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Mrz 05 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia zu schwach – Paderborn zu clever = 0:3

Nach 8 Spielen ohne Niederlage war es nun soweit. Mit einer dürftigen Leistung verlor man zu Hause gegen den Aufstiegsaspiraten SC Paderborn 07 mit 0:3. Erschreckend schwach und ideenlos präsentierten sich unsere schwarzgelben gegen Paderborn, dabei war man laut Kapitän Benny Auer „Heiß auf die drei Punkte“. Leider konnte man davon nichts sehen, die Hitze muss irgendwo zwischen Kabine und Spielfeld abhandengekommen sein. In den ersten beiden Spielminuten gab es die einzigen zwei Chancen, danach sah man nichts mehr. Nun riss dich der SC Paderborn auch kein Bein aus so dass das Spiel in der ersten Halbzeit lange vor sich hindümpelte. Prägend waren die ideenlose Angriffe der Alemannia und die Fehlpass Quote, während der SC zwar zeigte wie man den Ball schön schnell laufen lassen konnte aber auch wenige Chancen kreierte. Beide Teams beharkten sich im Mittelfeld und der Schiedsrichter (ich frage mich immer woher der DFB solche Leute bekommt) trug dazu bei das es mehr und mehr zu einem Stückwerk wurde. Was in der Halbzeit noch keiner ahnte, der Schiri würde noch seinen großen Auftritt haben.

 

 

Nach dem 0:0 beim Aufstiegsfavoriten Fortuna Düsseldorf wollte man nun gegen den nächsten Aufstiegsaspiranten aus Paderborn endlich einen Dreier einfahren. Das muss man sich mal vorstellen, der kleine SC Paderborn auf Aufstiegskurs während unsere Alemannia im Abstiegssog dümpelt. Wer hätte das mal gedacht? Trotzdem waren die Paderborner nun keine Mannschaft die Angsteinflößend wirkten. In den ersten Minuten sah das auch gut aus, Alemannia mit schnell vorgetragenen Angriffen und im Paderborner Strafraum brannte es schon. Doch diese ersten Minuten der Unaufmerksamkeit konnte man nicht ausnutzen so dass der Gast auch zeigte was in ihm steckte. Ein Freistoß von Mehas tropfte auf die Latte, nach einem Fehlpass von Fardi prüfte Nick Proschwitz unseren Keeper mit einem 18m Schuss, den er zur Seite parierte. Danach beharkte man sich nur im Mittelfeld, die Fehlpass Orgie übernahm die Oberhand. Erschreckend das unsere Alemannia kaum einmal gefährlich vor dem Tor auftauchte. Angriffe über Albert Streit oder Aimen Demai endeten in und am Strafraum an der überlegenen Lufthoheit der Paderborner. Standardsituationen blieben ebenfalls harmlos, ob ich es nochmal erleben werde das es einen Spieler gibt im Alemannia Trikot der in der Lage ist einen Eckstoß gefährlich vor dem gegnerischen Kasten zu bringen? Der tödliche Pass wurde ebenfalls an diesem Tage nicht gesichtet. Trostlos ging es in die Halbzeit.

 

Wer nun aber dachte es käme eine „andere“ Alemannia auf dem Platz sah sich getäuscht. Ohne Mumm sah man zu wie der Gegner sich den Ball schön von links auf rechts spielte, und beschränkte sich darauf das Spiel schön eng zu machen. Warum auch den freien Mann auf der anderen Seite suchen wenn man es doch probieren konnte durch drei Paderborner durchzuspielen? Ebenso ließ man den Gegner genug Zeit und Raum das er sich in die richtige Torschuss Position laufen konnte. Statt den Spieler anzugreifen schaute man zu, und Paderborns Kara hielt aus 16m einfach mal drauf. Der einzige der Gegenwehr zeigte, Keeper Boy Watermann, konnte den Ball nur nach vorne abwehren so dass Matthew Taylor den Nachschuss ins Tor setzte zum überraschenden 0:1. Nun bemühten sich unsere schwarzgelben weiter nach vorne, doch schon der nächste Angriff des Gegners saß. Wieder spazierte man mühelos in den Strafraum, ohne das irgendeiner im Alemannia Trikot sich genötigt fühlte einzuschreiten. Diesmal patze Keeper Boy Watermann, den durchgeflutschten Ball verwandelte wieder Matthew Taylor zum 0:2. Das Spiel war faktisch entschieden, unsere Kicker versuchten immer noch halbherzig den Ball irgendwie nach vorne zu bekommen. Entweder war Paderborn mit dem Stand zufrieden oder sie offenbarten schwächen. Aber sie taten nicht mehr als nötig, was auch genug war gegen eine Alemannia die überhaupt nicht ins Spiel kam. Dann folgte noch der große Auftritt von Schiedsrichter Patrick Ittrich. Nachdem der gelb vorbelastete Albert Streit 2m neben den Schiri den Ball auf den Rasen knallte (nachdem ein Foul gegen ihn gepfiffen wurde), sah er für diese Aktion die gelb-rote Karte und musste vom Feld. Die einen meinen es war übertrieben, die anderen monierten das fehlende Fingerspitzengefühl. Nun, der Schiedsrichter pfiff die ganze zweite Halbzeit sehr kleinlich und meist zum Vorteil des Gastes. Aber in dieser Situation hätte der Profi Albert Streit es besser wissen müssen bzw. sich besser im Griff haben müssen. Die Ampelkarte war eigentlich eine Folge seiner Dummheit. Ganze fünf Minuten später, Alemannia wollte gerade einen Freistoß ausführen, pfiff der Schiedsrichter erneut eine Strafraumszene ab. Zu Überraschung aller zeigte er Seyi Olajengbesi glatt Rot, angeblich wegen einer Tätlichkeit. Im TV konnte man sehen das Seyi seinem Gegenspieler beim Rückwärtsgehen auf den Fuß trat. In meinen Augen eine überharte Entscheidung die auch mit einer Gelben Karte noch gut gewürdigt worden wäre. Dazwischen versuchte sich Timo Achenbach im Strafraum der Gäste mit einer „Schwalbe“. Dies hat der Schiedsrichter gut erkannt, im Stadion selbst hätte ich Elfmeter gegeben. Gegen neun Alemannen hatte Paderborn nun leichtes Spiel, leistete sich aber den Luxus den Spielstand nicht höher ausfallen zu lassen. Teilweise war es schon Lächerlich wie man mit den Möglichkeiten umging. Kurz vor Schluss vollstreckten sie dann doch noch zum 0:3, als Alushi frei vor Keeper Watermann den Schlusspunkt setzte.

 

Es war kein guter Tag der Alemannen, ohne Biss und Mumm ergab man sich schnell den Aufstiegskandidaten aus Paderborn. Dabei wäre erheblich mehr drin gewesen, ja wenn man nur ansatzweise das gespielt hätte was man kann. Aber diesmal blieben sie alles schuldig, man erinnert sich grauenvoll an die Hinrunde. Seit nunmehr drei Spielen in Folge trifft man wieder das Tor nicht mehr, die Ladehemmung ist wieder da. Nun muss man nicht zwingend gegen einen Top Favoriten gewinnen, aber Alemannia hat es wieder versäumt aus den Niederlagen der direkten Konkurrenz Kapital zu schlagen. Weiterhin hängt man am seidenen Faden vor einem Abstiegsplatz, da mag der 13. Platz in der Tabelle nicht darüber hinwegtäuschen. Nach 20 geschossen Toren, und 21 Punkten nach 24. Spieltagen, muss einem Angst und Bange werden. Vor allem wenn die Spieler wieder davon sprechen das man in den verbleibenden 10 Spielen ja noch 30 Punkte holen kann! Da bleibt mir die Spucke weg wie man glauben kann in 10 Spielen 30 Punkte zu holen wenn man nach 24 Spielen gerade mal mickrige 21 Punkte hat. Zuletzt brachten diese Floskeln 1989 den Abstieg mit sich. So optimistisch man nach der Winterpause auch war, so erschreckend die Vorstellung einiger Spieler heute. Von 100% Leistungsbereitschaft war heute jedenfalls nichts zu sehen. Man war „bemüht“!

1 Kommentar

  1. Ilja

    Zu den 21 Pkt. bzw. 30 Pkt: In dieser Saison steigt man auch mit unter 40 Pkt. nicht ab! Das liegt daran, dass eine Kluft zwischen den Aufstiegs- und Abstiegskandidaten liegt, respektive die und wir uns da oben nur selten (bisher) Patzer leisteten.

    Zum Spiel kann ich nicht viel sagen, deswegen danke für die Analyse, obwohl sie aus Aachener Sicht war. Ich verfolgte das Spiel auf einer Autobahn im Radio und da hieß es stets, dass die Alemannia wie eine von Funkel trainierte Mannschaft auftreten würde…

    „Das muss man sich mal vorstellen, der kleine SC Paderborn auf Aufstiegskurs während unsere Alemannia im Abstiegssog dümpelt. Wer hätte das mal gedacht?“

    Ganz ehrlich, niemand 😛

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