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Jun 02 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia – Lizenz, Transfercoups, Aufbruchstimmung


 
 
Die abgelaufene Woche hatte es wieder in sich. Sportdirektor Uwe Scherr stellt unermüdlich die neue Alemannia 2012 zusammen. Nachdem Ex-Alemanne Marcel Heller wieder zum Tivoli zurückkehrt, war die Rückkehr von Sascha Rösler ein echter Transferhammer. Auch wenn er poralisiert, einen erfahrenen Spieler von der Sorte „Dreckssack“ bekommt man nicht allzu oft. Als Nummer 3 der laufenden Woche wurde auch Linksverteidiger Fabian Baumgärtel von Bundesligaaufsteiger SpVgg Greuther Fürth ausgeliehen. Auch das Trainerteam wurde nun komplettiert. Neben Torwarttrainer Hans Spillmann geht man nun auch mit Co-Trainer Michael Burlet in die neue Saison. Gerüchterweise kursieren bereits Namen wie Zoltan Stieber und Sascha Dum, die ebenfalls vor ihrer Rückkehr stehen (sollen), nebst Rob Friend der bei Eintracht Frankfurt vor dem Aus steht. Aber Gerüchte sind Gerüchte, faktisch sind die folgenden Spieler noch auf der Willkommensliste. Nachdem man an Rechtsverteididger Kevin Schöneberg von Viktoria Köln interessiert war, bekam dieser nun eine Absage. Wer zögerlich ist fliegt ganz schnell aus der Scherr´schen Mappe. Dafür ist nun Kai Schwertfeger, 23-Jahre und bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag, in den Fokus gerückt. Für den Sturm hat man sich Freddy Borg vom Konkurrenten Hansa Rostock ausgeguckt. In 14 Spielen erzielte der schwedische Winterneuzugang der Hansa-Kogge 5 Tore. Der ablösefreie Spieler hat nur einen Haken, und das ist (noch) seine Gehaltsvorstellung. Neben ihm gilt aber auch Lennart Thy von den Amateuren Werder Bremens als Alternative. Der U20 Nationalspieler könnte aufgrund wenig Einsatzzeiten im Profikader am Tivoli seinen Durchbruch schaffen. Am diesem Wochenende soll sich auch die Zukunft von Kristoffer Andersen entscheiden. Beim FC Ingolstadt hat er keine Zukunft, bei Alemannia bietet ihm Uwe Scherr eine. Nun soll die Entscheidung fallen, denn wie wir wissen fliegen Wackelkandidaten schnell aus der Einkaufsmappe von Uwe Scherr.

 

Transfer-Coup: Sascha Rösler trägt wieder schwarzgelb

Da fiel uns Alemannia Fans ja am Donnerstag die Kaffeetasse aus der Hand, als Sportdirektor Uwe Scherr frühmorgens live beim Lokalradio Antenne AC von der Rückkehr von Sascha Rösler berichtete. Mit vielem hätte man ja gerechnet, aber das war nun wirklich ein Transfercoup schlechthin. So erfuhren wir das Sascha Rösler nun doch seine Pläne nach dem Karriereende abänderte. Statt in Düsseldorf die Jugend zu betreuen mag er doch lieber seine Schuhe in Aachen schnüren. Als er vor zwei Jahren schon einmal vor dem Saisonstart bei der Alemannia mittrainierte, wollte ihn der damalige Sportdirektor Erik Meijer verpflichten. Doch das damalige Trainergespann Peter Hyballa und Eric van der Luer entschieden sich dagegen. Nun kehrt der 34-jährige als Bundesliga Rekordaufsteiger wieder zurück zum Tivoli und hat mit der Alemannia noch viel vor. Ausgestattet mit einem Ein-Jahresvertrag plus Option soll die direkte Rückkehr in die zweite Liga in diesem Zeitraum erfolgen. An Sascha Rösler scheiden sich die Geister, als Profi ist er einer der wenigen die die Arme hochkrämpeln und Gras fressen um nochmal alles zu versuchen. Mit seiner Spielweise kann man nur schwer Freund werden, denn Spieler die ständig den Schiedsrichter beacktern und rummosern sind nicht die Profis die ich gerne sehe. Aber andersrum ist er genau der Spieler, der uns lange Zeit so gefehlt hat. Ein Spieler der anderen in Allerwertesten tritt wenn es nicht läuft, und die jungen Spieler mitziehen kann. Nach seinem Wechsel 2007 zu Borussia Mönchengladbach waren ihm Schmähungen bei seinen Gastspielen auf dem Tivoli sicher. Nun schliesst sich der Kreis, und er ist sicher das er die negativ eingestellten Fans schnell auf seine Seite bekommt. Man kann sicher sein, das ihm das auch schnell gelingt.
 
Auch Marcel Heller kehrt wieder zum Tivoli zurück. Nachdem er von der Alemannia U23 nicht den Sprung in den Profikader schaffte, zog es ihn nach der Saison 2006/2007 zu den Sportfreunden Siegen. Über Eintracht Frankfurt und Dynamo Dresden zieht es ihn nun wieder nach Aachen. Schon damals verstand man es nicht das er keine Chance bekam in der ersten Mannschaft. Ein Versuch ihn vor zwei Jahren zur Rückkehr zu bewegen scheiterte. Nach 34 Erstliga- und 33 Zweitliga-Einsätze soll er nun bei der Alemannia die Mission Wiederaufstieg mitgestalten.
 

Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer hat für jedes Problem stets eine Lösung parat

Alemannia und die Frage nach der Lizenz, seit Wochen dreht sich alles um dieses Wort. Nach dem Abstieg und die damit verlorenen Gelder war die Lizenz für die dritte Liga wieder akut in Gefahr. Die lange ausgehandelten Umschuldungspläne von Stadt und der AachenerMünchener lagen ohne Unterschrift in der Schublade. Nun wurde das Zeitfenster aber immer kürzer, denn bis zum 31.5. 2012 mussten die Unterlagen von der Alemannia in der DFB Zentrale eintreffen. Warum es so lange dauerte mit den Unterschriften? Anscheinend hat man sich vor Wochen, als noch das zarte Pflänzchen Klassenerhalt geschnürt wurde, sich nicht ernsthaft mit einer Alemannia in der 3. Liga ernsthaft beschäftigt. So kam es jedenfalls einen vor. Dummerweise tat sich auf einmal auch wieder eine Finanzlücke auf, die die Stadt Aachen aber nun nicht mehr schließen wollte. In letzter Sekunde, mit heißer Nadel gestrickt, wurde das Rettungspaket der Alemannia nun festgezurrt. Es wurde die AC-GmbH gegründet in der jeweils die Stadt Aachen und die AachenerMünchener 19 Mio Euro einfließen lassen. Die anderen 8 Mio kommen von der Alemannia selber über Investoren, so das nun zinsgünstige Kredite an Alemannia weitergereicht werden können. Und in einem die teuren Stadionzinsen abgelöst werden. Die Stadt Aachen stundet zudem der Alemannia die Verbindlichkeit von 500.000 Euro bis August 2013. Eine andere Liquidität für den DFB (Deutscher Fussball Bund) konnte durch einen Investor geschlossen werden. Während Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer naturgemäß von keiner Liquiditätslücke zu berichten wusste, konnte er zumindest die Lizenzunterlagen pünktlich einreichen. Nun muss die kommende Woche zeigen das alles im grünen Bereich ist, denn bis auf die Alemannia haben alle Drittligisten die Lizenzen sicher. Hoffen wir das unsere Alemannia keine Ausnahme macht, und wir noch eine unliebsame Überraschung erleben.