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Jul 11 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia gewinnt Absteigerduell mit 1:0

 

Marc Heller war der Torschütze des Tages, als er bereits nach 4 Minuten den Ball per Kopf in das Kölner Tor beförderte. Die neue Alemannia macht wieder Spaß und Lust auf mehr. Natürlich ist nach vier Wochen Vorbereitungszeit noch nicht alles Gold was glänzt. Aber das was unsere schwarzgelben gestern zeigten sah schon bedeutend besser aus als die Spiele in der letzten Saison. Die lokalen Medien betitelten das „Duell“ als Absteiger gegen Absteiger. Nicht nur unsere Alemannia musste sich runderneuern, auch der Bundesliaabsteiger aus Köln erfuhr eine Erneuerung auf allen Ebenen. Wie groß die Euphorie ist in Aachen zeigen nicht nur die fast 6.000 verkauften Dauerkarten. Zu dem Testspiel waren mehr als 10.000 Zuschauer gekommen, damit hat man den Zuschauerschnitt der dritten Liga um mehr als verdoppelt in einem Spiel. Und genau das ist es was Alemannia will. Verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückholen. Nach Testspielsiegen gegen Unterklassige Gegner musste man gegen Eintracht Trier am vergangenen Freitag eine 0:1 Niederlage hinnehmen. Der Trainerstab um Coach Ralf Aussem nahm diese jedoch zum Anlass das es ein Schuss vor dem Bug zur rechten Zeit war. Mit dem 1. FC Köln stellte sich nun ein echter Prüfstein vor, der noch in der Frühphase der Vorbreitung ist. Ein Wiedersehen gab es mit Reinhold Yabo, letzte Saison noch im Dress der Alemannia und „Matze“ Lehmann, der vom Bundesligaaufsteiger Eintracht Frankfurt aus zum Bundesligabsteiger 1. FC Köln wechselte.

 

Coach Ralf Aussem ließ mit der Mannschaftsaufstellung erkennen wer zur Zeit die besten Karten auf einem Stammplatz hat. Und die Mannen auf dem Platz gaben ihm auch recht, bevor der 1. FC Köln wusste wie ihnen geschah hatte Rückkehrer Sascha Rösler schon nach zwei Minuten das 1:0 auf dem Fuß, doch Köln´s Keeper Marcel Schuhen konnte mit einer Fußabwehr parieren. Im Gegenzug schoss Köln´s Roshi am Tor vorbei. Wiederum im Gegenzug überlief man die linke Abwehrseite der Kölner und Oguzhan Kefkir flankte genau auf dem Kopf von Marcel Heller, der mit einem Kopfball für die frühe Führung sorgte. Köln´s Coach Holger Stanislawski hatte im Gegensatz zum letzten Testspiel gegen die TuS Koblenz bis auf zwei Spieler eine ganz neue Formation auf das Feld geschickt. Das es vorne und hinten kaum passte sah er erst nach einer halben Stunde ein, als er die völiig überforderten Kevin Pezzoni und Mato Jajalo frühzeitig auswechselte gegen Kevin Wimmer und Fabian Schnellhardt. Alemannia bestimmte überwiegend das Spiel und überzeugte immer wieder durch blitzschnelles Umschalten der Abwehr in den Angriff. Bemerkenswert das man vorwiegend über die Flügel kam, das hatte mal letzte Saison am Tivoli fast überhaupt nicht gesehen. Angetrieben von Kapitän Albert Streit war man im Mittelfeld, das Herzstück der Alemannia, deutlich überlegen. Auch Sascha Rösler ackerte und zeigte wieder die Tugenden die man zu lange schmerzlich vermisst hatte. Neu-Alemanne Freddy Borg hingegen zeigte das er noch nicht ganz den Zugang in der neuen Mannschaft hinbekommen hat. Der jüngere und agilere Timmy Thiele passt anscheinend, zumindest vorläufig, besser in das System. Nichtsdestotrotz war er aber nicht so schlecht wie einige ihn sehen wollten, aber wahrscheinlich ist er eine Option der Marke Brechstange. Kai Schwertfeger und Fabian Baumgärtel zeigten in der Außenverteidgungsposition das sie schon eine ganze menge drauf haben. Dennoch sah man auch das die Abwehr um Thomas Stehle und Seyi Olajengbesi, wie auch später Mario Erb und Sascha Herröder nicht immer so sattelfest ist wie man sich das wünschen würde. Aber der Einsatz ist diesmal ein ganz anderer. Die Hoffnung bleibt das man sich nicht nur verbessert sondern auch die Mannschaft gemeinschaftlich verteidigt. Die erste Halbzeit ging jedenfalls klar an die Alemannia, wenn Sascha Rösler nicht das Lattenkreuz getroffen hätte, und der ein oder andere Schuss präziser gewesen wäre, dann wäre der Halbzeitstand um einiges höher ausgefallen.

 

Zur zweiten Halbzeit wechselte Köln komplett durch, bis auf Keeper Marcel Schuhen und den frühzeitigen eingewechselten Wimmer und Schnellhard kamen neue Leute ins Team. Alemannia hingegen wechselte sein Kontigent häppchenweise ein und so wurde der Spielfluss etwas gestört. Da beide Mannschaften noch am Vormittag trainiert hatten merkte man mit fortlaufender Zeit das die Müdigkeit in den Aktionen einzug hielt. Trotzdem zeigte Köln nun das sie das schnelle Kurzpasspiel besser beherrschten und kamen zumindest in dem Aachener Strafraum. Alemannia stand hinten aber nun dicht, die wenigen Möglichkeiten stellten für unseren Keeper Tim Krumpen kaum ein Problem dar. Die Entscheidung im Kampf um Platz 1 im Tor könnte zugunsten Tim Krumpen gefallen sein, da Michael Melka verletzungsbedingt ausfällt. Allerdings konnte man auch beobachten das die Kommunikation zwischen dem Torwart und seinen Vorderleuten noch nicht so ganz stimmt. Ein paar mal sah man wie Seyi Olajengbesi und Thomas Stehle vergeblich auf dem „Einsatz“ von Tim warteten. Aber würde jetzt schon alles perfekt laufen wäre es irgendwo auch nicht normal. Es ist beachtlich was das Trainerteam in den wenigen Wochen aus einer nahezu komplett neuen Mannschaft herausgezaubert hat. Grüppchenbildung oder Stinkstiefel innerhalb des Teams sind Vergangenheit. Es wird an einem Strang gezogen, denn das große „unausgesprochene“ Ziel heißt Wiederaufstieg. Zum Ende der Partie kamen die Kölner noch einmal groß auf und hatten noch zwei Möglichkeiten zum Augleich. Aber die FC Profis verschossen ihre guten Chancen so das am Ende deren erste Testspielniederlage feststand. Für Alemannia war es eine gelungene Premiere vor einer großen Kulisse, aber das Ziel bleibt der erste Spieltag in Bielefeld. So sah es auch Ralf Aussem: „Wir freuen uns über diesen Sieg, wollen ihn aber keineswegs überbewerten. Wichtig ist, was wir am 20. Juli in Bielefeld zeigen„. Auch FC Coach Holger Stanislawski maß der Niederlage nicht allzu viel bei: „Die Aachener Stammelf hatte gefühlt 800 Zweitligaspiele mehr als mein Kader. Es war wichtig, dass wir Fehler aufgezeigt bekommen haben. Davon habe ich ein paar gesehen„.

 

Bilder vom Testspiel

Tore:
1:0 Heller (4,.)

Alemannia: Krumpen, Baumgärtel, Schwertfeger, Stehle (73. Erb), Olajengbesi (73. Herröder), Kefkir (83. Leipertz), Streit, Rösler (69. Pozder), Demai (61. Brauer), Heller (69. Marquet), Borg (61. Thiele)

1. FC Köln: Schuhen – Brecko (46. Hector), Maroh (46. McKenna), Pezzoni (33. Wimmer), Giannoulis (46. Eichner) – Roshi (46. Buchtmann), Lehmann (46. Matuschyk), Yabo (46. Strobl), Chihi (46. Clemens) – Jajalo (33. Schnellhardt) – Tese (46. Ishak)

Zuschauer: 10.021