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Jan 30 2012

Kartoffelkaefer

Alemannia nach dem Wintercheck

 

Am Samstag, 04.02.2012 wird es wieder ernst für unsere schwarzgelben Kicker. Dann stellt sich Bundesligaabsteiger und Aufstiegsfavorit FC St. Pauli am Aachener Tivoli vor. Unvergesslich die letzte Niederlage gegen die Mannen vom Millerntor, als man im ersten Spiel auf dem neuen Tivoli glatt mit 0:5 verlor. Eine Niederlage die immer noch schmerzt, aber die eigentlich uninteressant ist. Alemannia hat im Moment ganz andere sportliche Sorgen. Und die Winterpause sollte genutzt werden um durch intensives Arbeiten eine deutlich bessere Rückrunde zu gestalten als die Hinrunde. Die letzten Spiele gaben Anlass zur Hoffnung das Trainer Friedhelm Funkel nun mit seinem neuen Konzept Gehör findet. Die Ergebnisse stimmten zwar noch nicht so überein, aber zumindest spielerisch war ein Fortschritt erkennbar, allerdings nach wie vor die typischen Schwächen. Im türkischen Side sollte im Trainingslager dieses ausgemerzt werden. Mit fast allen Spielern an Bord wurde sich intensiv vorbereitet auf das Ziel Klassenerhalt. Alles andere wäre auch zu vermessen.

Mit Neuzugang Albert Streit wird wieder eine Hoffnung verbunden das nun alles besser wird. Der schwierige Spieler bekommt in Aachen seine Chance zu zeigen das er sportlich doch noch einiges drauf hat und ein Gewinn für die Alemannia sein könnte. David Odonkor war ebenfalls jener den man das zutraute, der aber nach gutem Beginn in ein kleines Leistungsloch fiel und dadurch mehr Bekanntschaft mit der Ersatzbank machte als mit dem Gegner. Friedhelm Funkel und Co-Trainer Christoph John scheuchten unsere Kicker quer durch die Trainingsplätze. Schweißtreibende Übungen sollten das Mit- und Füreinander bestärken. Drei Testspiele gab es ebenfalls zu absolvieren, mit jeweils drei Siegen gegen Erzgebirge Aue (3:1), Wacker Innsbruck  (1:0) und VfL Bochum (2:1) sah das gebotene garnicht mal schlecht aus. Wie der „Öcher“ ja nunmal so ist fabriziert man sich daraus schon den Durchmarsch aus dem Ligatabellenkeller in Höhere Regionen. Doch weit gefehlt. Meiner Meinung nach wird es bis zum Ende der Spielzeit eine enge Kiste werden mit dem Klassenerhalt. Nur wenn wirklich jedes Rädchen in der Mannschaft funktioniert kann noch etwas gelingen was man sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen kann. Allerdings muss man aufpassen das man nicht wieder denselben Fehler wie in der Hinrunde macht, die eigene schwache Leistung stark reden und damit die Probleme ausblendet. Dass es doch noch nicht so perfekt läuft zeigte der letzte Test am Samstag gegen den Drittligisten VfL Osnabrück. Das als Geheimspiel eingestufte Duell sahen dann auch nur grad einmal 100 Fans. Im Nachhinein wohl zum Glück, denn das was Alemannia gegen den Klassentieferen Gegner zustande brachte war wieder ein Rückfall in alten Zeiten. Natürlich darf man diese Art Testspiele nicht zu ernst nehmen, allerdings scheinen das einige Spieler auch nicht getan zu haben.

Gerade in der Defensive neigte ein Tobias Feisthammel dazu durch „merkwürdige Ideen“ (nett formuliert von der Aachener Zeitung) im Spielaufbau mehr die eigene Mannschaft zu verwirren als den Gegner, der daraus allerdings auch wenig Kapital schlagen konnte. Gerade so was gilt es im Hinblick auf die nun anstehenden ernsthaften Aufgaben zu verhindern. Der FC St. Pauli ist sicherlich kein Maßstab für unsere Alemannia, denn während die Hamburger nach oben schauen ist die schwarzgelbe Richtung andersherum. Es gilt andere Teams zu schlagen, aber für die eigene Motivation wäre es natürlich sehr förderlich wenn man gleich im ersten Heimspiel nach der Winterpause für ein Ausrufezeichen sorgen könnte. Es liegt an den Mannen um Friedhelm Funkel selbst dafür zu sorgen. Als Einzelspieler sind sie stark, aber als Team müssen sie dies noch mehr zeigen. Und den vollmundigen Beteuerungen auch Taten sprechen lassen. Am besten in Form von Toren am Samstag.