Apr 13 2012

Alemannia – Wir Leben – Hoffnung im Abstiegskampf

Neuer Trainer, neues Glück? Zumindest in Ingolstadt hätte es fast funktioniert, bis zur 89. Minute. Dann fiel der 3:3 Ausgleich durch Schaeffler und zurück blieb eine Alemannia in der Tiefe der Enttäuschung. Alemannia Coach Ralf Aussem hatte in nur einer Woche der Mannschaft neues Leben eingehaucht. Weg vom System Funkel hin zu mehr Mut in der Offensive. Verwundert nahm man die Mannschaftsaufstellung zur Kenntnis, Marco Stipermann lief als einige Sturmspitze auf. Dafür sahen sich Kapitän Benny Auer, Bas Sibum und Shervin Radjabali-Fardi auf der Ersatzbank wieder. Alemannia spielte wie verwandelt, und wahrscheinlich lange nicht mehr so gut wie in der Audistadt. Marco Stiepermann, bislang ohne Tor in der zweiten Liga, schimpfte alle seine Kritiker (mich eingeschlossen) lügen. Mit zwei Toren (plus ein Eigentor) brachte er die schwarzgelben in Front, und mutierte zum Spieler des Tages. Es hätte das perfekte Märchen werden können, von der Wiedererstarkten Alemannia und einem Marco Stiepermann der neues Vertrauen vom neuen Coach geschenkt bekam. Am Ende aber ließ man sich noch die Butter vom Brot nehmen, ein mehr als zweifelhafter Elfmeter für Ingolstadt und eine Unaufmerksamkeit in den Schlussminuten ließen unter dem Strich nur ein mickriges Pünktchen zustandekommen. Sergiu Radu hätte den Nachmittag in der Nachspielzeit noch eine positive Wendung geben können, aber er kam am langen Pfosten eine Fusspitze zu spät. Es wäre der perfekte Tag geworden, so aber wurde es eine gefühlte Niederlage. Ralf Aussem kommentierte nach dem Spiel “das noch nichts entschieden ist”, aber die Spiele werden weniger und die Punkte noch wertvoller. Trotzdem wird erst am 6. Mai abgerechnet.

  

  

“Chef gib mir Alemannia frei” lautete der Slogan am Mittwoch gegen den VfL Bochum. Denn zur unchristlichen Zeit um 17:30 Uhr sollte das alles bedeutende Spiel stattfinden. Englische Wochen für die Bundesligen, Vorentscheidungen in Sachen Auf- und Abstieg könnten folgen. Nachdem Hansa Rostock bereits am Dienstag erneut drei Punkte einheimste, war Alemannia unter Zugzwang. Der Sieg musste her, koste es was es wolle. 17.705 Fans sorgten schließlich für ein stimmungsvolles Stadion und unsere schwarzgelben zeigten das sie wirklich den Ernst der Lage erkannt haben. Laufen, Grätschen, Pässe in die Tiefe, Schüsse aus allen Lagen. Ja wann haben wir das zuletzt gesehen? Ist das wirklich die Alemannia die noch vor zwei Wochen über den Platz taumelte als hätte man sich in Sachen Abstieg bereits ergeben? Coach Ralf Aussem hat es tatsächlich geschafft der Mannschaft wieder die Tugenden einzuhauchen die man am Tivoli sehen will. David Odonkor erzielte nicht nur sein zweites (sehenswertes) Tor im Alemannia Trikot, nein er machte wohl auch sein bestes Spiel seitdem er am Tivoli seine Schuhe schnürt. Albert Streit lief ebenfalls zur Höchstform auf und belohnte sich ebenfalls mit seinem ersten Saisontor. Vor der Abwehr spielend verteilt er die Bälle und schaltet sich selbst in den Angriffen ein. Das Spiel ist schneller geworden, die Flügelspiele sind endlich wieder das was sie sein sollen. Und man hat den Mut aus Lagen auf das Tor zu schiessen. Marco Stiepermann, der Fehleinkauf schlechthin, mutiert unter neuen Trainer zum neuen Goalgetter. Das schnelle Spiel kommt ihm entgegen im Sturmzentrum, keine Ausflüge mehr auf der rechten Seite. Was man gegen Bochum sehen konnte läßt den Glauben an den Klassenerhalt wiederkehren. Bis vor zwei Wochen hatte ich diesen Glauben verloren, aber nach dem Spiel gegen Bochum bin ich überzeugt das Alemannia den Klassenerhalt schafft. Natürlich darf man sich keine Niederlage mehr erlauben und muss gleichzeitig hoffen das die Konkurrenz aus Rostock und Karlsruhe federn läßt. Diese haben auch die Zeichen der Zeit erkannt und punkten. Besonders das Heimspiel gegen Karlsruhe könnte der entscheidende Schritt werden Richtung Relegationsplatz. Dann gibt es nochmal zwei Spiele zusätzlich um eine Horrorsaison glimpflich zu beenden. Alemannia ist wieder im Geschäft, und Platz 16 greifbar. Hoffentlich nutzt man diese letzte Chance. Denn mir persönlich reicht ein Abstieg (1989), das muss ich nicht nochmal haben! Aber der Fussball ist verrückt genug, vielleicht rutschen noch Mannschaften unten rein die sich schon in Sicherheit wähnten. Energie Cottbus und Erzgebirge Aue blicken schon bereits mit ängstlichen Augen nach unten. Jetzt geht es um alles, die letzten 12 Punkte werden vergeben. Dann würde es noch ein Herzschlagfinale gegen den den dritten der 3. Bundesliga. Schon jetzt pocht das Herz wenn man bedenkt was alles davon abhängen wird. Das Augenmerk liegt aber erstmal auf den MSV Duisburg, wo man am Samstag den nächsten Sieg landen will. Alemannia wachte spät auf und noch nie hat sich ein Trainerwechsel so positiv auf die Mannschaft ausgewirkt. Das muss einfach jetzt klappen!

2 Kommentare

    • Tommy on 13. April 2012 at 16:18

    Schöner Bericht.
    Das war jedoch schon Odonkors 2. Alemannia-Tor. Das erste gabs im Heimspiel gegen Audistadt.

    1. Danke, habe es es korrigiert. Das hatte ich tatsächlich schon vergessen das er schonmal getroffen hat. Ist ja auch schon was her 😉

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