Dez 22 2011

Alemannia – Mit Hipp Hipp Hurra in den Weihnachtsurlaub

Das letzte Spiel in dieser Saison spiegelte nochmal den Verlauf der Hinrunde wieder. In einem mittelklassigen Spiel bei Aufsteiger Eintracht Braunschweig verabschiedet sich Alemannia mit einem 1:1 und Platz 14 in den Winterurlaub. Bas Sibum brachte unsere schwarzgelben mit der einzigen echten Chance in Führung zur Halbzeit. Nach einem Freistoß von Timo Achenbach stand er goldrichtig und köpfte am langen Pfosten zum 0:1 ein. Trotz optischen Übergewicht liefen sich die Braunschweiger immer schön fest in der Alemannia Abwehr. Zur zweiten Halbzeit änderte sich nicht viel, Braunschweig zeigte sich weiterhin bemüht und Alemannia abwartend. Beide Teams neutralisierten sich solange bis Benny Auer den Ball ins Tor beförderte zum vermeintlichen 0:2. Doch der Linienrichter entschied auf Abseits, obwohl es keines war. Das ist leider das Pech der Mannschaften die unten stehen, vermeintliche Fehlentscheidungen wirken sich gravierend aus. So auch bei unseren schwarzgelben. Hinten stand man gegen ideenlose Gastgeber sicher und vorne fehlte das Glück. Sergiu Radu versuchte es aus spitzen Winkel, doch vor der Linie wurde der Ball sicher geklärt. Braunschweigs Tormaschine Dominick Kumbela blieb stumpf bis kurz vor Schluss. Da zündete er einmal als die schwarzgelbe Hintermannschaft schlief, und klaute unseren Alemannen noch kurz vor Schluss die drei Punkte. Tja, wieder einmal ließ man sich durch eine Unachtsamkeit kurz vor Schluss die sichere Ausbeute aus den Händen reißen. Und wieder einmal konnte man von den Patzern der Konkurrenz nicht profitieren und sich entscheidend absetzen. Deshalb bleibt es in der Wintertabelle auch knapp in Sachen Abstiegskampf. Alemannia scheint gefallen daran gefunden zu haben unten mitzumischen obwohl man sich seit ein paar Wochen stabilisert zeigt. Nun muss man die Winterpause nutzen um in der Rückrunde endlich die entscheidenden Punkte zu holen, damit man nicht bis zum Schluss in der Abstiegsverlosung dabei ist. Helfen soll nun ausgerechnet ein Stinkstiefel und Söldner, Albert Streit. Der Mittelfeldspieler wurde unter Schalke Trainer Felix Magath in die zweite Mannschaft verbannt und saß quasi seinen gut dotierten Vertrag aus. Erst vor dem Arbeitsgericht einigte man sich auf eine Vertragsauflösung samt Abfindung damit das unrühmliche Kapitel geschlossen wurde. Alemannia Coach Friedhelm Funkel kennt Albert Streit aus alten Frankfurter Zeiten und kam mit ihm gut zurecht. Schnell wurden Kontakte geknüpft und das gegenseitige Beschnuppern scheint fruchtbar zu werden. Eine Verpflichtung bis Saisonende steht kurz bevor. Mit Problemfällen ist man bei Alemannia schon immer gut gefahren, abgeschriebene Spieler erlebten am Tivoli nochmal ihren persönlichen sportlichen Höhenpunkt. Für Albert Streit eine gute Möglichkeit wieder positiv von sich Reden zu machen, für Alemannia eine gute Gelegenheit einen kreativen Spieler plus Stinkstiefel auf dem Platz zu bekommen. Diesen sucht man ja auch schon seit zwei Jahren vergeblich. Man darf gespannt sein wie die Alemannia 2012 in der Rückrunde die Liga rockt.

 

Am Montag war die außerordentliche Mitgliederversammlung der Alemannia. Die wichtigsten Punkten auf der Tagesordnung waren die neue Satzung und die Ermächtigung des Vorstandes Stadionanteile zu verkaufen. 384 Mitglieder erlebten eine nahezu ruhige Veranstaltung, nichts zu sehen von den Redeschlachten und hitzig geführten Diskussionen wie bei den vorherigen Jahreshauptversammlungen. Die neue Satzung der Alemannia wurde mit überwältigter Mehrheit angenommen, man darf nun behaupten das Alemannia einer der wenigen Vereine ist mit einer demokratischen Satzung. Das Ziel wurde endlich erreicht und das Mitspracherecht wird nun das was es auch sein sollte. Der andere Tagesordnungspunkt war ebenfalls schnell geklärt. Quasi per Freibrief stimmten die Mitglieder den Antrag zu das der Alemannia Vorstand Stadionanteile oder das Erbbaurecht veräußern darf. Hatte man auch eine andere Wahl? Die finanzielle Lage zwingt den Verein samt seinen Mitgliedern so zu handeln damit die enorme finanzielle Stadionbelastung endlich gestemmt werden kann. Da Alemannia nur noch reagieren kann, während andere agieren müssen, blieb den Mitgliedern keine andere Wahl als zur Zustimmung. Zwar versuchte Alemannia Präsident Nachtsheim und Aufsichtsratvorsitzender Meino Heyen die Mitglieder zu überzeugen das man dies nur unter den folgenden Bedingungen machen will:

– Die jährliche Belastung muss langfristig und nachhaltig deutlich reduziert werden
– Alle Betreiber- und Verwaltungsrechte verbleiben bei der Alemannia
– Keine nennenswerten baulichen Maßnahmen, etwa Rückbau von Stehplätzen
– Die Ermächtigung endet am 29. März 2012 (Datum der nächsten Jahreshauptversammlung)

 

Dennoch werden andere die Konditionen zu bestimmen haben, denn wenn man von jemanden etwas haben will muss die Gegenleistung sich lohnen. Geschenkt wird der Alemannia nichts, denn das finanzielle Desaster ist hausgemacht. Und man hat in der Vergangenheit kein gutes Licht auf sich selbst geworfen, vor allem nicht wenn man Hilfe einfordert statt um jene zu bitten. Da kann man noch so schön Reden das man der Stadt Aachen nicht die Probleme vor die Tür gelegt hat nach dem Motto „nun helft mal“. Andererseits bedeutet keine Hilfe das endgültige Aus der Alemannia. In Anbetracht der Bürgschaften und ein 50Mio teures Stadion kann sich das weder die Stadt Aachen noch das Land NRW erlauben. Man will und wird helfen, die Frage ist nur das große Wie? Der große Runde Tisch muss bis März entschieden haben wie es weitergeht und welche Lösung präsentiert werden kann. Denn dann beginnt das Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga. Sollte man keine Lösung haben bedeutet dies Lizenzenzug und Abstieg bis in die NRW Liga. Es gibt bis dahin noch viele offene Fragen zu erörtern und zu lösen ehe man als Alemannia Fan hoffen kann dass das Schiff Alemannia wieder in ruhigere Fahrgewässer schippert. Aber zunächst ist ja mal Weihnachten, Tage der Besinnlichkeit ehe die Mannschaft sich wieder einfindet auf dem Tivoli. Mit Hallenturnieren in Essen und Frankfurt startet man in die Vorbereitung ehe man in den sonnigen Süden fliegt. Zuletzt steht am 13. Januar ein echter Prüfstein auf dem Programm. Mit dem 1. FC Köln kommt es zum West-Duell im Freundschaftsspiel, quasi als letzte Standort Bestimmung zur Rückrunde. Denn dann empfängt man den Bundesliga Absteiger FC St. Pauli auf dem heimischen Tivoli. Dort könnte man bereits die erste Duftmarke setzen. Sportlicher Erfolg fördert auch das Interesse von Sponsoren. Die Spieler haben es in der Hand bzw. am Fuß!

2 Kommentare

  1. Wieder mal gelungen liber Dirk, aber demnächst ein paar Absätze einbauen bitte! Hilft beim Lesen!! Merssi 😉

    1. Ich gelobe Besserung 🙂

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