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Sep 12 2011

Kartoffelkaefer

Alemannia – Die Null steht vorne und hinten

Am siebten Spieltag wurde wieder nichts mit dem ersten Sieg in der Liga. Alemannia holte zum dritten mal in Folge ein 0:0, diesmal in Paderborn. Eigentlich liest sich das ganze Positiv. Dreimal in Folge ungeschlagen, dreimal in Folge zu Null gespielt. Das können nur ganz wenige Mannschaften von sich behaupten. Hinten steht die Null, und würde sie nicht auch vorne stehen könnte man glatt zufrieden sein. Kann man aber nicht. Unser Sturm ist nach wie vor ein laues Lüftchen, es wird konsequent daneben, darüber oder der gegnerische Torwart angeschossen. So bleibt Abwehrspieler Tobias Feisthammel auch am siebten Spieltag einsamer Torschütze der Alemannia. Was für ein Hohn, zumindest hat er sich den Platz im Geschichtsbuch gesichert. Letzte Saison hatten der spätere Absteiger Arminia Bielefeld und Fortuna Düsseldorf auch nur magere drei Punkte auf dem Konto. Aber sie schossen Tore und verbuchten jeweils einen Sieg für sich. Unsere schwarzgelben hingegen hangeln sich mit Unendschieden zu den drei Punkten. Würde Boy Waterman nicht im Tor stehen, es hätte wahrscheinlich nicht mal zu einem Punkt gereicht. Mit Glanztaten verhinderte er in Rostock und Paderborn kurz vor Schluss die Niederlage, als der Gegner in aussichtsreicher Position an sich und Waterman scheiterte.

 

Dabei zog man in der Länderspielpause erste Lehren aus dem Katastophenstart in der Liga. Wie immer wurde erzählt das man gut spielen würde aber das Tor nicht fallen wolle. Das die Abwehr sich haarsträubende Fehler erlaubte, gute Chancen amateurhaft vergeben wurden, alles geschenkt. Der neue Hoffnungsträger hieß die Woche über David Odonkor. Diesen nahm man nach eingehenden medizinischen Untersuchen bis Saisonende unter Vertrag. Ein ehemaliger Nationalspieler mit einem Laufpensum samt Geschwindigkeit wie ein Leichtathlet, das klang doch gut. Flanken konnte er zudem auch noch, wie man aus der WM2006 gegen Polen noch in Erinnerung hat. Das Medieninteresse war groß, alles schaute nach vorn und man ließ das „gewesene“ erstmal hinten anstehen. Trainiert wurde in der spielfreien Woche hart, die Defizite galt es auf zu arbeiten. In Paderborn sollte der erste Dreier erfolgen.

 

Boy Waterman sicherte die Null

Was folgte war eine erste Halbzeit in der Alemannia Glück hatte nicht frühzeitig zurückzuliegen. Während die Ostwestfalen energisch auftraten standen unsere schwarzgelben wie das Kaninchen vor der Schlange in der eigenen Hälfte. Paderborn konnte schalten und Walten wie sie wollten. Nach 25. Minuten hatte man Glück das Paderborns Kara nur den Pfosten traf. Das war allerdings der Weckruf unserer Mannschaft, nun stemmte man sich gegen das drohende Tor und setzte eigene Akzente nach vorne. Allerdings blieben Dribblings und flanken fruchtlos in den Beinen der Abwehrspieler hängen und Schüsse auf das Tor gingen drüber. Die beste Chance hatte Manuel Junglas als Paderborns Strohdiek gegen ihn als letzter Mann den Ball vertändelte. Doch Manuel Junglas hatte zwei Gedanken im Kopf und bereitete Paderborns Keeper Kruse auf eine Glanztat vor. Bis zur Halbzeit lief dann in beiden Strafräumen einiges zusammen, jedoch kam für keinen etwas zählbares heraus.

Nach der Pause verfiel Alemannia wieder in leghartie und Paderborn gab sofort den Ton an. Nachdem diese wieder gute Torchancen ausließen setzte Shervin Radjabali-Fardi ein Ausrufezeichen. Mit einem satten Schuss traf er nur die Unterkante der Latte, der Ball sprang Zentimeter vor der Torlinie zurück ins Feld. Wenn man kein Glück hat kommt auch noch das Pech hinzu. Beide Teams lieferten sich nun wahrlich einen Schlagabtausch indem unsere schwarzgelben nun den besseren Eindruck machten. Doch auch Stiepermann und Auer vergaben gute Chancen zum Tor. Coach Hyballa brachte mit David Odonkor, der nach 70 Minuten sein Debüt gab, und Anouar Hadouir weitere offensive Spieler. Unsere Neuverpflichtung machte auf rechts auch gleich mächtig Wind und konnte sogar zum Torschuss abschließen. Aber auch er zielte zu hoch oder zu ungenau. Während sich Paderborn kurz vor Schluss mit dem einen Punkt zufrieden gab, versuchten es unsere schwarzgelben weiterhin. Doch fast wäre es noch zum Verhängnis geworden, denn ein langer Ball landete bei dem freistehenden Proschwitz, während unsere Abwehr kopfmäßig schon im Bus saß. Doch Schlussmann Boy Waterman verhinderte mit einer Glanzparade die Niederlage. Zufrieden unzufrieden nahm man schießlich einen Punkt mit nach Aachen. David Odonkor gab sein Debüt und zeigte ein wenig seine Klasse, die Abwehr hielt sich, dank Boy Watermann im Tor, schadlos und kann auf die hinten stehende Null verweisen die man nun seid drei Spielen hält. Vorne allerdings bleibt alles beim Alten, einen stürmischen Torschützen sucht man weiterhin vergeblich.

 

Während es im Alemannia Forum hoch her geht von den selbsternannten Fußballexperten mit 500 FIFA 2011 Playstation Einsätzen, bleibt man bei der sportlichen Führung (noch) ruhig. Eine Entlassung Peter Hyballas steht aktuell nicht zur Debatte. Natürlich greifen irgendwann die mechanismen wenn der Erfolg ausbleibt. Aber was sollte eine Trainerwechsel auch bringen? Solange es zwischen Mannschaft und Trainer stimmt, ist es unnötig. Ein neuer Trainer kostet nur Geld und dieser will Geld ausgeben für „seine“ Mannschaft zusammenzustellen. Und Tore kann der neue Trainer auch nicht schießen, aus Benny Auer wird auch niemand mehr ein Laufwunder herauskitzeln. Das ein Trainerwechsel automatisch Erfolg bedeutet, wiederlegte letzte Saison Arminia Bielefeld. Weder ein Trainerwechsel noch 8 Neuverpflichtungen im Winter bewahrten die Arminen vor dem Absturz in der dritten Liga. Anders machten es die Fortunen aus Düsseldorf. Die bewahrten die Ruhe und der Erfolg kehrte zurück. Am Ende standen sie sogar vor unserer Alemannia und schnupperten kurzzeitig sogar auf dem Relegationsaufstiegsplatz. Nun kann man sich aber am Sonntag gegen den starken Tabellenführer aus Fürth beweisen. Zu verlieren hat man nichts, aber zu gewinnen eine ganze Menge. Phsychologisch wäre es der wertvollste Sieg. Warten wir es ab….

1 Kommentar

  1. pascalritter89

    Sollten wir – was ich nicht wirklich glauben kann (aber zu hoffen wage) – gegen Fürth gewinnen, wird das die Initialzündung werden. Nicht nur den Tabellenführer geschlagen, sondern auch die negative Bilanz gegen einen „Angstgegner“ aufgebessert. Und im Endeffekt reicht vielleicht wirklich ein einziges Törchen…

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