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Nov 23 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia auf dem Weg zur Rettung? Plan-Insolvenz kommt, Schalke auch.

Bildquelle www.alemannia-aachen.de

Heute musste der bittere Gang zum Insolvenzgericht gegangen werden. Noch am Morgen war die Lage angespannt, als der finanztechnische Sprecher Holger Voskuhle davon sprach das noch ein siebenstelliger Betrag fehlen würde. Denn nur mit Zusagen der Gläubiger, mit denen man sich am Morgen traf, und Sponsoren die Geld geben würde das weitere Überleben der Alemannia abhängen. Denn sollte die angedachte Planinsolvenz angemeldet werden muss der finanzielle Ligabetrieb bis zum Saisonende am 30.06.2013 gesichert sein. Während man von den anderen Aufsichtsrat Mitgliedern (Meino Heyen, Christoph Terbrack und Helmut Kutsch) nichts hört, versucht es immerhin Michael Nobis und stellte das Alemannia Retter T-Shirt vor „Rettung mit mir„. Vor dem morgigen Spiel gegen den VfL Osnabrück werden die ersten 2.000 T-Shirts vor den Stadioneingängen zum Preis von 20 Euro verkauft. Ebenso wird es für 3 Euro Buttons geben. Die Einnahmen werden nur zu dem Zweck der Alemannia Rettung verwendet, nicht für den Schuldenabbau. Rechtsanwalt für Insolvenzrecht Michael Mönig hatte es vor einer Woche bereits angekündigt. Alemannia muss ab sofort wie ein Regionallist denken und handeln (ok, das tun wir gefühlte Jahre schon so) und zusehen das die Gelder für das Überleben des Vereins verwendet werden. Mit den Schulden soll man sich nicht mehr befassen, das wird der noch zu bestimmende Insolvenzverwalter machen.

Die gute Nachricht traf am späten Nachmittag ein, die Planinsolvenz wurde beim Insolvenzgericht eingereicht, die Gläubiger stimmten diesem Plan zu. Zudem konnten die Geldmittel akquiriert werden durch Sponsorenzusagen, so das die finanzielle Sicherheit bis Saisonende gegeben scheint. Zudem wurde bekannt das Bundesligist und Europa League Teilnehmer FC Schalke 04 zu einem Benefizspiel nach Aachen kommen wird. Die daraus resultierenden Einnahmen sollen der Alemannia zugute kommen. Wann es zu diesem Benefizspiel kommen wird steht noch nicht fest, sicherlich wird dies in der Winterpause durchgeführt. Während die Alemannia Fans sich allerorten einen Kopf machen wie die Alemannia gerettet werden kann (u.a. Ticketkauf trotz Dauerkarte, mit der Sammelbüchse den Bekanntenkreis abklappern, den „Grafen“ von Unheilig zu einem Benefiz Konzert bewegen u.v.m) wird man spürbar auch die Veränderungen miterleben am Samstag. Dann werden an den Kiosken, im Fan-Shop und am Ticketschalter nur noch gegen Bargeld Leistungen erbracht. Die Tivoli Karte, mit der man bargeldlos bezahlen konnte ist deaktiviert. Das vorhandene Geld kann noch abgebucht und damit eingesetzt werden, eine Rückzahlung hingegen ist nicht mehr möglich bis auf weiteres.  Alemannia betont ja seit gestern gerne das man noch ein Spendenkonto einrichten will wo man dann auch direkt einen Obolus entrichten kann. Meine persönliche Meinung dazu ist mehr als skeptisch, denn es gibt ja bereits ein „Retterkonto“ worauf Rechtsanwalt Michael Mönig die Hand drauf hält damit es nur zur Rettung verwendet wird. Und ehrlich, ich vertraue da von den derzeitigen Handelnden keinen einzigen mehr. Zuviel wurde gemauschelt und gelogen und Zweckentfremdet. Somit weiss ich auch nicht ob ich morgen mir so ein Rettungs-TShirt kaufen werde. Mal sehen wie ich mich entscheide.

Die Stadt Aachen hat heute Anzeige gegen Ex-Alemannia Geschäftsführer Frithjof Kraemer eingereicht. Der Vorwurf lautet Betrug. Bei der im Mai vorgelegten Dokumenten zur Stadionumfinanzierung wurde ja, wie nun bekannt ist, mit falschen Zahlen operiert. Alleine als einer der Hauptgläubiger muss die Stadt Aachen so handeln und behält sich vor auch gegen Vorstandsmitglieder Anzeige zu erstatten. Denn das dort mit „krimineller Energie“ gearbeitet wurde steht ja nun seit feststehen der Insolvenz außer Frage. Auch der Deutsche Fussball Bund (DFB) prüft eine Anzeige gegen Kraemer, da bei der Lizenzvergabe anscheinend auch „getrixt“ wurde. Bedauerlich ist mittlerweile auch das von unseren Vereinsoberen bislang kein Wort an die Fans gerichtet wurde. Die einzigen Personen die Reden sind Rechtsanwalt Michael Mönig und Holger Voskuhle, die damit mehr als deutlich machen wer zur Zeit das Zepter am Tivoli schwingt. Das der Verein vor die Wand gefahren wurde ist eine Sache, die schweigsame Teilnahmslosigkeit von unserem Präsidenten und Aufsichtsrat Vorsitzenden eine andere. Wie soll da Vertrauen zurückgewonnen werden, wie sollen da Sponsoren mit ins sinkende Boot geholt werden? Michael Mönig ist froh das man die Planinsolvenz nun angehen kann, sofern das Gericht zustimmt. Trotzdem mahnt er weiter an das weitere Gelder zur Rettung Alemannia Aachen nötig sind. Dies sollen durch weitere Benefizspiele und weiteren Sponsoren geschehen. Gespräche laufen, auch dahingehend wie die finanzielle Situation in der Regionalliga aussehen könnte.

Im Winter, wenn das Transferfenster geöffnet wird, werden viele Profis die Alemannia verlassen. Einigen Profis wird sogar eine Abfindung zustehen, da die Verträge aufgelöst werden im besten Fall um sie von der Gehaltsliste runterzubekommen. Denn als gefühlter Regionalligist wird man die 3 Liga Gehälter nicht mehr bezahlen können. Bis zum Januar werden sie Insolvenzgeld erhalten, und danach gibt es nur noch das ganz schmale Programm. Kapitän Albert Streit geht zumindest als Vorreiter ran und will bei einem möglichen Wechsel auf die Abfindung verzichten. Dabei hofft er das es ihm andere Profis gleichtun. Respektabel, und um ihm wird es mir am leisten leid tun das wir ihn auf diese Art und Weise verlieren. Mit ganz anderen Zielen wollte man etwas abbauen, nun steht der Verein vor dem Scherbenhaufen. Ab der Rückrunde im Januar wird so eine verbesserte U23 die restlichen Liga Spiele absolvieren. Das ruft wiederum die vier direkten Gegner bis Jahresende auf dem Plan von Wettbewerbsverzerrung zu reden. Denn die Mannschaften aus Osnabrück, Bielefeld, Burghausen und Saarbrücken werden noch gegen die jetzigen Profis antreten. So Verständlich es auch sein mag aus Sicht der Gegner, aber persönlich glaube ich das die kommende U23 motivierter zu Werke gehen wird als unsere jetzigen Profis. Wenn man sich die aktuelle Tabelle anschaut wird von alleine feststellen das es da mit Wettbewerbsverzerrung weit her geholt ist.

2 Pings

  1. Albert Streit verläßt Alemannia Richtung Viktoria Köln » Die Kartoffelkäfer

    […] aufzubauen die in der kommende Saison wahrscheinlich in der Regionalliga West starten wird (ich berichtete davon). Nachdem die Alemannia Spieler seit November Insolvenzgeld erhalten sah der Plan von […]

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