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Jun 21 2012

Kartoffelkaefer

Nachblick: Das gibt´s doch garnicht

 

In dieser Woche gab es wieder Aufreger wo man denkt, das die verantwortlichen Leute keine Gehirnzelle verschwendet haben um über das, was sie anderen mitteilen, mal nachgedacht haben. Während das eine nicht so hoch geköchelt wurde, entfacht die andere Sache einen wahren Sturm der Entrüstung aus. Und das zu Recht.

Was war passiert? Maik Luu, Stufensprecher der Abiturientia am Städtischen Gymnasium Eschweiler, wollte für den Abistreich in diesem Jahr eine Hüpfburg organisieren. Im Internet stieß er auf das Angebot eines Elsdorfer Unternehmens und stellte eine Anfrage um eine kostengünstiges Angebot hierzu. Schließlich musste die Hüpfburg nach Eschweiler transportiert und aufgebaut werden. Die Rückantwort der Firma gipfelte dann in einer glatten Unverschämtheit. Der gute „Sachbearbeiter“ kannte anscheinend den Begriff „kostengünstig“ und kostenlos“ nur im Zusammenhang und teilte Maik Luu entsprechend mit: „Da Sie offensichtlich kein Geld haben, würde ich vielleicht von meinem Luxusdenken etwas abrücken. Wir sind Vermieter und machen das beruflich für unseren Lebensunterhalt mit dem Ziel, nicht da zu stehen wo Sie offensichtlich stehen. Sollten Sie bei uns irgendwo ein Schild gesehen haben ,Geschenkelanden‘, lassen Sie es mich bitte wissen„. Als wäre diese Antwort nicht unverschämt genug, und würde eine eben solche Beantwortung in selbiger Tonart in dem Sinn kommen, schrieb Maik Luu ganz höflich zurück um den Sachverhalt noch etwas verständlicher zu erläutern. Die darauf einhergehende Antwort fiel dann im selben fassunslosen Rahmen aus die da kurzgefasst lauetet: „Studenten waren noch nie unsere Kunden aus wirtschaftlichen Gründen. Und sollten diese denn irgendwann mal Geld verdienen (70 % werden Hartz IV), werden diese ihre Anfrage nicht mehr so stellen wie Sie, weil die dann in einer anderen Liga spielen„. Der Stufensprecher Maik Luu machte aber nun das einzig richtige, er ließ sich auf das Niveau nicht ein und schrieb stattdessen über Facebook seine Eindrücke zu dieser Angelegenheit. Was dann kam war eine Welle der Solidarität aus allen Teilen der Welt und sogar die lokalen Medien sprangen mit auf dem Zug und prangerten den „Missstand“ an. Unglaublicherweise reagierte die Firmenleitung der Hüpfburg mit den Worten „…dass der Mitarbeiter ausdrücklich im Sinne der Firma geantwortet habe„. Was soll man dazu noch sagen? Hier ist der Kunde nicht König sondern muss sich als dummer Bauer beleidigen lassen. Dies wird sicherlich förderlich sein für die Reputation des Unternehmens. Mittlerweile hat Maik Luu die Hüpfburg von einem anderem Unternehmen erhalten, und zwar so wie man sich das als Kunde auch vorstellt.

Quellennachweis:
Zeitungsartikel Rubrik „Die Woche in Eschweiler“
Aachener Zeitung „nach rüger Absage riesige Solidaritätswelle für Abiturienten
Facebookseite von Maik Luu

 

Ein anderer Aufreger passierte im Aachener Kapuzinerkarree. Dort fand beim EM Spiel Deutschland gegen Dänemark das Public Viewing statt, und ca. 1.600 Leute vergnügten sich dort und feierten. Das es einige gibt die über die Stränge schlagen kennt man ja, aber wenn es Beleidungen gibt gegen Menschen mit Migrationshintergrund hört der „Spass“ dann doch auf. So mussten vier Fans miterleben wie ohrenscheinlich Spieler im DFB Trikot mit Migrationshintergrund mit rassistischen Sprüchen bedacht wurden. Ein Hinweis der vier Fans an dem anwesenden Sicherheitsdienst lief ins Leere, die hatten offensichtlich kein Ohr für sowas. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wurde beim Tor für Deuschland eine türkische Begleitung aus der Vierergruppe von einem Hartplastik-Bierbecher getroffen so das die Gruppe daraufhin die Veranstaltung verließ. Die Bertriebsleiterin eines im Kapuziner Karee befindlichen Restaurants, die als Sprecherin der Werbegemeinschaft fungiert, hatte dann wohl auch das „Gehirn“ abgeschaltet bei ihrem anschließenden Statements: „Bei 1600 feiernden Menschen sei es sowas natürlich nicht zu verhindern. Aus diesem Grund haben wir auch keine Gläser oder Geschirr im Einsatz, aber irgendwie müssen wir unseren Gästen ja die Getränke ausschenken. Daher die sind die Becher auch aus Hartplastik„. Der nachfolgende Satz allerdings gibt doch Anlaß zum Nachdenken, wo sie sagte: „Wenn diese dann aber doch fliegen, dann geschehe das aus Freude und sei kein aggressives Verhalten„. Na wenn es denn so einfach wäre, in den Fussball-Stadien fliegen auch schonmal u.a. Hartplastik Becher Richtung Spieler, und das kann man mit Sicherheit nicht als Freude abtun an dem selbigen. Natürlich fliegen bei diversen Jubelarien das eine oder andere Zeugs wild durch die Gegend, wer kennt es nicht z.B. vom Aachener Tivoli, wo man öfters mal in der Vergangenheit eine Bierdusche abbekommen hat. Aber eine Bierdusche ist doch was anderes als ein Hartplastik- Becher den man mal so am Kopf abbekommt. Nun kann man zwar trefflich darüber streiten, trotzdem entschuldigt dieses nicht wenn so ein „Verhalten“ dann auch noch „schön“ geredet wird. Manchmal sollte man einfach kurz Nachdenken und dem Gehirn Gelegenheit geben die Wortwahl zu überprüfen ehe sie aus dem Mund herauskommt. Zum Thema rassistische Äußerungen hat man leider nichts gehört, das wird dann wie so oft gefliessenlich unter dem Teppich gekehrt. Es eine Sache sich gegen „Rechts“ zu positionieren, aber eine völlig andere die Ohren hierzu auf Durchzug zu schalten. War nun der Becherwurf schlimm, oder der Wurf auf eine türkische Besucherin, war er gar gezielt oder zufällig? Verbindet das eine mit dem anderen oder waren es wirklich nur aneinandergereihte Zufälle die sich dort abspielten? Man wird es nie erfahren. Was man aber erfährt ist die Schlagzeile, die jeder nun für sich interpretieren kann.

Quellennachweis:
AN/AZ – Kapuziner Karee Rassistische Sprüche beim Fussball

 

 

 

2 Kommentare

  1. Mik

    Der Abiturient hat doch eine ganz normale Anfrage gestellt. Und es ist durchaus üblich, daß Firmen für gemeinnützige oder regionale Veranstaltungen bessere Konditionen anbieten.

    Dann so eine assoziale und inhaltlisch fehlerhafte Absage (es war die Frage nach günstigen Konditionen, nicht einem Geschenk) zu erteilen ist höchst unprofessionell. Auf die höfliche Richtigstellung hin in schärferen Ton nachzutreten und dann die Bestätigung durch die Geschäftsleitung ist eine Dummheit wie sie in keinem Buch zu finden ist.

    Den Abiturienten wünsche ich, daß sie in ihrer Zukunft zivilisierte Unternehmen finden, die sich der mitteleuropäischen Umgangsformen bewußt sind. Den Beteiligten in der Firma wünsche ich aus vollem Herzen eine Zukunft in Hartz IV.

  2. Ist geheim ...

    grade bei assi tv (pro 7) gesehen… da hat sich die Vermietungsfirma wol selbst ins knie geschossen!

    das war die beste anti werbung die ich seit langem gesehen habe die werden so schnell nix mehr vermieten…

    zu recht

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