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Jan 10 2013

Kartoffelkaefer

Alemannia und die Realität des Sparzwangs

Albert_Streit_copDas Jahr 2013 ist nun mal gerade ein paar Tage alt, die Sorgen und Probleme sind leider geblieben aus dem letzten Jahr. Noch immer will (oder kann) sich der eine und andere nicht damit Abfinden was mit unserer Alemannia los ist. Die Planinsolvenz im Kopf, die Hoffnung auf Besserung am fernen Horizont, die Niedergeschlagenheit greifbar im hier und jetzt. Dienstag wurde offiziell besiegelt was schon lange feststand. Albert Streit wechselt zum Regionalligisten Viktoria Köln und hofft auf den Aufstieg in die 3. Bundesliga. Ein sehr gutes Angebot vom Zweitligisten FC St. Pauli schlug er aus zugunsten Köln. Wat?? Verstehen muss man es nicht, aber man kann es. Seine Familie wohnt in Köln, noch näher dran wird er kaum kommen. Wobei man sich fragen muss warum der FC Köln kein interesse an ihm gezeigt hat? Immer hin spielen die zweite Liga. Die Verbundenheit und sportliche Heimat zeugte lange bei Albert Streit und der Alemannia. Doch die Insolvenz brachte dieses Tuch zum reissen. Schon wurde Albert Streit vom andächtigen „Gottstatus“ bei einigen Alemannia Fans herabgewürdigt als Söldner und Geldsack. So schnell ändern sich die Lieblinge der Fans wenn sie dem Verein den Rücken kehren.

 

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P1150889Alemannia´s sportlicher Geschäftsführer Uwe Scherr hat dieser Tage den wohl miesesten Job. Unangenehme Botschaften an die Mannschaft zu überbringen, die zum Trainingsauftakt (noch) vollzählig antrat. Aber dieses Bild wird sich in den kommenden Tagen und Wochen gravierend ändern. Denn unser Sportdirektor muss nun den Spielern ein Angebot unterbreiten das jenseits von gut und böse ist. Es muss gespart werden, und das radikal. Mit dem „Trinkgeld“, das Alemannia den Spielern noch bieten kann, wird man nicht viele Überzeugen können auch wenn spontan niemand sofort absagte. Aber es ist ein offenes Geheimnis das sich bis zum Benefizspiel gegen den FC Bayern München (20.01.2013 – 13:30 Uhr Tivoli und Live bei Sport1) nichts tun wird. Dort können sich die Spieler letztmalig einem breiten Publikum und potenziellen neuen Vereinen anbieten. Das 80% der jetzigen Mannschaft auch im Februar noch auf dem Trainingsplatz in Aachen zu sehen sein wird, bleibt wahrscheinlich ein frommer Wunsch. Aber zumindest die Verantwortlichen zeigen das sie bei der „Stange“ bleiben. Coach René van Eck verzichtet auch Geld und wird (noch) bleiben, ebenso Sportdirektor Uwe Scherr der weitere Abstriche mitmacht. Der Personalbestand von ehemals 150 Mitarbeiten wurde auf bislang knapp 100 reduziert, der Pressesprecher samt Assistenz fielen der Einsparung zum Opfer. Weitere Einsparungen nicht ausgeschlossen. So musste auch die Belegschaft des Klömpchensklub (die Tivoli Fankneipe) den Verein verlassen, mit einer kleinen Mitteilung der Kündigung in der Weihnachtspost. Die Türen sind nun zu und werden nur noch an den Heimspielen geöffnet. Schade das man aus dem Klömpchensklub nicht mehr draus gemacht hat, ein guter Mittagstisch der zur Konkurrenz stand mit den Kantinen des Möbelhauses Porta und dem Finanzamt. Aber die ünsäglichen Öffnungszeiten und Schließungen waren mehr als Fan Unfreundlich, zudem kehrte nie ein Wohlfühlfaktor im ansonsten modernen und sterilen Restaurant ein. Mahnende Worte wollten die damaligen Verantwortlichen nicht hören aus der Stadiongruppe.

 

Kein Tag vergeht  ohne neue Nachrichten. Während Alemannia ein Testspiel gegen Roda Kerkrade II (Jong Roda) mit 4:0 gewann, kündigte Hauptsponsor Geller die Verträge und stellt den Ordungsdienst am Tivoli ein. Prekäre Lage für die Alemannia die nun ohne Ordner dasteht vor dem wichtigen Benefizspiel gegen den FC Bayern München am 20. Januar. Ohne Ordner kein Spiel. So einfach ist es auf einmal. Alemannia hingegen ist sich sicher das man bald einen neuen Orderdienst präsentieren kann der die Aufgabe übernimmt und Erfahrungen mit Großveranstaltungen hat. Unterdessen erwartet die Alemannia ein weiteres juristisches Nachspiel mit dem ehemaligen Hauptsponsor Geller. Dieser fühlt sich ent- und getäuscht und hat viel Geld verloren. In wie weit er das konkretisiert wird wohl erst das Gericht herausfinden.

1 Kommentar

  1. Knaller

    Hmm, KBU und ACU (oder wie die alle heissen) können sich ja gegenseitig kontrollieren. Da brauchste dort schonmal keine Ordner mehr!!

    Vorwärts Jülich, ole ole!

Kommentare sind deaktiviert.