Aug 05 2012

Sturmlauf wird nicht belohnt – Alemannia nur 1:1

 

Schade, schade, schade. Am Ende gelang nicht mehr der Lucky Punch gegen die „kleinen“ Dortmunder. Der Sturmlauf, wo nochmal alle Kräfte mobilisiert wurden, ließ den Tivoli beben aber der Ball wollte nicht mehr ins Tor. Knapp 20.000 Zuschauer verwandelten den „neuen“ Tivoli in einem wahrem Hexenkessel. Solch eine Stimmung gab es letzte Saison kein einziges mal, Alemannia und seine Fans stehen wieder zusammen. Zwischendurch musste man sich die Augen reiben ob man wirklich in der 3. Bundesliga spielt. Alemannia macht wieder Spaß, auch wenn noch nicht alles so klappt wie man sich das insgeheim wünscht. Aber die neue Alemannia gibt nicht auf, und belohnt sich zumindest mit einem Punkt gegen nicht wirklich schwache Dortmunder. Timmy Thiele erzielte in seinem dritten Spiel sein zweites Saisontor, und wieder sicherte er mit seinem Treffer einen Punkt für die Alemannen. Ein zweifelhafter Handelfmeter brachte die „kleinen“ Dortmunder in Front. Diese hatten aber in der letzten halben Stunde kaum noch etwas entgegenzusetzen bei dem Daueranrennen der Alemannia. Aber die Dortmunder Abwehr hielt stand, trotz mehrere Einschusschancen binnen weniger Sekunden wollte der Ball nicht im Dortmunder Tor zappeln. Trotzdem war der Alemannia Fan zufrieden mit seinem Team, man ist auf dem richtigen Weg.

 

Thomas Stehle kehrte nach seinem Magen-Darm Virus wieder in die Startelf zurück, für ihn musste Mario Erb wieder auf der Ersatzbank platznehmen. Freddy Borg stand zum erstenmal im Kader und sollte später eingewechselt werden. Aimen Demai wurde weiter geschont, Michael Melka holt sich seine Spielpraxis bei der U23. Coach Ralf Aussem warnte vor dem „kleinen“ BvB der alles andere als ein Leichtgewicht nach Aachen kam. Unterstützt von ca. 2.000 Fans (die Dortmunder Fans sind sehr reisefreudig in der Spielfreien Zeit ihrer Profimannschaft) sorgten sie auch für Stimmung im Gästeblock. Wer hätte das gedacht, knapp 20.000 Fans bevölkerten den Tivoli und verwandelten ihn mitunter zum Hexenkessel der vormals nur dem „alten“ Tivoli vorbehalten war. Es scheint als könnte unser neuer Postkasten nun doch die neue Fanfestung werden. Trotzdem tat sich unsere Mannschaft zu Anfang schwer gegen sehr diziplinierte verteidigende Dortmunder. Dicht gestaffelt gab es selten ein Durchkommen, weder durch die berühmte Mitte noch über die Außenbahn. Vor allem bei hohen Bällen gab es kaum ein Durchkommen in der Offensive. Man sah schon hier das die Dortmunder absolute Profis sind und auch so trainieren. Sascha Rösler setzte sich im Strafraum durch und prüfte mit einem Schlenzer auf das lange Eck Gästekeeper Zlatan Alomerovic, der mit einer Schutzmaske spielte. Die Zweikämpfe wurde verbissen geführt und Schiedsrichter Dr. Manuel Kunzmann musste schon sehr früh aufmerksam sein. Im laufe des Spiels wurde die „Gefechte“ immer intensiver. Immer dabei natürlich Sascha Rösler, der sich mit Gegenspielern und Schiedsrichter anzulegen wusste. Weder Oguzhan Kefkir noch Marcel Heller konnten über die Flügel für Gefahr sorgen, so mussten die Standards herhalten die Albert Streit gefährlich in den Dortmunder Strafraum brachte. Aus der Abwehr heraus lahmte auch das öffnende Spiel, Seyi Olajengbesi wagte wenigstens ein paar Versuche während Thomas „die Axt“ Stehle meistens nur Quergeschiebe anzubieten hatte. Schon da verloren ein paar „Fans“ bei mir auf der Tribüne die Geduld.Die Dortmunder versteckten sich keinesfalls in der Abwehr und kamen auch gefährlich bis zum Strafraum. Das man sich schnell durch das Mittelfeld kombinieren konnte war schon beeindruckend. Der schönste Angriff in den ersten 25. Minuten führte beinahe zum 1:0, denn dort zeigten unsere schwarzgelben auch mal das schnelle Spiel. Marcel Heller setzte sich auf dem linken Flügel durch und flankte zum zweiten Pfosten wo Kai Schwertfeger alleine vor dem Tor stand. Statt aus kurzer Distanz den Ball mit dem Fuß zu nehmen probierte er es mit dem Kopf und setzte ihn neben dem Pfosten. Die beste Chance unserer Alemannia in der ersten Halbzeit. Das optische Übergewicht blieb auch nur optisch, in der Abwehr zeigte man sich manchmal zu „lasch“. Ein zu kurz abgewehrter Ball von Seyi Olajengbesi hätte fast seinen Nutznießer gefunden, aber Dortmunds Jonas Hoffmann setzte den Ball auch neben das Tor. Als die Halbzeit sich näherte kam der Schock in Form eines Handelfmeters für die Dortmunder. Nach einer Ecke gab es ein kleines Gewusel im Strafraum, der Ball wurde nicht weit genug geklärt und Konstantin Fring schoss den Ball an die Hand von Fabian Baumgärtel. Grenzwertige Entscheidung vom Schiedsrichter auf Elfmeter zu entscheiden, aber die Proteste nutzen nichts. So gelang vom Punkt aus die 0:1 Pausenführung durch Marcel Halstenberg.

 

Nach der Halbzeit änderte sich zunächst nicht viel, Alemannia suchte nach wie vor die Lücke im dichten Abwehrverbund und musste gleichzeitig aufpassen das man die schnelle Vorstöße der Dortmunder Unterband. Glück hatte man nach knapp 60 Minuten als wieder ein zu kurz geklärter Ball nicht zum Bumerang wurde. Marcel Halstenberg wuchtete den Ball aus 17m auf das Tor und nur eine Reflexbewegung von unserem Keeper Tim Krumpen verhinderte das 0:2. Da musste man tief durchatmen. Alemannia Coach Ralf Aussem hatte nun genug gesehen und reagierte mit personeller und taktischer Änderung. Freddy Borg, der sein erstes Pflichtspiel im Alemannia Dress machte, und Kristoffer Andersen kamen für die doch enttäuschenden Marcel Heller und Oguzhan Kefkir. Mit Kristoffer Andersen kam auch sofort Schwung auf die Außenbahn, mit ihm hatten die Dortmunder Außenverteidiger ihre liebe Mühe. Trotzdem musste wieder eine Standard Situation herhalten um zum Erfolg zu kommen. Albert Streit flankte einen Freistoss in den Dortmunder Strafraum, BvB Keeper Zlatan Alomerovic kam zu spät gegen Sascha Rösler und der Ball landete vor die Füße von Timmy Thiele. Im Stile eines Torjägers ließ er sich nicht lange bitten und schoss zum 1:1 ein. Der Tivoli stand nun Kopf und Alemannia ließ einen wahren Sturmlauf vom Stapel dem die Dortmunder kaum noch etwas entgegen zu setzen hatten. Wieder hätte fast ein Freistoss durch Albert Streit zum Tor geführt, doch Sascha Rösler köpfte den Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Freddy Borg hatte die nächste Einschussmöglichkeit und innerhalb von wenigen Sekunden waren es gar mehrere Chancen die den Torschrei auf den Lippen gefrieren ließ. Im großen Pulk vor dem Dortmunder Tor vergaben Andersen, Rösler, Borg und Bauer die Einschußchancen reihenweise. Der enorme Aufwand der Alemannia in der Schlußviertelstunde wurde jedoch nicht mehr belohnt so das man sich schließlich mit einem 1:1 begnügen musste. Dennoch war seitens der Fans Zufriedenheit spürbar das sich nicht nur in der abschließenden Verabschiedung bemerkbar machte. Die Alemannia ist wieder eine Spaßmannschaft die sich nie aufgibt und bis zum Schluß kämpft. Genau so etwas hat lange Zeit am Tivoli gefehlt. Dann kann man auch zufrieden mit einem Punkt nach Hause gehen, denn der eingeschlagene Weg von Uwe Scherr und Ralf Aussem zeigt den richtigen Weg an.Nun geht es in die englische Woche, am Dienstag ist man zu Gast beim 1. FC Saarbrücken und am Samstag kommt zum Heimspiel die Kickers aus Offenbach. Und ehrlich gesagt kann man es kaum abwarten, die Lust auf Alemannia ist einfach zu groß. So bitter der Abstieg auch war, die neue Alemannia hat alle enger zusammenrücken lassen. Selbst die Fans zelebrierten eine Einigkeit die letzte Saison völlig abhanden gekommen war. Zweite Liga? Wer Freitag auf dem Tivoli war bei der Atmosphäre vermisst diese in keinsterweise.

 

Einige Bilder vom Spiel gibt es hier:

 

Alemannia Aachen:
Krumpen, Baumgärtel, Schwertfeger, Stehle (81. Erb), Olajengbesi, Brauer, Kefkir (59. Andersen), Streit, Rösler, Heller (59. Borg), Thiele

Tore:
0:1 Halstenberg (42.), 1:1 Thiele (60.)

Zuschauer: 19.342

 

Dank Manni gibt es auch zwei kurze Videos vom Ausgleichstor und der Chance von Sascha Rösler:
Ausgleich durch Timmy Thiele:

Chance durch Sascha Rösler: