minuten das Elfmeterschiessen herhalten um den Sieger zu ermitteln. Hier schlug dann die Stunde von unserem jungen Keeper Mark Flekken. Die ersten Schüsse waren alle noch drin. Timo Brauer und Kai Schwertfeger trafen für die Alemannia, für die Viktoria traf Mike Wunderlich. Manuel Glowacz aber verschoss und Mark Flekken parierte den Ball hervorragend. Oguzhan Kefkir schoss sicher zum 2:4 und den Vorteil heraus. Unter Druck verschoss dann auch noch Profi Giovanni Federico und Mark Flekken entzauberte auch den zweiten Strafstoss. Nun war es Fabian Baumgärtel vorbehalten der Alemannia den Weg in die nächste Pokalrunde zu ebnen. Seine Nerven waren wie Drahtseile, er traf und 2.000 schwarzgelbe Fans feierten den wichtigen Einzug in die dritte Pokalrunde. Denn das erreichen der Teilnahme am  DFB Pokal kommenden Jahres ist mehr den je finanziell lukrativ für die Alemannia in der augenblicklichen Situation.

 

Stimmen zum Spiel:

Leider zählt im Pokal nur das Weiterkommen. Doch so bitter das Ausscheiden auch ist, bin ich nach der Leistung trotzdem positiv gestimmt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere eigentlichen Ziele Meisterschaft und Aufstieg zu erreichen. Wir waren teilweise einen Tick besser als Alemannia Aachen (Viktoria Coach Wolfgang Jerat)

 

Wir haben klar verdient gewonnen (Alemannia Coach René van Eck)

 

Tore:
0:1 Marquet (56.), 1:1 Bouhaddouz (57.), 1:2 Brauer (120.), 2:2 Wunderlich (120.), 2:3 Schwertfeger (120.), 2:4 Kefkir (120.), 2:5 Baumgärtel (120.)

Alemannia Aachen:
Flekken, Baumgärtel, Schwertfeger, Herröder, Wilschrey, Brauer, Kefkir, Leipertz, Marquet, Heller (68. Thiele), Drevina (101. Murakami

Zuschauer: 2.883 (davon 2.000 aus Aachen)

2 Kommentare

  1. Steffen

    Lesenswerter Bericht!
    Nur eine Bitte: Beim Absatz zum Beginn der 2. Hälfte ist der Vorname von Fabian Baumgärtel falsch. 😉
    Dazu stehen beim Elfmeterschießen die Torschützen der regulären Spielzeit mit dabei.

    Auf ein schönes Los für die nächste Runde 🙂

    1. Kartoffelkaefer
      Kartoffelkaefer

      Danke für den Hinweis…im Eifer des Gefechts 😉

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