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Aug 19 2012

Kartoffelkaefer

Der Favorit siegt – Alemannia schlägt sich achtbar

 

Die Pokalsensation blieb aus, der Favorit aus Mönchengladbach siegte in einem Hitzegefecht mit 2:0. Bei Temperaturen von 38 Grad im Aachener Tivoli war die Frage vor dem Spiel wem als erstes die Puste ausgehen würde. Vor 31.756 Zuschauern hielten unsere schwarzgelben lange das Spiel offen, dann aber siegte die individuelle Klasse eines Arango der den Ball ins lange Eck bugsierte zum 0:1. Alemannia warf nochmal alles in die Waagschale, aber den Temperaturen tributzollend war die große Brechstange nicht mehr auspackbar. In der Nachspielzeit kassierte man noch das 0:2 durch Nordveit, der wiederum von Arango nach einem Konter hervorragend bedient wurde. Trotzdem konnten die schwarzgelben und ihre Fans zufrieden sein mit dem Pokalfight bei hohen Temperaturen. Die vorher kolpotrierten Ergebnisse von nahezu 0:7 gegen einen Champions League Teilnehmer erfüllten sich nicht, es war doch für den Favoriten ein bisschen mehr Arbeit von Nöten im ersten richtigen Pflichtspiel nach der Sommerpause. Spieler des Tages war unumstritten auf Aachener Seite Torwart Tim Krumpen, der mit Paraden der Marke Weltklasse zweimal in aller höchste Not rettete gegen Luuk de Jong und Havard Nordtveit.

 

Bei Temperaturen von 35 Grad wussten nicht nur die Fans im Stadion was auf sie zukommen würde, auch die Spieler sollten mit ihrem Kräften haushalten. So vereinbarten beide Teams das es jeweils eine kleine Trinkhalbzeit in der ersten und zweiten Halbzeit nach 25. Minuten geben sollte. Selten im DFB Pokal, aber durchaus angebracht im Backofen Tivoli. Der Favorit aus Mönchengladbach, das Pokalspiel vor der Brust und Dynamo Kiew vor Augen, stand heute in seinem ersten Pflichtspiel gleich unter Zugzwang das man im DFB Pokal gegen den Drittligisten die Oberhand behält. Das Pokalderby zwischen beiden Teams war dieses Jahr weiter entfernt als sonst, während unsere Alemannia in der Drittenliga den Neustart versucht spielen die Borussen nach mehr als 16 Jahren wieder im Europapokal. Nach dem Totalausfall der Mannschaft gegen Kickers Offenbach musste man nun anders auftreten vor ausverkauften Haus. Mario Erb, für Thomas Stehle in die Innenverteidigung gerückt, sollte zusammen mit Seyi Olajengbesi ein besonderes Augenmerk bekommen. Die Abwehr war zuletzt das Sorgenkind unserer schwarzgelben, und auch im Sturm bedarf es noch genug Potenzial. Das wurde auch heute im Pokalspiel deutlich. Das beide Mannschaften erstmal den Schongang einlegten sollte sich nicht bewahrheiten. Während Alemannia die Defensive stärkte ließen die Gladbacher den Ball munter laufen. Schon nach drei Minuten hatte Gladbach die erste kleine Chance, doch Tim Krumpen packte sicher zu. Der Gast hatte den Ball unter Kontrolle, doch wohin damit? Spätestens im Strafraum war er wieder weg, weil unsere schwarzgelben sehr aufmerksam agierten nach hinten. Kleine Nadelstiche nach vorne blieben selten, auch unser Passspiel endete ins Nichts oder im Bein der Gladbacher Innenverteidgung. Beide Fanlager gaben ihr bestes bei den hohen Temperaturen, genauso wie die Akteure auf dem Platz. Das Alemannia sich nicht versteckte zeigte Albert Streit als er einen Freistoss schnell ausführte und Timmy Thiele von halbrechter Position auf das Tor schoss. Aber auch hier hatte Nationalkeeper ter Stegen keine Mühe den Ball zu parieren. Es wurde aber etwas bissiger in den Zweikämpfen, Sascha Rösler grätschte Arango von hinten und die Gelbe Karte gezückt. Schiedsrichter Zayer hatte nun einiges zu tun bei den hart geführten Duellen um den Ball. Arango hatte die beste Chance zur Führung für die Gäste als er einen Freistoss aus 17m knapp am linken Tordreieck vorbeizirkelte. Dann war Trinkhalbzeit, und die Spieler konnten sich kurz erfrischen. Alemannia zeigte weiterhin eine hohe Laufbereitschaft, die besseren Chancen erarbeiteten sich die Gladbacher kurz vor der Pause. Arango wurde ebenso kurz vor dem Schuss gestellt wie de Jong, der zulange zögerte vor Tim Krumpen und Fabian Baumgärtel das lange Bein ausfuhr und den Schuss blockte. Kurzer Schock als ein abgewehrter Ball von Tim Krumpen den Kopf von Mario Erb fand und dieser zurück zum eigenen Tor köpfte. Doch sah das ganze „gefährlicher“ aus als es dann wohl war. Auch Kefkir und Timmy Thiele zogen mit ihrerer Schnelligkeit in den Strafraum, aber dann verließ sie irgendwie der Mut und der Ball wurde verschenkt. Ein Tribut der jungen Alemannen das sie hier noch nicht so kaltschnäuzig sind. Die erste Hälfte war um, Alemannia hielt die Null.

 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war Alemannia spritziger und zielstrebiger im Gladbacher Strafraum. Nun zeigte man sich doch energischer im Angriff und Gladbachs Defensive hatte nun ihre liebe Mühe und Not. Daems verpsielte an der Grundlinie den Ball, Marcel Heller flankte scharf vor das Tor und Sascha Rösler bekam den Ball perfekt auf dem Kopf serviert. Doch leider köpfte er über, statt ins Tor. Nach dieser Phase übernahm Gladbach die Zügel und der Ball rollte über Arango, der Dreh und Angelpunkt bei den Gästen war, locker durch die eigenen Reihen. Tim Krumpen parierte mit einem Reflex den Schuss von De Camargo glänzend und hielt sein Team weiter im Spiel. Alemannia suchte die Chance während die Borussen weiterhin kein Durchkommen fanden. Einzig bei Standards waren sie brandgefährlich, Arango traf nach einem Freistoss nur den Pfosten. Als die zweite Trinkpause um war zeigte sich allerdings die hohe individuelle Qualität von Gladbachs Kader. Gladbachs Neueinkauf de Jong spielte den Ball durch die Beine von Mario Erb, Arango war durch und durch Seyi Olajengbesi nicht aufzuhalten. Mit einem platzierten Schuss ins lange Eck überwand er nun endlich Tim Krumpen zum 0:1 in der 70. Minute. Nun war klar das es ganz schwer werden würde für unsere Alemannen angesichts der Backofenhitze. Alemannia Coach Ralf Aussem reagiert und brachte alles Offensive zum Einsatz was man aufzubieten hatte. Denis Podzer, Freddy Borg und Sascha Marquet sollten das unmögliche noch möglich machen. Doch Alemannia lief zwar an gegen die Borussen Mauer, die sich nun auf das Kontern verlegten, und brachte nicht mehr die nötige Energie auf um den ganz großen Druck auszuüben. Gladbach nutzte einige Konter nicht aus, TIm Krumpen konnten abermals zeigen warum er die

Spieler des Tages, Torwart Tim Krumpen

Nummer 1 ist, ehe in der Nachspielzeit dann doch der letzte Konter saß. Aber Nordtveit musste schon zweimal schiessen um Tim Krumpen zu überwinden. So war der Drops gelutscht und Alemannia im Pokal ausgeschieden. Zwar enttäuscht aber mit erhobenen Kopf konnten die Alemannia Spieler sich feiern lassen von Fans. Man hatte lange das Spiel offen gehalten, aber mehr war einfach nicht drin gegen eine Mannschaft die im eruopäischen Fussball wieder Fuß fassen will. die Abwehr hielt sich diesmal gut, allerdings die Offensive war zu schwach um ernsthaft Gladbach gefährden zu können. Trotzdem überwiegt der positive Aspekt das man nach dem miserablen Spiel gegen Kickers Offenbach sich diesmal wieder so präsentierte wie man das gewohnt ist. Kampf, Leidenschaft, Bissigkeit. Die neuen Tugenden der Alemannia sehen sich gut an, aber an einigen Stellen muss noch gefeilt werden. Man konnte trotz Niederlage nicht enttäuscht nach Hause gehen.

 

Bilder vom Spiel gibt es wie immer hier:

 

Alemannia Aachen:
Krumpen, Baumgärtel, Schwertfeger, Erb, Olajengbesi, Brauer (83. Pozder), Kefkir, Streit, Rösler (75. Borg), Heller (80. Marquet), Thiele

Tore: 0:1 Arango (70.), 0:2 Nordtveit (90+2.)

Zuschauer: 31.756