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Okt 09 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia´s gefühlte Niederlage plus die gefühlte Insolvenz

Nach dem Auswärtssieg gegen den Chemnitzer FC (2:1) wollte man unbedingt im Heimspiel gegen Darmstadt 98 nachlegen. Doch trotz optischer und spielerischer Überlegenheit kam man nur zu einem mageren 1:1 Unentschieden, das gefühlt einer Niederlage gleichkam. Mit einem „Traumtor“ brachte Denis Pozder die Alemannia auf Kurs zum 1:0. Doch eine einzige Unaufmerksamkeit, bei der einzigen Chance der Darmstädter, langte um den sicher geglaubten Sieg noch aus den Händen zu geben. Alemannia tritt tabellarisch auf der Stelle und hadert mit den „Klöpsen“ die die jeweiligen Gegner gnadenlos ausnutzen. Sich selbst belohnt man dagegen zu selten, zu viele Chancen werden arglos liegengelassen. Die Gegner am Tivoli brauchen keine gute Taktik um gegen unsere schwarzgelben zum Erfolg zu kommen. Man igelt sich Defensiv ein und wartet auf die vielleicht einzige Chance die man Dank des „individuellen“ Fehlers geliefert bekommt. Und das macht unsere Defensivabteilung in schöner Regelmäßigkeit gerne. Spielerisch kommt man stark verbessert daher seitdem René van Eck das Kommando übernommen hat. Aber unter dem Strich ist der Ertrag zu wenig für die eigentlichen Ansprüche des Teams. Gerne hört man wieder dass man zu stark sei um in unteren Tabellenregionen rumzuhampeln. Das sind Worte die man schon aus der letzte Saison her kannte, und die unweigerlich in den Abstieg aus der zweiten Liga mündeten.

 

Soweit wird es sportlich hoffentlich nicht kommen. Aber langsam entwickelt man einen Heimkomplex und kann gegen defensiv eingestellte Mannschaft wenig ausrichten. Trotz einer Überlegenheit im Spiel waren die wirklichen 100% Chancen spärlich. Ein Kunstschuss von Denis Pozder vom Strafraumeck besorgte das umjubelte 1:0. Auch danach war Alemannia näher am 2:0 als Darmstadt dem Alemannia Tor. Doch ausgerechnet Denis Pozder konnte die leichteste Chance nicht verwerten und hämmerte den Ball über die Querlatte. Wie die alte Fußball Weisheit nun mal so ist rächte sich das sofort. Im Gegenzug kamen die Darmstädter bis in den Strafraum, ein wenig rumgestochert und Dank der Alemannia Abwehr war der Ball dann irgendwie über Linie zum 1:1. Darmstadt freute sich und konnte es selbst nicht fassen das man mit der allerersten Chance gleich das Tor traf. Nun wurde es auf beiden Seiten munterer und jeder wollte nun unbedingt den Sieg. Am Ende blieb es aber beim 1:1 der Darmstadt wie ein „Dreier“ vorkam und unserer Alemannia die „gefühlte“ Niederlage einbrachte. Nun muss man sich in der Länderspielpause neu zusammenreißen ehe es in zwei Wochen beim Mitabsteiger Hansa Rostock weitergeht. Deren Trainerwechsel hat unterdessen mehr als gefluppt. Vier Siege, eine Niederlage. Es erwartet die Alemannia also wieder eine ganz besondere Aufgabe im Osten. Eine weitere Niederlage kann man sich schon fast nicht mehr leisten.

 

Als man Dienstagmorgen die Aachener Zeitung (AZ) aufschlug versprach es einem wieder einmal die Sprache. Alemannia fehlen aktuell um die eine Millionen Euro. Alemannia Geschäftsführer Frithjof Kraemer hält sich wie immer bedeckt und verweist darauf das es nichts mit der Stadionfinanzierung zu tun. Eher mit den drei Trainerentlassungen aus der letzten Spielzeit, die Punktprämienausschüttung an die Mannschaft und den weniger eingenommen TV Geldern. So belief sich der Minusbetrag laut der AZ Recherche auf knapp 800.000 Euro. Aktuell wird im Alemannia Geldbeutel ein Fehlbetrag von einem sechsstelligen Betrag ausgewiesen, nimmt man die Entlassung des Trainergespanns (Aussem, Burlet und Spillmann) plus die Gehälter von den Neuverpflichtungen Christian Weber und Norikazu Murakami hinzu dann kann man sich jenen Fehlbetrag erklären. Trotz guter Zuschauereinnahmen musste man das dicke Päckchen von 800.000 Euro mitnehmen aus der alten Saison, und das würgt nun aktuell stramm am Hals der Alemannia. Man fragt sich ja unwissender Fan wie man denn diesen Fehlbetrag, der ja nun nicht urplötzlich aufgetaucht ist, nicht in die aktuelle Etatplanung einbinden konnte? War man wieder so blauäugig zu glauben „et hätt schon immer jott jejange“? Geschäftsführer Frithjof Kraemer machte es noch an fehlenden Transfererlösen fest wo kein Geld generiert werden konnte. Nun, er hätte wissen müssen das kein Spieler aus dem letzten Jahr einen gültigen Vertrag besaß und so alle ablösefrei den Verein verlassen konnten. Das ist ziemlich blauäugig nun diesem Geld nachzujammern. Frithjof Kraemer, immer wieder Frithjof Kraemer. Der Mann für die Finanzen hat anscheinend selber den Durchblick verloren. Man verschleiert, Kommentiert nichts und wartet nun wieder auf externe Sponsoren die das Finanzloch schließen sollen. Die ganzen Verfehlungen, man weiß gar nicht wo man anfangen und aufhören soll, müssen nun dringend beendet werden. Die schützende Hand über ihn muss langsam Härte zeigen und den Wunsch der Fans nach einer vorzeitigen Trennung nachkommen. So kann es jedenfalls nicht mehr weitergehen, denn die Finanzplanungen mutieren unweigerlich zu einem Hütchenspieler Trick. Wahrscheinlich ist die momentane Finanzlage auch nur die Spitze des Eisbergs, und das dicke Ende steht uns noch bevor. Wenn wirklich mal ein neuer Geschäftsführer für Finanzen eingestellt ist, und dieser das 1×1 sicher beherrscht, werden wir wohl noch alle mit den Ohren schlackern was uns dann für Zahlen präsentiert wird. Die Stadt Aachen, die der Umfinanzierung des Stadions geholfen hat, sitzt selber mit im Aufsichtsrat der Alemannia. Auch diese müssen sich langsam veralbert vorkommen wenn sie nun diese neuen Zahlen lesen. Alle die, die sich damals im Stadtrat gegen eine Hilfe für Alemannia ausgesprochen haben, sehen sich nun bestätigt. Und diejenigen, die der Alemannia helfen wollten sind nun ent- und getäuscht. Die Führungsspitze von Oben bis zu den Gremien nach unten muss dringend ausgetauscht werden. Es müssen nun Leute ran die sich weniger um ihre Posten sorgen machen sondern denen die Alemannia am Herzen liegt. Die Eitelkeiten, die schon seit Monaten innerhalb und außerhalb der Alemannia GmbH ausgefochten werden, müssen abgestellt werden. Das wird aber nur gehen wenn man einen dicken Strich unter den handelnden Leuten setzt. Ein Neuaufbau von innen mit der nötigen Transparenz und einem Konzept das nicht nach drei Monaten schon auseinanderfällt wie ein Wattetürmchen. Es macht Sinn eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen und alle Kandidaten auf dem Prüfstand zu stellen.