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Jun 07 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia mit Transferpaket – Borg, Andersen, Schwertfeger


 
Am Sonntag um 11 Uhr bittet Coach Ralf Aussem zum ersten Training für die Saison 2012/2013. Nach dem bitteren Abstieg aus der 2. Bundesliga macht sich nun Hoffnung und Optimismus breit rund um den Aachener Tivoli. Die Tränen sind getrocknet und man erwartet spannend den Start der Alemannia in der 3. Bundesliga. Das unausgesprochene Wort „Wiederaufstieg“ liegt als Fluch und Last zugleich über die Alemannia. Lange wird man sich in der 3. Bundesliga nicht aufhalten wollen und können, dazu ist das finanzielle Paket zu eng geschnürt. Nach der Umfinanzierung der Stadionkosten durch die Stadt Aachen und AachenerMünchener Versicherung wartet man nun gespannt auf die Lizenzierung durch den DFB (Deutscher Fussball Bund). In der Zwischenzeit ist unser neuer Sportdirektor unermüdlich in Sachen Transfers und holt Spieler zum Tivoli die bereit sind den „Unfall“ des Abstiegs zu korrigeren. 20 Spieler plus 3 Torhüter sollen zum Saisonstart im Kader stehen. Aktuell hat man den Personalbestand auf 16 Feldspieler erhöht. Gleich drei neue Spieler konnten innerhalb von zwei Tagen verpflichtet werden. Vom Zweitliga Absteiger Hansa Rostock konnte Freddy Borg zum Tivoli gelotst werden, vom Zweitligisten FC Ingolstadt kommt ablösefrei Kristoffer Andersen und vom Bundesliga Aufsteiger Fortuna Düsseldorf Kai Schertfeger. Zudem wurde Alemannia U19 Spieler Dario Schumacher zu den Profis befördert und mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet. Die Torhüter Tim Krumpen und Mark Flekken reihen sich neben Michael Melka in den Kader ein und komplettieren das Trio.

 

Vom Mitabsteiger Hansa Rostock wechselt ablösefrei Sturmtank Freddy Borg zum Tivoli. Der 28-jährige stand auf der Wunschliste ganz oben und hatte auch Angebote von anderen Zweitligisten, und entschied sich letztendlich doch für die Alemannia. In der Winterpause kam der Schwede von Östers Växjö zu Hansa Rostock und konnte in 14 Spielen fünf Tore erzielen. Durch seine robuste Spielweise wurde er schnell Publikumslieblling bei der Hansa-Kogge ehe er dort bei seinem Trainer Wolfgang Wolf in Ungnade fiel. Schnell, Robust, Athletisch waren die Worte bei seiner Vorstellung in Rostock, die später anders ausfielen. So hielt er sich nicht an taktischen Vorgaben, konnte sich im Kopfballspiel kaum durchsetzen und zeigte kaum das was der Trainer Wolf von ihm sehen wollte. Alemannia Sportdirektor Uwe Scherr sah das aber ganz anders und stellte die positiven Eigenschaften heraus (Schnell, Robust, Athletisch) die am Tivoli benötigt werden, und die Freddy Borg mit einbringen soll im Sturmzentrum. Zudem kann er die Mannschaft mitreissen. Ausgestattet mit einem Zweijahresvertrag plus Option soll er nun für die notwendigen Tore sorgen.

 

Vom Zweitligisten FC Ingolstadt kommt Mittelfeldspieler Kristoffer Andersen zum Tivoli. Der 26-jährige mit belgischen Wurzeln kam bei den Schanzern nur ganze zweimal zum Einsatz und löste seinen bis 2013 laufenden Vertrag auf. Über die Jugend vom belgischen KAS Eupen  und FC Brügge kam er zum VfR Aalen, MSV Duisburg und VfL Osnabrück. So kommt er insgesamt auf 49 Spiele in der Zweiten und 37 Spiele in der 3. Bundesliga. Aufmerksam machte er sich im DFB Pokal, als er im Duisburger Trikot den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach mit seinem Tor aus dem Pokal warf. Uwe Scherr hat bei seiner Verpflichtung sehr viel Wert gelegt da er ein Spieler aus der Region ist und weiß wie die Uhren am Tivoli ticken.

 

Von Bundesliga Aufsteiger Fortuna Düsseldorf wechselt mit Kai Schwertfeger bereits der dritte Akteur zum Aachener Tivoli. Der 23-jährige Verteidiger ist flexibel einsetzbar und durchlief bei der Fortuna alle Jugendstationen. 9x lief er in der 3. Bundesliga auf, 28x in der Zweitenliga. In der Aufstiegsmannschaft stand er hinter etablierten Spielern so das er seinen Karriereschub bei der Alemannia fortsetzen kann. „Hier kann er zeigen was in ihm steckt, die Bundesliga wäre für seine Entwicklung noch eine Nummer zu groß gewesen“ so Alemannia Sportdirektor Uwe Scherr. Ob links, ob rechts oder in der Innenverteidigung. Kai Schwertfeger fühlt sich auf allen Positionen wohl.

 

Mark Flekken rückt in den Profikader auf

Neben den ganzen Neuverpflichtungen wurden auch die U19 Akteure Dario Schumacher und Mark Flekken zu den Profis hochgezogen. Torwart Mark Flekken reiht sich hinter Michael Melka und Tim Krumpen als Nummer 3 ein. Der 19-jährige unterschrieb einen 2 Jahresvertrag. Dario Schumacher, ebenfalls mit einem 2 Jahresvertrag ausgestattet, trug als Offensivmann maßgeblich am Erfolg des Klassenerhalts der U19 Alemannia bei. Bei 18 Einsätzen und 6 Toren machte er auf sich aufmerksam, so das Uwe Scherr ihm die Möglichkeit gibt sich bei den Profis zu beweisen. Das würde auch für Robert Leipertz gelten, doch stehen da noch abschließende Gespräche aus. Sportdirektor Uwe Scherr setzt neben etablierten Profis auch auf die eigene Nachwuchsarbeit und will Spielern die Chance geben bei den Profis den nächsten Schritt zu machen.

 

Für die Alemannia geht es am Sonntag um 11 Uhr wieder los mit dem Training, und zeitgleich die Vorbereitung auf die neue Saison. Alle Spieler, bis auf Sascha Rösler und Dario Schumacher, werden sich dann zum erstenmal den Fans zeigen können. Nach einem gemeinsamen Frühstück werden die Profis dann um 11 Uhr auf dem Trainingsplatz Sevilla ihr erstes Leistungspensum absolvieren. Vielleicht ist bis dahin noch der ein oder andere neue Profi zugegen. Die Gerüchteküche brodelt um Namen wie Sascha Dum (ebenfalls von Fortuna Düsseldorf), Rob Friend (Eintracht Frankfurt) und Zoltan Stieber (Vertragsauflösung bei Mainz 05). Sollten diese Gerüchte tatsächlich in die Tat umgesetzt werden dann würde Alemannia sicherlich zu den Top Aufstiegskandidaten zählen. Alleine die bisherigen Verpflichtungen machen Lust auf die neue Mannschaft, was sich auch schon in den Dauerkartenverkauf niederschlägt. Vielleicht hatte der Abstieg doch sein gutes, das auf allen Ebenen nun mal aufgeräumt wurde und wieder Spieler auf dem Platz stehen mit denen sich die Fans identifizieren können. Allerdings muss die Mannschaft erstmal beweisen das sie wirklich so stark ist wie sie auf dem Papier daherkommt. Aber die Vorfreude ist schon da und man blickt zuversichtlich nach vorne. Nach einem Seuchenjahr mit Abstieg kann es nun eigentlich nur noch besser werden. Und vielleicht ist auch Ende der Woche die Lizenz endlich da. Es kann losgehen!