Jan 14 2012

Testspiel-Niederlage: Alemannia unterliegt 1.FC Köln II 1:2

Ganz groß wurde es angekündigt, der namhafte FC vom Rhein kommt zum Testspiel mit Prinz Poldi und Co im Gepäck. Doch was dann aus dem Mannschaftsbus ausstieg war eine verbesserte Reserve aus A-Jugendlichen und Reservisten plus drei mehr oder minder spielende Stammspieler. Dem entsprechend war Alemannia Sportchef Erik Meijer auch verärgert, denn unter diesen Voraussetzungen hätte man sich gegen den Test entschieden. FC Sportchef Volker Finke hingegen sah das anders, auch wenn man am Ende der Vorbereitung steht hatte man erst vor zwei Tagen im Trainingslager ein Testspiel gegen den niederländischen Ehrendivisionär FC Utrecht (0:0) absolviert. Nun denn, 13.051 Zuschauer wollten unterhalten werden, das so richtig erst in der zweiten Hälfte gelang. Das Kölner Reserve-Team zeigte sich auf Augenhöhe gegen eine zusammengewürfelte Alemannia Mannschaft, die wohl so nie auf dem Platz stehen wird. Eine dicke Nachlässigkeit nutze der FC durch Sebastian Feist zum 0:1. Ganze zehn Minuten später wuchtete Benny Auer seinen Körper zwischen zwei FC Spieler im Strafraum und der Ball kullerte irgendwie zum 1:1 ins Tor. In der zweiten Halbzeit zeigte sich die auf neun Positionen durchgewechselte Alemannia stark verbessert und erspielte sich Torchancen um Torchancen. Doch der alte Fluch aus 2011 war auch im Januar 2012 an den Füßen der schwarzgelben Kicker. Der Ball wollte nicht rein. Eine der wenigen Konterchancen nutzen die Reservisten des FC dann zum 1:2 Siegtreffer durch Mark Uth. Unter dem Strich eine unglückliche Niederlage, und ein Testspiel das seinen Namen verdiente auch wenn die bibernde Mehrzahl der Fans anscheinend doch zufrieden war mit dem Auftritt beider Mannschaften.

Es war schade, dass der 1. FC Köln sich nicht die Mühe gemacht hat, mit einer namhaften Mannschaft hierher zu kommen (Erik Meijer, Alemannia Sportchef)

Alemannia Coach Friedhelm Funkel hatte bereits vorher angekündigt das man mit zwei komplett verschiedenen Mannschaften auflaufen würde, und sich die Zwischendurch Wechselei ersparen wollte. FC-Coach Stale Solbakken hingegen tat am Morgen bereits Kund das eine verbesserte Reservisten Mannschaft das letzte Testspiel auf dem Tivoli absolvieren würde. Prinz Poldi war eh krankheitsbedingt ausgefallen und soll geschont werden. Bei Alemannia grasierte ein Magen-Darm Virus und nistete sich wohlwollend im Bereich der Abwehrspieler ein. Timo Achenbach, Kim Falkenberg und Shervin Radjabali-Fardi traf es und verhinderte ihr Mitwirken. Davon profitierten Andreas Korte und der eigentlich ausgemusterte Mario Erb. Besonderes Augenmerk wurde auf Alemannia Neuverpflichtung Albert Streit gelegt, der auch schon das Kölner Trikot in seiner langen Karriere übergestreift hatte. Während es auf dem Rasen gemächlich zuging saßen die Alemannia und FC Fans friedlich zusammen in den bunt gemischten Blöcken. Das Spiel musste wohl so interessant gewesen sein das sich sogar fünf Borussen Fans aus Mönchengladbach samt Fahne dazugesellten. So lahm wie das Spiel, so ruhig blieb es auf den Rängen. Die erste gute Chance hatte Marco Stiepermann nach neun Minten als Alper Uludag den Ball in die Schnittstelle der Viererabwehrkette spielte. Allein vor FC Reserve Torwart Horn scheiterte Stiepermann aber kläglich in dem 1zu1 Duell. Auf mäßigem Niveau ging das Spiel weiter mit Fehler im Spielaufbau auf beiden Seiten. Irgendwie war es zu kalt und zu rutschig auf dem Rasen. Andreas Korte, der für den ausgefallen Timo Achenbach 90 Minuten in der linken Abwehrkette durchspielte, hatte alle Mühe die Angriffe auf seiner Seite abzuwehren. Das gelang ihm nicht immer und so fiel auch das erste Tor über genau jene Seite. Zuviel Platz hatte der FC auf rechts so das Odise Roshi unbedrängt in den Strafraum passen konnte. Dort war die Alemannia Abwehr unsortiert und Sebastian Freis schoss den Ball mühelos zum 0:1 aus kurzer Distanz ins Tor. Man erinnerte sich an die Szenerie bereits aus der Hinrunde, Schlafmützigkeit wird direkt bestraft. Etwas glücklich fiel nach kurzer Zeit der Ausgleich, als Albert Streit unbedrängt den Ball in den Kölner Strafraum flankte. Dort setzte Benny Auer seinen ganzen Körper ein gegen die Kölner Sereno und Andrezinho. Aus dem Knäuel heraus war wohl auch FC Keeper Horn verwirrt als der Ball neben den Pfosten ins Tor trudelte. Ein typisches Alemannia Tor irgendwie. Die letzten Minuten vor der Halbzeit wurden dann spannender, der unglückliche Marco Stiepermann scheitere mit seinen Schuss an einem FC Abwehrbein wodurch der Ball neben den Pfosten rollte. Der agile Alper Uludag versuchte es mit einem Heber, auch dieser ging zuweit drüber. Zum Schluss wurde es auch noch ein bisschen ruppiger das aber wenigstens die Stimmung auf den Rängen förderte.

Zur Halbzeit kam eine fast ausgewechselte Alemannia Mannschaft auf den Rasen zurück, nur Andreas Korte und Marco Stiepermann waren weiterhin dabei. Der FC kam ohne Veränderung aus der Kabine. Alemannia zeigte sich in neuer Formation spielfreudiger und schneller als die Mannschaft aus der ersten Halbzeit. Manuel Junglas probierte es aus der Ferne aber der Schuss ging ungefährlich weit vorbei. Die FC Reserve war immer dann brandgefährlich wenn sie ihr Konterspiel aufzogen. So scheiterte Andrezinho am starken Tim Krumpen. Alemannia nahm den FC nun in der Zange, jeweils über die Außen versuchte man zum Torerfolg zu kommen. Marco Stiepermann über links und David Odonkor über rechts versemmelten aber ihre gute Chancen fahrlässig. Manuel Junglas hingegen zeigte Übersicht und verteilte entsprechend die Bälle, das er sehr gut machte und immer wieder das Spiel öffnete. Auch Daniel Engelbrecht scheiterte mit seinem Schussversuch und hatte ansonsten auch Mühe sich durchzusetzen. Für den umworbenden Angreifer aus der zweiten Mannschaft der Alemannia war dies auch mal ein erster Test für die Profiabteilung. Eigentlich war es nur noch eine Frage der Zeit wann der Ball im Kölner Tornetz zappelte. Chancen um Chancen vergaben die schwarzgelben und wurden am Ende dafür bestraft, die typische alte Fussballerwahrheit eben. Wieder kam der FC über rechts und Andreas Korte ließ Odise Roshi zu viel Platz und schaute zu. Dieser legte den Ball an ihm vorbei und brachte den Ball an den zweiten Pfosten wo Mark Uth vollkommen alleine stand und den Ball mühelos ins Tor schob zum 1:2. Da sah die gesamte Abwehr um Tobias Feisthammel, Thomas Stehle und auch Tim Krumpen schlecht aus. Alemannia probierte es am Ende nochmal doch der Ball wollte einfach nicht mehr im Tor landen. Der schwache Marco Stiepermann leistete sich im Konter sogar noch den Spaß den Ball ins Nirgendwo zu schiessen. Auf der Gegenseite konnte Keeper Tim Krumpen stark auf der Linie parieren als Uth mit einem wuchtigen Kopfball das 1:3 auf dem Kopf hatte. Mit einer Testspielniederlage startet Alemannia nun in die Vorbereitung, bereits am Sonntag fliegt der gesamte Kader ins türkische Trainingslager nach Side.

Zusammengefasst kann man sagen das ein Testspiel eben das ist was es ist. Ein Testspiel. Friedhelm Funkel durfte weniger die Mannschaft im Augenschein genommen haben sondern die Einzelspieler. Da präsentierte sich Marco Stiepermann allerdings ganz miserabel, weder im spielerischen noch im Abschluss zeigte er sich verbessert. Er bleibt wohl weiterhin das Sorgenkind der Alemannia, zumindest bis man ihm im halben Jahr wieder nach Dortmund zurückschickt. Alper Uludag, der eigentlich schon wegtransferiert war zur Türkei, hat sich wohl vorgenommen eine Führungsrolle zu übernehmen. Sein Auftreten wirkt noch arrogant aber das was er macht gefällt. Das gilt auch für Manuel Junglas der nun weniger rummault auf dem Platz und stattdessen sich als Ballverteiler anschickt. Das sah gut aus wie er immer wieder die Spielöffnung auf den Flügeln initiierte. Andreas Korte hatte 90 Minuten Zeit auf der linken Abwehrposition und musste erkennen das ihm noch einiges fehlt im direkten Duell mit seinem Gegenspieler. Auch Tim Krumpen zeigte sich unsicher bei Flanken in dem Strafraum, dafür war er aber auf der Linie ganz stark. Der ausgemusterte Mario Erb nutzte hingegen seine Chance und spielte auf der rechten Abwehrseite eine gute Partie, und war sogar Offensiv zu sehen. David Odonkor zeigte wie schnell er mit Ball ist, aber auch das er Chancen nicht zu nutzen weiß vor dem Tor. Albert Streit konnte sich 45 Minuten zeigen, ihm merkt man aber noch die fehlende Bindung an der Mannschaft an. Trotzdem zeigte er ansatzweise, und mit der Vorlage zum Tor, wie wertvoll er für die Alemannia sein kann. Am Rande sei noch gesagt das die fünf Gladbacher Fans sich nicht wundern mussten das sie von den Kölner Fans eine auf die Mütze bekamen. Kaum waren die Ordner aus dem Block weg gesellten sich ein paar Kölner zu den Gladbachern und tauschten Freundlichkeiten aus. Am Ende war die Borussen Fahne verschwunden, die Gladbacher um zwei Satz warme Ohren reicher, und die Kölner zufrieden um den Doppelsieg. Der belustigte Alemannia Fan schaute dem treiben genüsslich zu und freute sich auf die warme Stube nach dem Spiel.

Alemannia Aachen: Waterman (46. Krumpen) – Korte, Olanjengbesi (46. Feisthammel), Casper (46. Stehle), Demai (46. Erb) – Streit (46. Odonkor), Yabo (46. Junglas), Sibum (46. Kratz), Stiepermann – Uludag (46. Radu) – Auer (46. Engelbrecht)

1. FC Köln: Horn – Andrezinho (63. Spinnrath), Sereno, Kübler, Weiser – Roshi, Matuschyk, Pezzoni, Schnellhardt – Freis, Ishak (70. Uth)