Mai 02 2012

Sieg gegen KSC – Endspiel in München

Alemannia macht es bis zum Schluss spannend, in jeder Beziehung. Mit dem 1:0 Heimsieg gegen den direkten Konkurrenten aus Karlsruhe hält man sich weiterhin alle Möglichkeiten offen um den Relegationsplatz 16. Der weitere Mitbewerber um diesen Platz verabschiedete sich mit einem 4:5 bei Union Berlin, Hansa Rostock ist der erste Absteiger. Alemannia liegt nun zwei Punkte hinter dem KSC auf Platz 17 und muss am letzten Spieltag bei 1860 München gewinnen, egal wie. Karlsruhe hingegen darf maximal ein Unentschieden gegen Aufsteiger Frankfurt holen damit unsere schwarzgelben den begehrten Relegationsplatz erreichen. Das die Chancen minimal sind ist jedem bewusst. Alemannia muss mit einem Sieg die Grundlage schaffen, alles andere würde den Abstieg bedeuten. Danach muss man darauf hoffen das Aufsteiger Frankfurt den letzten Spieltag beim KSC noch ernst genug nimmt und keine Wettbewerbsverzerrung betreibt. Aber wir erinnern uns an unseren eigenen Aufstieg 2006, da gewann man auch nur noch das letzte Spiel Zuhause. Lobend erwähnen muss man den Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth, die seit dem feststehen des Aufstiegs weiterhin die Liga ernst nehmen. Es heißt also Daumendrücken am Sonntag, für Alemannia und Eintracht Frankfurt. Dann könnte man das scheinbar unvermeidliche doch noch abwenden und zumindest die Chance erhalten durch zwei weitere Relegationsspiele die zweite Liga zu halten.

 

Comeback von Jürgen Seeberger?

Im letzten Heimspiel, im entscheidenden Spiel gegen den KSC, gab es keine Blumen zur Verabschiedung. Kein Spieler hat einen Vertrag für dritte Liga, wie es weitergeht nach der Stunde Null weiß am Tivoli eh noch niemand. Das es für einen Mann am Tivoli nicht mehr weitergeht erfuhr man bereits unter der Woche. Geschäftsführer Sport Erik Meijer wurde ” einvernehmlich” der Stuhl vor die Tür gesetzt. Am Ende der Saison geht man getrennte Wege, egal in welcher Liga. Irgendwo nachvollziehbar, der Zeitpunkt der Bekanntgabe hingegen katastrophal. Alemannia Aufsichtsrat Chef und Präsident Meino Heyen erklärte hingegen das er für klare Verhältnisse ist. Während die Fans auf den Tribünen ihren Unmut kundtaten mit Plakaten, u.a “Krämer raus”, sang der Aufsichtsrat Chef ein Loblied über jenen gescholtenen Geschäftsmann für die Finanzen. Die Fans sehen ihn als Wurzel aller Übels der geschuldeten sportlichen und wirtschaftlichen Situation. Die Heilige Hand des Meino Heyen schwebt über ihn, und der Vertrag wird Liga unabhängig verlängert werden. Das wird noch für Spannung sorgen in den kommenden Wochen. Die Planungen für eine dritte Liga ruhen derweil nahezu auf Sparflamme. Interimstrainer Ralf Aussem will auch im Abstiegsfall an Bord und in der Trainerposition bleiben. Dazu stellte er sich dem Aufsichtsrat vor, die eigentlich über seine Fähigkeiten auch bei wenig Fußball Sachverstand Bescheid wissen sollten. Zwei ehemalige Alemannen warfen ebenfalls ihren Hut in dem Ring, Eric van der Luer (bis zum Rauswurf diese Saison Co-Trainer) und Jürgen Seeberger (Alemannia Coach Saison 2009/2010) der sich ein Comeback vorstellen kann. Nun denn!

 

Knapp 21500 Fans kamen auch ohne Ticket Aktion zumTivoli und sorgten für die bislang wohl beste Stimmung. Die Ausgangslage war klar, nur mit einem Sieg hielt man sich die Option offen um Platz 16. Eine Niederlage würde den direkten Abstieg bedeuten. So stellte auch Interimscoach Ralf Aussem die Mannschaft auf, Kapitän Benny Auer sprang wieder in die Startelf, Marco Stiepermann spielte dahinter. Für den gesperrten Albert Streit rückte nach verletzungsbedingter Pause Kevin Kratz wieder ins defensive Mittelfeld zurück und machte gleich ein starkes Spiel. War die Anfangsphase noch geprägt von verhaltenen Spiel beider Teams, musste eine Standardsituation herhalten zur 1:0 Führung. Ausgerechnet ein Standard das Alemannia ja seit Monaten kaum mehr beherrscht. Nach eine Ecke von Kevin Kratz schraubte sich Aimen Demai hoch und köpfte ein zur verdienten Führung. Mit Fortdauer des Spiels zeigten aber beide Mannschaften warum sie diese Saison ganz unten stehen. Fehlpässe, Kapriolen in der Abwehr und Missverständnisse im Passspiel prägten häufig das Bild. Zumindest kämpferisch hielt Alemannia mehr dagegen und wehrte die teils planlosen Angriffe der Karlsruher ab. Allein das Ergebnis, und das Ergebnis auf dem Nebenplatz in Berlin (dort spielte Union gegen Rostock), hielt die Spannung und Stimmung hoch. Lange Zeit fragte man sich ob die knappe Führung ausreichen würde, denn ein Fehler konnte alles entscheiden. Wieder gelang kein Tor aus dem Spiel heraus für unsere schwarzgelben, aber bei Standards war diesmal brandgefährlich. So hielt man das Ergebnis bis zum Schluss und feierte als ob man den Abstieg abgewendet hätte. Während Karlsruhe trotzig auf ihre Heimstärke im letzten Spiel gegen Eintracht Frankfurt baut, ist Alemannia bereit für das absolute Endspiel in München. Die Löwen haben mit der Saison abgeschlossen, Platz 3 ist außer Reichweite. Nun karrt Alemannia die Fans nach München per Busticket, und den Eintritt zahlt unser Geschäftsführer Sport Erik Meijer aus eigener Tasche. Das gab er nach Spielschluss bekannt. Ein wahrhafter Alemanne der den Trennungsschmerz umso größer macht. Allerdings hat dies auch Kalkül, denn damit brüskiert er die Alemannia indirekt. Den Fans ist es egal, was zählt ist die Unterstützung bei den 1860zigern. Vielleicht erleben wir ja nach dem Sonntag noch mal ein Heimspiel am Tivoli. In einer möglichen Relegation würde man auf den Drittligisten Jahn Regensburg oder FC Heidenheim treffen, mit unserem Ex-Alemannen Frank Schmidt der dort Trainer ist.

 

Alemannia #niemalsdritteliga! Lasset uns allen Statistiken und Geschichtsschreibern widerlegen das es doch noch das Wunder vom Tivoli gibt. Auch wenn die Chance klein ist und ich mich bereits mit einer dritten Liga abgefunden habe, die Messe bzw. das Spiel ist erst zuende wenn die dicke Dame die Bühne verlässt bzw. der Schiedsrichter am Sonntag abgepfiffen hat. Dann wissen wir endgültig wo wir stehen und können nur hoffen das die Alemannia Verantwortlichen nicht durch einen möglichen Abstieg überrascht werden! Denn egal wie, man hat keine Zeit zu verlieren.

 

Bilder vom Spiel gibt es hier -> Klick