«

»

Aug 09 2012

Kartoffelkaefer

Auswärtssieg in Saarbrücken – Alemannia auf Kurs

 

Mit einem 2:1 Auswärtssieg kehrte das Alemannia Team aus dem Saarland zurück. Glücklich über drei Punkte, aber ein bisschen Kopfzerbrechen über das doch schlechte Spiel beim 1. FC Saarbrücken. Es lief nicht alles rund im Ludwigspark, vor allem in der ersten Halbzeit fanden unsere schwarzgelben Kicker selten zu ihrem Spiel. Aber die geballte Erfahrung in Gestalt von Albert Streit, Sascha Rösler und Freddy Borg sicherten am Ende doch den knappen Sieg. Tabellarisch rangiert man am vierten Spieltag auf Rang 6, und zur Tabellenspitze sind es nur noch 2 Punkte. Mission erfüllt. Im Gegensatz zu den anderen Mitabsteigern Hansa Rostock (Platz 10) und Karlsruher SC (Platz 16) steht man gut da, man ist in der dritten Liga angekommen mit einer runderneuerten Mannschaft. Die Qualität zeigt sich in dem unbändigen Willen am Ende noch zulegen zu können. Matchwinner war sicherlich Freddy Borg, der in seinem ersten Spiel von Anfang an den entscheidenen Kopfball zum 2:1 Sieg verwertete.

 

Der Auftritt unserer Mannschaft war in der ersten Halbzeit sehr zäh. Statt an die Leistung der zweiten Halbzeit gegen Borussia Dortmund II anzuknüpfen klappte zunächst wenig. Der 1. FC Saarbrücken machte das Spiel und hatte schon nach nicht mal zwei Minuten die erste große Tor Chance. Hayer schoss aus 20m auf das Tor, Keeper Tim Krumpen musste sich schon enorm strecken um den Ball zu entschärfen. Während die Saarländer zu weiteren Möglichkeiten kamen schwamm die Alemannia Abwehr das ein und andere mal ziemlich kräftig hin und her. Das 1:0 lag in der Luft und erst nach knapp zwanzig Minuten zeigte man sich selbst in der Offensive. Aber weder Timmy Thiele (Volleyschuss neben das Tor) noch Freddy Borg (unplatzierter Kopfball in den Armen von Keeper Marina) konnten den Ball ins Tor unterbringen. Eine kleine Drangphase mit Möglichkeiten von Timmy Thiele und Thomas Stehle wurde dann jäh unterbrochen mit der Führung der Saarländer. Nach einer Ecke war die Alemannia Abwehr unsortiert und Adam Straith markierte vollkommen frei per Kopf die Führung. Alemannia tat sich schwer nach vorne, die hohen Bälle waren leichte Beute für die hochgewachsenen Abwehrrecken der Saarländer, und bei Standards im eigenen Strafraum mühte man sich weiterhin. So wäre kurz vor der Halbzeit fast das 2:0 gefallen durch Stegerer, als auch er nach einer Ecke frei zum Kopfball kam aber Fabian Baumgärtel auf der Linie den Ball klären konnte.

 

Freddy Borg erzielte den Siegtreffer zum 2:1

Nach der Pause waren die Alemannen direkt präsent, wenn auch die Mithilfe von FCS Keeper Marina von Nöten war. Albert Streit flankte von der Mittellinie in den Saarbrücker Strafraum, Keeper Marina segelte am Ball vorbei und so hatte Sascha Rösler frei Bahn und köpfte zum 1:1 ein. Sein erster Treffer für die Alemannia. Alemannia war nun wieder im Spiel aber sah sich immer wieder mit schnellen Offensiv Bemühungen der Saarbrücker konfrontiert. Aber Alemannia hatte selbst nun, dank besseren Spiels, die Möglichkeiten ein Tor zu erzielen. So scheiterte Freddy Borg knapp bei einer Hereingabe mit dem Kopf, und die gefährlichen Standards der Alemannia fruchteten nicht mit den zappeln des Balls im Netz. Die beste Saarbrücker Chance besaß Sven Sökler, der aber knapp am Pfosten vorbeischoss. Das Spiel bekam immer weniger Höhepunkte bis zur 83. Minute, als Albert Streit wieder eine gefährliche Flanke in den Saarbrücker Strafraum schoss und diesmal Freddy Borg mit dem Kopf zur Stelle war und FCS Keeper Marina keine Chance ließ zum 2:1. Saarbrücken antwortete direkt mit wütenden Angriffen und wäre beinahe noch zum Erfolg gekommen. Aber Tim Krumpen hielt seinen Kasten sauber und auch die Abwehr der Alemannia ließ nicht mehr viel zu. So feierten unsere schwarzgelben vor über 1.000 mitgereisten Fans den verdienten 2:1 Auswärtssieg.

 

Unrühmlicher Höhepunkt waren aber wieder die Alemannia Fangruppen KBU (Karlsbande) und ACU (Aachen Ultras) nach Spielende. Die Karlsbande musste sich wieder mit den Ultras prügeln, so das es zu einem größeren Polizeieinsatz im Aachener Block kam. Hatte man doch gehofft das die Fangruppen sich nun am Riemen reißen nach den vergangenen Scharmützeln aus der Vorsaison, war der finale Höhepunkt der Auseinandersetzung wieder erreicht. Besonders die Karlsbande, deren einige Mitglieder dem rechten Spektrum zuzuordnen sind, haben es auf die teils dem linken Spektrum zugeordneten ACU Mitglieder abgesehen. Obwohl politisches außerhalb des Stadions bleiben sollte, haben es weder Alemannia noch das Fanprojekt Aachen es nicht hinbekommen das sich beide Fangruppen so Verhalten wie man von Fans eigentlich erwarten sollte. Diese Negativ Schlagzeilen schaden nicht nur dem Verein Alemannia Aachen, sie schaden auch den Fans die nun aus Sorge um ihrer eigenen Sicherheit einen Besuch im Stadion in Frage stellen. Selbst du Saarbrücker Polizei war überrascht das sich zwei Fangruppen aus einem Verein so an dem Kragen gehen. Fest steht das es so nicht weitergehen kann und darf. Schon in der letzten Saison gab es Stadionverbote und entsprechenden Privillgienentzug für die Fangruppen. Genutzt hat es (leider) nichts. Alemannia ist nun selbst nicht mehr ganz abgeneigt eine komplette Fangruppe zu sanktionieren, wenn ein friedliches Miteinander in um das Stadion nicht mehr gewährleistet ist. Da steht bei allen Beteiligten eine enorme Arbeit an um das Problem in den Griff zu bekommen. Aber nicht nur in Saarbrücken selbst sorgte man für negative Schlagzeilen, auch an einer Raststätte musste man wüten und mit Verpackungsinhalt um sich werfen. Auch hier konnte nur ein Einsatzkommando der Polizei wieder für Ordnung sorgen. Zum Glück blieb es bei materiellen Schäden, aber auch diese Aktion wirft kein gutes Licht auf Alemannia. Auch die Alemannia Spieler verurteilen diese Art von Fans und distanzieren sich davon. Warum kann gerade jetzt, wo der sportliche Erfolg und der Zusammenhalt wieder vorhanden ist, nicht auch in den verfeindeteten Fangruppen die „Waffen“ schweigen?

 

Alemannia Aachen:
Krumpen, Baumgärtel, Schwertfeger, Stehle, Olajengbesi, Andersen (68. Heller), Streit, Rösler, Demai (46. Brauer), Borg, Thiele (85. Marquet)

Tore:
1:0 Straith (31.), 1:1 Rösler (51.), 1:2 Borg (83.)

Zuschauer: 6.377 (ca. 1.000 aus Aachen)