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Sep 03 2012

Kartoffelkaefer

Ralf Aussem muss gehen – Possenspiel hat ein Ende

Nach 8 Spielen wurde Coach Ralf Aussem beurlaubt mit seinem Trainerstab.

Über die erneute Niederlage bei den Stuttgarter Kickers (3:1), und das teils desolate Auftreten der Mannschaft muss man nicht viele Worte verlieren. Unsere schwarzgelben scheinen sich seit Saisonbeginn zurückentwickelt zu haben. Es funktioniert kaum noch was auf dem Platz, dafür werden die einzelnen Ausfallerscheinungen bei den Spielern signifikant immer größer. Wie schon in den Spielen zuvor gelingt Alemannia kaum noch etwas auf dem Platz, individuelle Fehler, miserables Passspiel und ein mühsames Umschaltspiel (wenn es denn überhaupt stattfindet). Da muss dann ein Eigentor des Gastgebers herhalten um zumindest kurzzeitig die Hoffnung im Spiel hochzuhalten. Der kurzeitige Ruck durch die Mannschaft schaffte zumindest noch einen Pfostentreffer, ehe man wieder in die allübliche Lethargie zurückfiel und dem Gegner Raum und Spiel eröffnete. Alles was man sich laut den Spielern in den Trainingswochen erarbeitet, findet kaum den Weg ins Pflichtspiel. Da passen dann auch irgendwie nicht mehr die „Stimmen nach dem Spiel“ zusammen. Ein Albert Streit ist seit Wochen sauer, legt den Finger in die Wunde und erzürnt sich das dieses Spiel samt Tabellenplatz nicht sein Anspruch ist. Die anderen Spieler verlieren sich in wöchentlichen Phrasen das man besser spielen muss und nicht immer in Rückstand gerät. Unser Coach Ralf Aussem hingegen spricht selbiges aus mit stetigem Versuch die Fehler abzustellen. Gelungen ist das nicht. Ebenso nicht das Anweisungen in den Halbzeitpausen, die mehr oder weniger auf tauben Ohren stoßen und gar nicht umgesetzt werden von den Spielern. Nach der großen Euphorie Welle zum Saisonstart ist nun bittere Ernüchterung eingekehrt im Alemannia Umfeld. Die Mannschaft präsentiert sich an der Grenze zum desolaten Spiel, individuelle Fehler eines jeden einzelnen im Spielaufbau und der Angriff ist so harmlos wie ein zahnloser Tiger. Keine Überraschende Momente die den Gegner erschrecken würde. Im Gegenteil, der Gegner ist häufig läuferisch, kämpferisch und spielerisch überlegen (ungeachtet dessen Tabellenstand). So kann es nicht weitergehen.

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Co-Trainer Michael Burlet wurde ebenfalls beurlaubt

Samstag Abend auf der WDR Lokalzeit, kurz nach dem Wetterbericht, wurde eine „Eil-Meldung“ platziert. Die Moderatorin verkündete das quasi das Ende von Ralf Aussem als Cheftrainer, Jugendtrainer Reiner Plaßhenrich sollte ab Montag das Training leiten. Was sich nun gerade im Alemannia Forum abspielte muss nicht erwähnt werden. Jedenfalls konnte sich diese kleine Meldung 24 Stunden halten ehe sie von Alemannia-Pressesprecher Andre Schäfer „halbherzig“ dementiert wurde mit dem Worten „Wir legen großen Wert auf die Feststellung, dass hier noch niemand entlassen ist“. Dieses kleine Zitat ließ eine Menge Spielraum, denn mit dem „noch“ könnte ja auch der Montag gemeint sein wenn die Gremien sich beraten haben. Während Alemannia Sportdirektor Uwe Scherr nichts sagen wollte nach dem Spiel bei den Stuttgarter Kickers, schwiegen auch andere Offizielle außer jener der die „Entlassungsmeldung“ dem WDR zusteckte. Kurz nach der Presseerklärung verschwand aus der WDR Mediathek der Lokalzeitbeitrag und kam in gekürzter Form wieder. Diesmal allerdings ohne die besagte „Eil-Meldung“ nach dem Wetterbericht. Während Ralf Aussem am Sonntag die Mannschaft trainierte hatte er eine ganz eigene Meinung zu dem Thema. So etwas kann nur von „oben“ lanciert worden sein. Also da ist er anscheinend wieder, der Maulwurf der seit 2008 unregelmäßig sein Unwesen treibt am Tivoli. Alles in allem ein Possenspiel am Wochenende, wo sich niemand der Alemannia Obrigen dazu bewegen ließ dieses „Gerücht“ oder was auch immer umgehend zu dementieren, und zwar so dass es eindeutig ist und keinen weiteren Spielraum für Spekulationen lässt.

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Auch Torwart Trainer Hans Spillmann muss gehen

Die Spekulation sollte sich dann am Montag bewahrheiten. Um 14 Uhr lud die Alemannia zu einer Pressekonferenz ein. Nun wusste wohl jeder was kommen würde und was dann auch kam. Ralf Aussem, Co-Trainer Michael Burlet und Torwart Trainer Hans Spillmann wurden mit sofortiger Wirkung Beurlaubt. Sportdirektor Uwe Scherr machte dies natürlich an den bisherigen Spielen fest, nach 10 Punkten aus 8 Spielen war dies eindeutig zu wenig. Nebenbei war die gezeigte Leistung seit dem dritten Spieltag auch immer kontinuierlich schlechter geworden. Mitverantwortlich für die prikäre Situation ist auch der Kampf innerhalb der Gremien und nicht zuletzt die Fan-Auseinandersetzung untereinander. Wer nun Nachfolger werden würde stand noch nicht zur Debatte, die Pressekonferenz endete mit den Worten von Uwe Scherr: „Wir müssen jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen und versuchen, gemeinsam das Beste für die Alemannia herauszuholen“.
Ole Klömpchensklub, das war wieder eine Meisterleistung vom gesamten Wochenende. Angefangen von einer Eilmeldung, halbherziger Presseerklärung bis hin zum finalen Ende. Schöner und besser hätte man es sich kaum aus dem Kopf ausdenken können. Das Ralf Aussem nach diesem Wochenende nicht mehr haltbar sein würde war klar, aber das „Wie“ ist wieder einmal exemplarisch für unseren Klub. Einerseits kann man die Entscheidung verstehen, denn die Spielweise wurde von Spiel zu Spiel immer grausamer, die taktischen Entscheidungen fanden offenensichtlich kein Gehör bei der Mannschaft. So konnte es auch nicht weitergehen, die Spieler droschen dieselben Phrasen Woche für Woche hinaus das es besser werden müsse. Kapitän Albert Streit hatte schon vor drei Wochen die Schnauze voll und monierte das sich jeder Spieler an die eigene Nase packen müsse. Die Euphorie ist nach gut einem Monat mehr als verflogen, Alemannia befindet sich sportlich im Niemandsland. Da hatte man sich mehr erhofft in und um den Tivoli. Und wie das so ist wird ein Trainer anhand seines Punktekontos der Tabelle beurteilt. Daneben kommt dann noch die teilweise desolate Vorstellung, wo selbst der Tabellenletzte am heimischen Tivoli einen besseren läuferischen Eindruck hinterließ. So war es dann schließlich auch kein Wunder das heute das unweigerliche Ende des Trainers Ralf Aussem eingeläutet wurde. Vielleicht war er auch einfach zu lieb und nett um mal mit der Faust auf dem Tisch zu schlagen. Denn seine Interviews, so bitter es auch ist, zeugten nicht gerade davon das es sich nochmal zum Besseren wenden könnte. Alles in allem ein unrühmliches Ende, und Alemannia erstrahlt wieder im Glanze des Klömpchensklub. Hell leuchtet der Stern, leider auf keiner Ebene innerhalb und außerhalb des Vereins.

2 Pings

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