«

»

Aug 28 2011

Kartoffelkaefer

Nullnummer gegen Düsseldorf – Alemannia bleibt stumpf

Zum ersten Dreier hat es nicht gereicht, dafür aber einen weiteren Punkt ergattert. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Soll man sich freuen über die 0 hinten und ärgern übern die 0 vorne? Kämpferisch haben uns unsere schwarzgelben alles gegeben, das muss man anerkennen. Aber die offensiven Schwächen bleiben nach wie vor und schweben wie ein Sensemann über dem Tivoli. Wieder kein Tor erzielt, Tobias Feisthammel bleibt weiterhin einziger Torschütze der Alemannia. Und das als Abwehrspieler. Nun kam mit Fortuna Düsseldorf keine normale Laufkundschaft zum Tivoli sondern ein ambitionierte Aufstiegskandidat. Trotzdem konnte man gegen die

Sehr schöne Choreografie vor dem Spiel - Klasse!

Landeshauptstädter nahezu auf Augenhöhe spielen, weil auch diese sich den Schneid abkaufen ließen. Benny Auer hatte zwei 100% Torchancen die er wohl in Normalform mit verbundenden Augen reingemacht hätte. Doch auch er ist das Sydonym der Offensiven Formkrise im schwarzgelben Trikot. Das er nach seiner Auswechslung die beleidigte Leberwurst spielt und wortlos das Stadion verließ geht indes nunmal garnicht! Da gibt es keine Entschuldigung der gekränkten Ehre sondern seine Leistung, neben den beiden Großchancen, war nunmal auswechselwürdig. Und als Kapitän hat er die verdammte Pflicht die jungen Spieler zu führen oder sich zumindest im Dienst der Mannschaft zu stellen. Schaut man auf einen Sascha Rösler, bei dem man meinen könnte er hätte 90 Minuten nicht mehr alle Tassen im Schrank mit seiner provoziererei, dann erkennt man den Unterschied schnell. Da kann ein Rösler noch 40m weg sein vom Geschehen, er ist der erste der beim Schiri lautstark reklamiert und sich den Zorn der anderen Fans zuzieht. Obwohl ich dies persönlich garnicht mag, aber genau jener Rösler ist der Schweinehund der in unserer Mannschaft fehlt. Trotzdem hat auch ihm das alles nichts genutzt, seine Fortunen brachten außer zwei Pfostenschüsse auch nichts besseres zustande. Demzufolge geht das Unentschieden auch in Ordnung. Trotzdem bleibt der Wurm im Sturm weiterhin ein Thema, denn in der Vorwärtsbewegung zeigen sich unsere schwarzgelben weiterhin meist umständlich. Ein Marco Stiepermann baut von Spiel zu Spiel mehr ab, ein Bas Sibum macht den Eindruck das er bei leichten Zuspielen größere Probleme bekommt als wenn er den schwierigen Ball behaupten muss. Mario Erb kämpft nun und geht doch noch zu zimperlich gegen seine Gegenspieler vor. Ein Reinhold Yabo verwirrt nicht nur den Gegner sondern auch seine eigenen Spieler mit seinem unorthodoxen Spiel nach vorne. Teilsweise sieht das auch ganz gut aus, den schönsten Spielzug vollendete er leider nicht und schob den Ball am langen Pfosten vorbei. Mehr hatte unsere Offensive, neben den beiden Chancen von Benny Auer nicht zu bieten. Ich glaube in der zweiten Halbzeit musste sich der Gästekeeper nicht einmal recken nach einem Ball.

Vor dem Spiel gab es schon wieder Besuch im Krankenstand. Coach Peter Hyballa musste kurz vor dem Anpfiff seinen Mannschaft umstellen. Auf der Videowand wurde gerade die Aufstellung angezeigt und ich rieb mir nur die Augen!? Alemannia ohne Stürmer? (wenn ich Marco Stiepermann mal nicht als Stürmer bezeichne). Aber prompt folgte die Korrektur. Kevin Kratz hatte sich beim aufwärmen verletzt, so kam kurzfristig Benny Auer (unter der Woche mit Magenverstimmung gefehlt) doch noch in die Aufstellung. Zuvor meldeten sich bereits Thomas Stehle und Anouar Hadouir verletzungsbedingt ab. 23.864 Zuschauer strömten zum Tivoli, 3.800 Dank Zusatzgratiskarte für die Dauerkarteninhaber und den ca. 6.000 Fortunen Fans die ordentlich Rabatz machten.

 

Zu Beginn führten beiden Teams einen harten Fight, der im Verlauf noch bissiger werden sollte. Es wurde alles reingeworfen was so ein Derby eben ausmacht. Viele kleine Fouls und Nicklichkeiten führten zu hitzigen Diskussionen an denen Ex-Alemanne Sascha Rösler immer mit beteiligt war. Der alte Stinkstiefel provozierte wo er nur konnte und war immer zuerst beim Schiri. Fortuna machte den gefälligeren Eindruck ohne jedoch zu glänzen, sie galten schließlich als der Favorit. Alemannia wiederum hatte wie immer Probleme im Spielaufbau und den Pass in die Offensive. Die letzten 10. Minuten vor der Halbzeit wurden dann die interessanten. Zu bestaunen gab es den einzigen schönen Angriff der Alemannia. Über Marco Stiepermann kam der Ball zu Manuel Junglas, dieser passte im richtigen Moment beim Konter auf Reinhold Yabo der den Ball aus halbrechter Position am langen Pfosten vorbeischob. Alemannia entwickelte nun Druck und zwang die Fortuna zu Fehlern in der Abwehr. Ein Freistoss von Marco Stiepermann landete am 5m Raum direkt bei Benny Auer, der den Ball wuchtig ins rechte untere Eck köpfte. Doch Fortuna Keeper Ratajczak parierte den Ball mit einer klasse Parade so das der alemannische Torjubel erstarb. Kurze Zeit später wurde Benny Auer wieder wunderbar freigespielt und lief alleine auf das Fortuna Tor zu. Doch wieder versagten unserem Torjäger der letzten Saison die Nerven, er konnte den Ball nicht ins Tor unterbringen und scheiterte am starken Fortuna Keeper. Drei gute Chancen herausgearbeitet, doch wie seit langem konnte Alemannia diese nicht nutzen und blieb im Angriff stumpf. Im Gegenzug wäre dies fast bestraft worden von Düsseldorf. Über die linke Seite rollte der Angriff, eine Flanke in den Strafraum und Maximilian Beister stand mutterseelen allein vor Keeper Boy Watermann. Tobias Feisthammel war zwischenzeitlich im 5m Raum weggerutscht und schuf somit den nötigen Platz. Doch der Fortuna Stürmer wollte es zu genau machen und setzte den Ball gegen den rechten Pfosten. Da hieß es tief durchatmen bei den schwarzgelben. Für Heiterkeit sorgte da ein Fortuna Fan im Block N6, der von unten gestenreich die Alemannia Fans provozierte. Da ließ sich ein Ordner nicht lange bitten und wollte den Gästefan freundlich auffordern friedlich zu bleiben. Als dies nicht fruchtete musste dann doch ein Security Mann einschreiten, ein Schrank von einem Kerl. Mit freundlichen Winkewinke wurde der lustige Fortuna Fan verabschiedet.

 

Beide Team kamen unverändert zurück aus der Halbzeitpause. Die Fortuna hatte sich nun mehr vorgenommen und übernahm still und heimlich das optische Zepter. Alemannia kämpfte weiterhin mit leichten Fehlern im Spielaufbau und patzte häufiger im Zusammenspiel nach vorne. Dafür war der Kampfgeist weiterhin ungebrochen. Hinten stand die Abwehr stabil, wenn auch kleinere Patzer wieder aufkamen aber nicht durch Fortuna ausgenutzt wurde. Während Alemannia in der zweiten Halbzeit keine Torchance zustandebrachte blieb man hinten weitgehend stabil. Allerdings hatten die Fortunen Pech das Sascha Rösler einen Ball am langen Pfosten neben das Tor setzte und Thomas Bröker spatter auch nur den Pfosten traf. Auch hier war Alemannias Abwehr wieder kurz schlafmüpfrig. Das Spiel lebte von der Spannung und den Emotionen auf dem Platz. Am Ende wurde es nochmal heikel als Fortunas Beister im Strafraum zu Fall kam, da Mario Erb energisch nachsetzte. Maximilian Beister wollte den Elfmeter, bekam ihn aber nicht. Die Düsseldorfer spielten nun auch umständlich und zeigten vor dem Alemannia Tor Nerven. So endete die Partie verdientermaßen mit 0:0. Benny Auer nutze zwei klare Chancen nicht, bei Fortuna stand zweimal der Pfosten im Weg und konnte sich bei ihrem Keeper bedanken. Nutzen tut dieses magere 0:0 beiden Mannschaften wenig, wobei noch am ehsten die Fortuna einen Auswärtspunkt verbuchen kann. Alemannia kann sich an dem Punkt erfreuen, aber die erste drei Punkte müssen langsam eingfahren werden im Abstiegskampf. Nun ist wieder Länderspielpause ehe es in zwei Wochen auswärts zum SC Paderborn geht. Da muss mehr her als ein Punkt, den die Konkurrenz ist schon zwei Punkte weit entfernt.

 

Heraustellen muss man das die Alemannia gekämpft hat, wenn es mit den bescheidenen spielerischen Mitteln nicht so fuktionierte. Langsam bin ich der Meinung das wir nicht nur zwei neue Stürmer brauchen sondern auch einen kreativen Mittelfeldspier. Marco Stiepermann ist zu überfordert und dribbelt sich eines Tages noch zu Tode am Strafraum. Benny Auer hat nun seine persönliche Formkrise, denn solche Bälle wie heute hätte er in der letzten Saison noch mit verbundenden Augen versenkt. Die Mannschaft hat zwar spielerisch ihre Probleme im Zusammenspiel, aber die wichtige Erkenntnis war auch das die Mannschaft nicht gegen den Trainer spielt. Sie lebt aber muss sich langsam am Riemen reißen wenn man nicht entgültig im Abstiegskampf zu Gast sein will. Unschön war noch das Benny Auer, nach seiner Auswechslung wortlos in die Kabine verschwand und spatter aus dem Stadion. Das sahen Peter Hyballa und Sportdirektor Erik Meijer garnicht gerne. Da wird nochwas kommen. Von einem Benny Auer muss man mehr erwarten, auf dem Platz und neben den Platz.