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Sep 19 2011

Kartoffelkaefer

Friedhelm Funkel neuer Alemannia Coach

Am Abend stieg weißer Rauch auf am Tivoli. Habemus pappas Friedhelm Funkel. Der 57-jährige unterschrieb am Abend einen Kontrakt bis 2013. Damit ist die Trainer Suche der Alemannia beendet, nachdem man sich letzte Woche von Peter Hyballa trennte. Mit nach Aachen bringt Friedhelm Funkel auch seinen Co-Trainer Christoph John. Vor einer Woche wurde er selbst, einen Tag nach der Entlassung von Hyballa, beim VfL Bochum freigestellt. Vor zwei Monaten stand er mit dem VfL noch mit einem in der ersten Liga und scheiterte in der Relegation gegen Borussia Mönchengladbach. Als selbst ernannter Aufstiegskandidat ging der Saisonstart derbe schief und man fand sich am 7. Spieltag auf Tabellenplatz 17 wieder. Zuwenig für einen ambitionierten Aufstiegsklub. Bei Alemannia hingegen soll der erfahrene Trainerfuchs, mit 1100 Einsätzen als Spieler und Trainer in der Ersten und Zweiten Liga, die schwer angeschlagene Alemannia wieder auf Kurs bringen. Fünf Mal schaffte Funkel den Aufstieg aus der Zweiten in die Erste Liga, zweimal mit dem KFC Uerdingen, jeweils einmal mit dem MSV Duisburg, dem 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt. Vor garnicht allzu langer Zeit war er schon einmal als Trainer am Tivoli im Gespräch, nachdem Jürgen Seeberger entlassen wurde. Doch damals war man mit den Gehaltsforderungen nicht einverstanden und kam nicht zusammen. Diesmal ist jedoch alles anders, seitdem er wieder auf dem freien Trainermarkt war ging alles schnell. Heute Abend wurde auch der Alemannia Aufsichtsrat überzeugt und gab einstimmig seine Zustimmung.

Es gab in meiner Karriere immer wieder Berührungspunkte mit der Alemannia. Erik Meijer musste mir nicht allzu viel berichten, ich kenne den Klub aus vielen Begegnungen im Laufe der Jahre ganz gut.
(Alemannia Coach Friedhelm Funkel)

Mit der Verpflichtung von Friedhelm Funkel geht man bei der Alemannia nun einen anderen Weg. Weg vom Talentschuppen mit einem jungen erfolgshungrigen Trainer. Diesmal sitzt die Angst des sportlichen Niedergangs ganz tief im Alemannia Nacken. Jetzt ist Erfahrung gefragt, und die schnelle Rettung zu den 40 Punkten. Alles andere wird erst einmal auf Eis gelegt. Die Kampagne „Auf Gedeih und Verderb“ hat manchen Befürworter nun selbst gebissen. Das Konzept Peter Hyballas war gut, die Kaderzusammenstellung allerdings dürftig. Nach den ersten Mißerfolgen musste man personell nachlegen, Anouar Hadouir und David Odonkor wurden spät verpflichtet. Nun darf man gespannt sein mit welchen Konzept Friedhelm Funkel die Alemannia wieder auf Kurs bringen will. Der ein oder andere Spieler wird sich nun auch so seine Gedanken machen müssen. Die Uhr ist wieder zurück gedreht und jeder Spieler bekommt nun nochmal eine zweite Chance.

Friedhelm Funkel hat hier sowieso nur eine Chance wenn er Erfolg hat. Aus seiner Vita ist zu lesen das er in jungen Jahren ein Fan von Borussia Mönchengladbach war und gerne auf dem Bökelberg ging. Auch heute noch hegt er Sympatie für den Klub, daraus macht er kein Geheimnis. Genau an dieser Vergangenheit ist damals Michael Fronzeck gescheitert in Aachen, als es nicht lief wurde ihm das schön auf´s Brot geschmiert. Hoffentlich bleibt uns sowas erspart. Es muss vor allem wieder Ruhe einkehren in und um den Klub. Der Klömpschenklub ist nicht so leicht zu besänftigen, und immer wieder für eine Überraschung gut. Wer hätte vor einem Monat gedacht das ein David Odonkor hier spielt und ein Friedhelm Funkel Trainer ist? Man wäre verlacht worden. Am Dienstag um 12 Uhr wird Friedhelm Funkel offiziell bei der Alemannia vorgestellt, am Mittwoch leitet er zum erstenma das Training ehe es am Wochenende zum Spiel nach Union Berlin geht. Hoffentlich dann mit einem Dreier im Rückfluggepäck.

Auch wenn mein Trainer Favorit Marcel Koller hieß, ich wünsche unserem neuen Coach eine glückliche Hand, viel Erfolg und ruhiges und langes Arbeiten. Auf das hier mal endlich wieder etwas entsteht und nicht nach einem Jahr wieder in Frage gestellt wird. Außerdem ist es gut das keine weiteren Experimente ala Peter Neuruer, Lothar Matthäus, Klaus Augentaler und Petrick Sander gestartet wurden.