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Aug 12 2012

Kartoffelkaefer

Willkommen in der Drittenliga – Alemannia verliert sein erstes Spiel

 

Auweia Alemannia, was war das denn gestern bitte? Die knapp 15.500 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen bei dem was unsere schwarzgelben gegen den Tabellenletzten aus Offenbach boten. Das war von sehr wenig bis garnichts, bereits nach 5 Minuten verlor man den Faden und fand ihn auch nicht mehr wieder. Das vermeindliche leichte Spiel sollte sich im Nachhinein als bittere Lehre herausstellen. Doch woran lag es das nahezu die komplette Mannschaft überhaupt nicht ins Spiel fand? Coach Ralf Aussen warnte über die Woche hinweg genug das der sieglose Tabellenletzte aus Offenbach nicht zu unterschätzen war. Dachte die Mannschaft das man es „mit halber Kraft“ über die Runden drehen kann oder war das DFB Pokalspiel gegen die Borussen aus Mönchengladbach (kommenden Samstag) bereits in den Hinterköpfen? Kollektiver Totalausfall einiger Spieler die nun wohl angekommen sind in der Drittenliga, nachdem sie vorher so gut gespielt haben. Vor allem Spieler wie Timmy Thiele, Marcel Heller, Kai Schwertfeger und Timo Brauer hatten ihre Formstärke wohl in der Kabine gelassen. Auch Kapitän Albert Streit gelang wenig, aber immerhin mühte er sich unermüdlich das Spiel anzutreiben und mit seinen scharfen Diagonalpässen in die Spitze für Gefahr zu sorgen. Die bisherige Stärke nach Standards verpuffte dagegen diesmal wirkungslos. Zum Ende hin blieb allernortes eine große Enttäuschung und Leere zurück. Coach Ralf Aussem analysierte es nüchtern, zu oft ist man bereits einen Rückstand hinterhergelaufen und diesmal blieb die große Kraftanstrengung aus. Man kann halt nicht immer mehr Tore schiessen als man kassiert. Erschreckend ist auch der Zustand unserer Abwehr, die trotz geballter Erfahrung allzu leicht ins schwimmen geriet in allen Spielen. Dazu ist auch der berüchtige „individuelle Fehler“ zurückgekehrt. Es wartet noch viel Arbeit auf unser Team, das aber auch durch solche Niederlagen gestärkt hervorgehen kann.

 

Wir haben heute verdient verloren. Das tut zwar weh, aber wir  müssen versuchen, damit klar zu kommen. Fortwährende Rückstände kannst du nicht immer aufholen, irgendwann geht es schief und genau das ist heute passiert. Wir werden die Fehler in den nächsten Tagen analysieren. Der Gegner war zwar in vielen Bereichen überlegen, dennoch müssen wir jetzt nicht alles schlecht reden und kritisieren, das wäre falsch (Alemannia Coach Ralf Aussem)

 

Nach dem Auswärtssieg gegen den 1. FC Saarbrücken sollte nun gegen die sieglosen Offenbacher Kickers der nächste Sieg erfolgen. Damit würde man tabellarisch ganz nach oben rücken, zumal es eine gute Generalprobe für das DFB Pokalspiell gegen Borussia Mönchengladbach wäre. Vor 15.298 Zuschauer kamen unsere schwarzgelben nur schwer in die Gänge, der angeschlagene Gast auf Offenbach hingegen war höchst motiviert. Trotz mehr Vorteile nutzen die Kickers gleich den ersten Fauxpass aus. Marc Stein enteilte Kristoffer Andersen, der für Fabian Baumgärtel in die Startelf rückte, und legte den Ball an der Grundlinie zurück zu Mathias Fetsch der ohne Mühe den Ball einschoss zum 0:1 nach fünf Minuten. Da hatte unser Keeper Tim Krumpen wenig Chancen dies zu verhindern, die Abwehr hingegen besaß diese ungenutze Chance. So früh im Rückstand lag man noch nie hinten, aber irgendwas war anders. Die optische Feldüberlegenheit blieb nur optisch, spielerisch lief wenig bis garnichts zusammen in der Folgezeit. Individuelle Passfehler, Stockfehler, Bälle die ohne Not ins Aus bugsiert wurden bestimmten das Spiel unserer schwarzgelben. Über die beiden Außenstürmer Marcel Heller und Timmy Thiele kam überhaupt nichts brauchbares vor dem gegnerischen Tor. Die Kickers hingegen machten das geschickt, mit schnellen Kombinationen durch das Mittelfeld stellten sie immer wieder die Alemannia Abwehr vor enormen Problemen. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Freddy Borg, als Kai Schwertfeger nach einer schönen Kombination über rechts durch war und den Ball scharf vor dem Tor flankte. Doch Freddy Borg bekam nicht genügend Druck hinter seinem Kopfball so das der Ball über das Tor ging. Offenbach kam immer besser ins Spiel und profitierte von den allzu leichten Ballverlusten der Alemannia. Wieder war es Mathias Fetsch der davon profitierte und eiskalt das 0:2 markierte. Die mitgereisten Offenbacher Fans waren nun aus dem Häusschen während der Alemannia Anhang in Schockstarre geriet. Mit allem hatte man gerechnet, aber nicht mit einem deutlichen 0:2 vor der Halbzeit. Marcel Heller, der wieder einmal nicht seinen Tag erwischte, versuchte es wenigstens einmal mit einem Fernschuss aus 20m. Doch OFC Keeper Wulnikowski hatte keine Mühe den Ball zu halten. Mit einem kleinen Pfeiffkonzert ging es in die Halbzeitpause.

 

Sehr früh kamen unsere schwarzgelben Kicker aus der Halbzeit zurück und es bestand noch vor dem Anstoss Redebedarf am Mittelkreis. Für den angeschlagenene Kristoffer Andersen kam nun Fabian Baumgärtel ins Spiel. Doch egal was man sich vorgenommen hatte, nach zwei Minuten war dies schon markulatur. Reinhard trat eine OFC Ecke scharf vor das Tor, Markus Husterer köpfte wuchtig auf das Tor wo Fabian Baumgärtel den Ball gerade auf der Linie klären konnte. Doch Husterer kam zum Nachschuss und Timo Brauer bugsierte den Ball auf der Linie ins eigene Tor. Abwehrleistung mangelhaft unserer schwarzgelben. Mit 0:3 war der Kuchen nun gegessen und Alemannia setzte nun alles auf einer Karte. Thomas Stehle verließ das Feld und Oguzhan Kefkir kam als weitere Offensivkraft ins Spiel während die Viererabwehrkette auf eine Dreierkette umgestellt wurde. Alemannia mühte sich weiterhin redlich, aber der gordische Knoten war zu straff gezogen im Spiel. Sascha Rösler, der diesmal ebenso blaß blieb im Spiel, hatte zumindest noch eine Kopfballchance zu verzeichnen. Diese hätte seine letzte Aktion bedeuten können, denn kurz danach foulte er an der Seitenlinie aus Frust seinen Gegenspieler von hinten die Beine. Der sehr gute Schiedsrichter zeigte „nur“ die Gelbe Karte, über einen Platzverweis hätte er sich nicht beschweren dürfen. Außer ein paar leichten Torchancen erfand Alemannia nichts zwingendes und blieb ihrem fahrigen Spiel treu. Offenbach hingegen stand hinten sicher und lauerte nur noch auf gelegentliche Konter, die aber auch nicht mehr konsequent zuende gespielt wurden. Nachdem Sacha Rösler das Feld verließ und durch Denis Potzder ersetzt wurde gelang zehn Minuten vor Spielende zumindest noch der Ehrentreffer. OFC Kepper Wulnikowksi wehrte einen Ball nach vorne ab, Denis Potzder lupfte den Ball mit dem Kopf über ihn hinweg zum 1:3. Sein erster Profitreffer war gelungen, zu mehr als Kosmetikkorrektur sollte es aber nicht mehr reichen. So stand nach 90 Minuten die erste Saisonniederlage fest für unsere Alemannia. Heute gelang einfach nichts, die jungen Spieler müssen nun ihre Erkenntnisse daraus ziehen und daran reifen. Die älteren erfahrenen Spieler müssen sich allerdings Fragen ob die „halbe Kraft“ ausreichend ist um einen Tabellenletzten in Schach zu halten. Nächste Woche Samstag um 15:30 Uhr kommt es zum DFB Pokalderby gegen Borussia Mönchengladbach. Dort muss man, auch wenn man der reine Außenseiter ist, anders auftreten. Sonst könnte es sehr bitter werden. Sollte ein Beobachter aus Gladbach dagewesen sein wird er mit wenig Erkenntnis zurückgefahren sein. Denn dieses Gesicht der Alemannia kannten wir bislang noch nicht. Positiv war aber das es zwischen der Karlsbande und ACU im Stadion ruhig blieb. Das erhöhte Sicherheitsaufgebot nahm man außenstehend kaum wahr. Vor dem Spiel distanzierte sich auch die Mannschaft mit einem Transparent von den Vorkommnissen aus Saarbrücken.

 

Hier gibt es Bilder vom Spiel Alemannia – Offenbach


Alemannia Aachen:
Krumpen, Schwertfeger, Stehle (52. Kefkir), Olajengbesi, Brauer, Andersen (46. Baumgärtel), Streit, Rösler (69. Pozder), Heller, Borg, Thiele

Tore: 0:1 Fetsch (5.), 0:2 Fetsch (35.), 0:3 Husterer (47.), 1:3 Pozder (80.)

Zuschauer: 15.298

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  1. Wulnikowski bleibt Offenbach treu

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