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Sep 19 2012

Kartoffelkaefer

Zu Gast bei Freunden – René van Eck im IG Fanhaus

Alemannia Coach René van Eck lud ein zum Fanabend im Werner-Fuchs-Haus, die Heimat der IG Alemannia Fans. Nach guter Tradition lädt nun der Gast ein, denn nach den schlechten Erfahrungen aus den letzten Besuchen (kurz nachdem Trainer oder Sportdirektoren zu Gast im Fanhaus waren, wurden deren Tätigkeiten kurze Zeit später beendet) wollte man diesen „Fluch“ beenden. Die Neugierde bei den Fans war groß, so dass das Werner-Fuchs-Haus proppenvoll war. Unser Coach kam nicht alleine sondern brachte auch unseren neuen Torwart Trainer Stephan Straub mit. Damit nicht genug war auch der kurzfristig neu eingestellte Co-Trainer Sebastian Hahn dabei, quasi von der Unterschrift am Tivoli direkt zum Werner-Fuchs-Haus. Stephan Straub ist ja nun kein unbekannter, denn acht Jahre lang stand er im Dienste der Alemannia im Tor (2001-2009). So kam er quasi „nach Hause“ und begrüßte alle Anwesenden mit Handschlag. Nachdem auch das Trainer Gespann eintraf ging es nach der Einleitung von IG Vorstandchef „Didi“ Lübbers, der wie immer souverän durch den Abend moderierte, los.

 

Torwart Trainer Stephan Straub

Anders als beim letzten Treffen von Uwe Scherr traute sich irgendwie keiner sofort eine Frage zu stellen. Ob es an der imposanten Erscheinung unseres Trainers lag? Jedenfalls stellte dann der IG Vorstand Chef die erste Frage an Stephan Straub wie denn der Kontakt wieder hergestellt wurde zur Alemannia. So erfuhren die Fans das er einen Anruf von Uwe Scherr bekam der ihn fragte ob er nicht aushelfen könne, da man ja gerade das komplette Trainerteam beurlaubt hätte. Da er zu dieser Zeit Torwart Trainer beim Bezirksligisten Concordia Oidtweiler war, musste er nicht lange überlegen und sagte zu. Schon kurze Zeit später fragte Uwe Scherr ob er sich vorstellen könnte längerfristig bei Alemannia zu bleiben. Nachdem er diese Frage mit seiner Familie geklärt hatte sagte er zu, da es auch für eine große Chance wäre. Auf einer Fanfrage, warum denn Tim Krumpen besser ist als Michael Melka, antwortete Stephan das Tim Krumpen bei den „schweren“ Bällen im Training den besseren Eindruck hinterlassen hat. Auf die Nachfrage das er (Tim Krumpen) ja Schwächen bei der Strafraumbeherrschung hat, verwies er darauf das jeder Torwart Stärken und Schwächen hat. So war es damals auch beim ihm und Thorsten Stuckmann, der in der Luft besser war als auf der Linie. Nach diesen Kriterien hätte er René van der Eck die Empfehlung gegeben für das Spiel gegen die SpVgg Unterhaching. Zudem sagte er noch das Michael Melka noch hinter Mark Flekken auf Rang 3 liegt, das aber damit geschuldet ist das er in der Vorbereitung sich eine Verletzung zuzog und dies “ tödlich“ wäre für einen Torwart. Die Vorbereitung ist die wichtigste Phase die man nur schwer aufholen kann. An unserem Coach René van Eck wurde die Frage gestellt wie es sein könnte das die Ersatzspieler beim Warmmachen dies nur halbherzig tun und dabei auch noch lachen. Ob den Spielern angesichts der sportlichen Lage nicht der nötige Ernst dazu fehlt. Unser Coach stimmte dem zu und machte deutlich dass unter anderem ein Spieler nun für ein Woche zu der U23 „verbannt“ wurde. Er erwartet dass die Spieler alle an einem Strang ziehen, wer davon ausschert hat nichts in der Profimannschaft verloren, und das galt gerade für jene Einwechselspieler. Dies habe er dem Spieler auch so mitgeteilt, und nun liegt es an ihm selbst durch gute Leistung wieder in die erste Mannschaft zurückzukehren. Ebenso begründete er die Aufstellung von Freddy Borg, der im Training den besseren Eindruck hinterließ als Denis Pozder. Er hätte die Mannschaft nach den Eindrücken aus dem einwöchigen Training aufgeboten, so auch das Christian Weber als rechter Verteidiger fungierte statt auf der „6er“ Position. Dort fand sich Kai Schwertfeger wieder, der aufgrund seiner läuferischen starken Spielweise die Alternative gewesen ist.

 

Alemannia Coach René van Eck

Unser Ex-PräsidentHorst Heinrichs fragte nach warum ein Thomas Stehle in der Abwehr stand, der zwar in der Spielöffnung besser ist als Seyi Olajengbesi, aber läuferisch langsamer ist. Auch hier begründete unser Coach das er dies für dieses Spiel so entschieden hätte, da man Unterhaching mit schnellen Spiel nach vorne unter Druck setzen wollte. René van Eck erzählte dann noch ein wenig aus seiner Vergangenheit als Spieler und das er fast mal bei Feyenoord Rotterdam gelandet wäre. Nach seinem Karriereende als Spieler hatte er den Wunsch einmal einen Marathon zu laufen und einmal im Ring zu stehen (er fand die Sportart Kickboxen interessant). Den Marathon hatte er noch absolviert, aber eine Woche bevor in den Ring gestiegen wäre kam das Angebot des Trainerjobs bei Carl Zeiss Jena. Er fand dann die Schlagzeile der Bildzeitung interessant „Jena bekommt einen Kickboxer als Trainer“, was ihm dort schon gehörigen Respekt eingebracht hätte. Unser neuer Co-Trainer Sebastian Hahn stellte sich auch kurz vor, als gebürtiger Rostocker war er als Spieler für Bayer Uerdingen, Hansa Rostock und Rot Weiß Essen aktiv. Zuletzt betreute er bei Schalke die U13 und das dortige Nachwuchsleistungszentrum. So war er kein unbekannter für unseren Sportdirektor Uwe Scheer, der ihn aus gemeinsamen Schalker Zeiten her kannte und ihn nach Aachen lotste. Er hat dieselbe Philosophie vom offensiven Spiel wie unser Coach, und man würde sich gut ergänzen. Seine Ideen würde er künftig einbringen, aber diese unter vier Augen mit René van Eck besprechen den er ebenfalls schon lange kennt. Auf die Frage ob er nicht von Schalke 04 die Ex-Alemannen Lewis Holtby und Marco Höger nach Alemannia lotsen könnte, lächelte er nur uns meinte „das wird wohl nicht so einfach werden“.

 

Neuer Co-Trainer – Sebastian Hahn

Zu dem letzten Spiel gegen Unterhaching gab es natürlich eine Menge Fragen an René van Eck, so zum Beispiel warum er Freddy Borg aufgeboten hatte im Sturm der mehr auf dem Boden lag und dem jede Menge Bälle versprangen. Diese Kritik ließ unser Coach nicht zu, man könne nicht alles an Borg festmachen denn auch andere Spieler hätten nicht die Chancen zum Tor genutzt im Spiel. Dass ihm die Bälle versprangen hat auch er beobachtet, aber das hat auch was mit Selbstvertrauen zu tun welches den Spielern fehlt. Und wenn man im Training kein Erfolgserlebnis hat, weil man keine Torschussübungen macht, dann würde halt so was dabei herauskommen. Generell stellte er fest, nach dem Laktattest vor zwei Wochen, das die Mannschaft insgesamt nicht die Power aufbringen die er fordert im Spiel. „Und wenn du dann nach dem 1:1 drei Minuten später erneut zurückliegst, wird es ganz schwer“ so unser Coach. Er hatte noch vorgehabt Sascha Herröder zu bringen, quasi als Brecher im Sturm. Doch nach dem 1:3 wäre dieser Plan wieder verworfen worden. Befragt nach den Zielen mit der Mannschaft wollte er sich nicht festlegen, das würde nichts bringen zu diesem Zeitpunkt. Diese leidige Erfahrung habe er in Jena machen müssen, wo er nach Differenzen mit dem Vorstand seine Sachen gepackt hat. Die Mannschaft hätte schon genügend Potenzial, aber die langwierigen Verletzungen von Sascha Rösler (halbes Jahr Ausfall) und Aimen Demai (der wohl genauso lange ausfallen wird) könne man nicht einfach so kompensieren. Er würde zwar junge Spieler einbauen, aber diese brauchen Zeit da sie nicht die enorme Erfahrung mitbringen könnten. So müsste man dann halt verstärkt auf die U23 und U19 zurückgreifen, wo es aber auch einige interessante Talente gibt. So zum Beispiel der im Profikader berufene U19 Spieler Maciej Szewczyk, der im Training gute Leistungen zeigte und dafür noch vier Minuten eingesetzt wurde gegen Unterhaching. Auf die Frage warum unser Kapitän Albert Streit nicht mittrainierte am heutigen Tag, sagte er dass unser Kapitän kleinere Probleme am Knie hätte und dies beim Arzt untersucht werden sollte als Vorsichtsmaßnahme. Er würde sich schon länger damit rumplagen, aber wäre sicher dass er kommenden Samstag gegen Babelsberg wieder fit genug ist. Im Training befindet sich zurzeit der japanischer Gastspieler Norikazu Murakami der nicht nur nach Meinung der Fans einen guten Eindruck hinterließ. Er würde als zentraler Mittelfeldspieler oder auf der linken Außenbahn eine Alternative darstellen. In den kommenden Tagen würde man darüber nachdenken ob man ihn nicht unter Vertrag nimmt.

 

Es war ein netter Abend mit unserem neuen Trainergespann, und man merkte welch feinen Humor unser neuer Coach besitzt. Das sein Erscheinungsbild „beeindruckend“ ist wolle er nicht leugnen, aber hinter der Fassade steckt ein angenehmer Mensch der mit seiner Art ganz gut zur Alemannia passt. Er will und wird seine Arbeit tun und sich auch nicht von Gremien hereinreden lassen. Man kann als Fan nur hoffen dass er ein besseres Händchen hat als seine Vorgänger, und Alemannia endlich mal einen Trainer hat der länger am Tivoli bleibt. Nach gut anderthalb Stunden war der Fanabend beendet, und man konnte noch das ein oder andere Wort persönlich mit den dreien wechseln.

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