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Sep 17 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia – Eine Halbzeit ist nicht genug

Am Ende tanzten die Hachinger mit ihren 20 mitgereisten Fans

Trotz neuen Trainers bleibt Alemannia weiterhin ausserhalb der Erfolgsspur. War man in der ersten Halbzeit in fast allen Belangen überlegen konnte man kein Kapital in Form von Toren daraus schlagen. Auch der Anfang der zweiten Halbzeit sah gut aus ehe ein kapitaler Fehler die Hachinger Führung ermöglichte. Die einzige Konstante in der Saison hatte bei unserer Alemannia wieder zugeschlagen, man lief einem Rückstand hinterher. Doch der Rückstand wirkte nur kurz, Marcel Heller überwand Haching Keeper Riederer mit einem feinen Heber ins lange Eck zum 1:1. Nun war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit wann man in Führung ging, doch wieder einmal zerstörte man sich selbst die Hoffnung durch einen individuellen Fehler. Ein zweifelhafter Freistoß segelte in den Aachener Strafraum, die Abwehr konnte den Ball nicht konsequent klären, und Hachings Hummels sagte „Dankeschön“ und markierte das 1:2. Nun war die Moral gebrochen, die hohe Laufbereitschaft zollte ihren Tribut und Alemannia fiel wieder zurück in der Spielweise die man nicht mehr zuhause zeigen wollte. Der Spielaufbau verlief schleppend, die Bälle nach vorne kaum mehr gefährlich. Thomas Stehle mit einem kleinen Flugkopfball hatte noch die beste Chance, Kai Schwertfergers Kopfball wurde am kurzen Pfosten geklärt. Der Kopf war nun leer und die Beine schwer, Unterhaching nutzte dies beim Kontern aus und machte mit dem 1:3 den Sack zu. Unter dem Strich eine unglückliche Niederlage, aber wer aus 4 Chancen drei Tore erzielt hat alles richtig gemacht. Alemannia hingegen zeigte die weiter vorhandenen Schwächen in der Defensive und im Sturm. Die besten Chancen wurden nicht genutzt, vorne fehlt einfach jemand der die „Pille“ einfach mal ins Netz haut.

 

Noch viel Arbeit für unseren neuen Coach René van Eck

Die Handschrift des neuen Trainers René van Eck war gegen Unterhaching zu erkennen. Das trainierte Pressing wurde bei Anpfiff umgesetzt und so wurden die „kleinen Münchner“ direkt im Aufbauspiel gestört und waren selten mal in der Aachener Hälfte zu sehen. Deren Maxime schien auch erst mal die Beschränkung auf eine sichere Defensive sein. Dagegen zeigten unsere schwarzgelben dass sie mit dem neuen taktischen System des 4-3-3 bestens zurecht kamen. Im Mittelfeld war man präsenter, die Balleroberungen führten zu zügigen Angriffszügen. Eine hohe Laufbereitschaft ließ den Hachingern kaum Luft zum Atmen, dennoch dauerte es bis die ersten ernsthaften Chancen der Alemannia herausgespielt wurden. Kapitän Albert Streit versuchte es aus spitzem Winkel, Robert Leipertz schoss aus guter Position über das Tor. Auch der Fernschuss von Timo Brauer segelte nur knapp über die Querlatte. Dass es um die Nervenstärke der Alemannia nicht gut bestellt ist zeigte dann eindrucksvoll die nächste Szene. Hachings Abwehr verlor schlampig den Ballvor dem 16er an Freddy Borg, der direkt Albert Streit einsetzte. Doch auch unser Kapitän wusste keine Lösung und schob den Ball wieder zu Borg der aber nur noch die zurückeilenden Hachinger Abwehrspieler in die Füße schießen konnte. Eine sehr gute Chance die leichtfertig vertan wurde. Die „umgebaute“ Alemannia (für Seyi Olajengbesi, Sascha Herröder, Florian Müller und den verletzten Timmy Thiele liefen Thomas Stehle, Neuzugang Christian Weber, Freddy Borg und Robert Leipertz) zeigte die optische Überlegenheit, konnte aber kein Kapital daraus schlagen. So blieb es bei einem mageren 0:0 zur Halbzeit.

 

Die Karlsbande ist weiterhin „unerwünscht“

Beide Teams hatten sich wohl noch mehr vorgenommen in der Offensive etwas zu zeigen. Auch die Hachinger fassten nun den Mut und waren nun spielfreudiger und aggressiver. Dass sie ein gut eingespieltes Team sind, vor allem nach dem Verlust ihres „Stars“ Sascha Bigalke, zeigten sie im Ausnutzen der allerersten Chance. Als Alemannia in der Vorwärtsbewegung war vertändelte Timo Brauer im Mittelfeld den Ball. Die Hachinger schalten sofort um, ein kluger Pass nach vorne und Markus Willsch umkurvte Tim krumpen und schoss den Ball ins leere Tor zum 0:1 ein. Zu diesem Zeitpunkt hätte niemand damit gerechnet das Unterhaching überhaupt ein Tor erzielen würde. Alemannia schüttelte sich kurz und Timo Brauer, der maßgeblich das Gegentor verschuldete, spielte den Ball auf die rechte Seite wo Marcel Heller der seinem Gegenspieler enteilt war. Mit einem schönen Heber ins lange Eck überwand er Gästekeeper Riederer zum 1:1. Nun brodelte der Tivoli das der Knoten geplatzt war und Alemannia machte nun weiter Druck. Der eingewechselte Oguzhan Kefkir verursachte einen Freistoß auf der rechten Seite, mit Folgen. Der Ball segelte im Aachener Strafraum und wurde nicht konsequent geklärt. Jonas Hummels nahm das Gastgeschenk dankbar an und markierte das 1:2. Nun war man fassungslos das zwei Chancen ausreichten für zwei Tore. Alemannia´s Moral und Kampfkraft war nun gebrochen, nun klappte es nicht mehr mit dem druckvollen Spiel und die „alten“ Fehler schlichen sich wieder ein im Aufbauspiel. Die halbwegs besten Chancen hatten noch Kai Schwertfeger mit einem Kopfball, der aber am kurzen Pfosten geklärt wurde, und Thomas Stehle der es ebenfalls per Kopfhechtsprung probierte. Doch die Beine wurden nun schwerer, in der Offensive konnte der Ball nicht mehr gehalten werden. Als man zu weit aufrückte nahmen die Hachinger das Angebot an und konterten blitzschnell. Florian Niederlechner besiegelte Alemannia´s Heimniederlage mit dem 1:3 kurz vor Schluss. Obwohl man über weite Strecken ein gutes Spiel unserer Alemannia gesehen hatte, unser Trainer René van Eck hat sehr viel Arbeit vor sich. Die wiedermal durchrotierte Abwehr macht zu einfache Fehler, vorne im Sturm ist Freddy Borg zu isoliert und leistet sich zu viele kleinere Fehler. Auch wenn er diesmal läuferisch verbessert war, die Kaltschnäuzigkeit einfach mal auf das Tor zu schießen ließ er nicht erkennen. Warum unser Trainer Denis Pozder keine Chance gab wird wohl sein Geheimnis bleiben, nach dem 1:2 hätte er ein wenig mehr Mut beweisen sollen und Borg vom Feld nehmen müssen. Nun muss aber langsam die Wende eingeleitet werden in den Spielen beim SV Babelsberg und das kommende Heimspiel gegen Preußen Münster. Sollte da nichts zählbares herauskommen….dann wird das Eintreten wovon nur die kühnsten Pessimisten vor der Saison gesprochen haben. Wieder einmal der Kampf gegen den Abstieg statt um den (Wieder)Aufstieg.

 

Nebenbei, ohne eine offizielle Erklärung der Alemannia, ist anscheinend die Nordtribüne sponsorenmäßig vergeben. Ich staunte nicht schlecht als ich überall „Hellmich“ lesen musste entlang der Tribüne. Zur Erinnerung, Hellmich hat u.a. den neuen Tivoli gebaut und sich bis vor kurzem noch eine Auseinandersetzung mit der Alemannia geliefert über die Kosten. Trotz Baumängel, und dem ganzen Hickhack rund um das Stadion stimmte Hellmich zu bei der Tivoli Umfinanzierung. Vielleicht war das der „Preis“ ?

 

Alemannia Aachen:
Krumpen, Baumgärtel, Schwertfeger (90. Szewczyk), Erb, Stehle, Brauer (78. Müller), Streit, Leipertz (66. Kefkir), Weber, Heller,Borg
 
Tore:
0:1 Willsch (57.), 1:1 Heller (64.), 1:2 Hummels (71.), 1:3 Niederlechner (86.)
 
Zuschauer: 11.902