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Aug 07 2011

Kartoffelkaefer

Alemannia hadert mit dem Glück – 1:3 Niederlage bei St. Pauli

Oje Alemannia. Viertes Spiel, vierte Niederlage in Folge. Auch beim Bundesliga Absteiger FC St. Pauli konnte man trotz Führung und guten Spiels nichts zählbares vom Kiez mitbringen. Außer die Erfahrung das beim Fussball Tore zählen und für Schönspielerei keine Punkte vergeben werden. Zumindest konnte man das erste Liga Tor erzielen, das es ein Abwehrspieler war zeugt von dem Schlammassel in der Offensive. Dort und in der Abwehr liegt des Wurzels Übel. Der ein und andere Spieler in unserem Team muss erkennen das es ein Unterschied ist wenn man aus der Regionalliga oder dritten Bundesliga plötzlich in der zweiten Bundesliga spielt. Dribblings durch Abwehrreihen oder leichtsinniges Passspiel in der Abwehr werden sofort bestraft. Was letzte Saison noch funktionierte mit den jungen Spielern gestaltet sich diese Saison als schwierig. Nach den Abgängen von Zoltan Stieber und Marco Höger erwartete man durch die neuen jungen Leute wieder Durchstarter im Team. Doch weder Marco Stiepermann noch Mario Erb erfüllen bislang diesen Wunsch. Die Tabelle lügt nicht, ein geschossenes Tor und sechs Gegentore und noch punktlos weist Tabellenplatz 18 aus nach dem dritten Spieltag, neben dem Pokalaus in Karlsruhe. Nun werden die ersten bereits unruhig, denn der geneigte Fan als ausgewiesener Experte weiß das man im Tabellenkeller schnell in die Abstiegsspirale gerät. Bestes Beispiel letzte Saison waren die Arminen aus Bielefeld. Das Ende ist bekannt. Nun wird man seitens der sportlichen Leitung nicht nervös, spielerisch sieht das ja auch gut aus. Nur eben die Probleme im Sturm und in der Abwehr müssen langsam aber schnell ausgemerzt werden. Die Spieler hingegen klammern sich an dem fehlenden Glück, das sicherlich bald wieder zurückkehren wird. Leider schiesst das Glück aber keine Tore sondern das tut nur der Tüchtige. Die Ansätze sind gut aber nicht gut genug. Was lief also schief auf dem Kiez?

 

Sergiu Radu bekam den Vorzug gegenüber Benny Auer

Peter Hyballa überraschte vor dem Spiel mit neuer Taktik. Dessen Opfer wurde Kapitän Benny Auer der sich auf der Ersatzbank wiederfand. Für ihn durfte Sergiu Radu auflaufen, denn drei schnelle Spitzen sollten in Paulis Abwehr wirbeln. Auch Tobias Feisthammel kehrte in die erste Elf zurück, nichtsahnend das er doch irgendwie sein persönliches Glück finden würde. Schließlich sollte er das erste Liga Tor erzielen. Nachdem Alemannia stürmisch begann ging man auch nach sieben Minuten in Führung. Doch wie das ja so ist wurde der Gegner stärker und nutze einen Patzer direkt aus. Mario Erb verlor den Überblick und passte den Ball mit der Brust zurück zu Keeper Waterman. Doch Paulis Kruse roch den Braten, spitzelte dazwischen und erzielte den Ausgleich. Ungeschickt kann man da nur sagen. Die Kiez Kicker wurden immer besser aber auch Alemannia wusste Akzente zu setzen. Ex Alemanne Marius Ebbers umkurvte Keeper Boy Waterman und sein Schuss konnte kurz vor der Linie von Mario Erb geklärt werden. Aber wenn man unten drinsteht fehlt das Glück und das Pech kommt hinzu. Ein Zweikampf im Strafraum, oder war es ein Ausrutscher, zwischen Shervin Radjabali-Fardi und Ex-Alemanne Florian Bruns führte zum Elfmeterpfiff für St. Pauli, obwohl der Herr Bruns zweifelsohne eine Schwalbe hingelegt hatte. So gingen die Kiez Kicker kurz vor der Pause glücklich in Führung, wenn auch nicht unverdient. Alemannia blieb nur die Erkenntnis das man sich reichlich dämlich angestellt hatte in der ersten Halbzeit.

 

Pauli kam zwar besser aus der Kabine doch Alemannia übernahm immer mehr die Initiative und verlagerte das Spiel zusehends in die Hälfte der Kiezkicker. Gute Chancen entsprangen trotzdem kaum, Manuel Junglas köpfte über das Tor während man sich ansonsten am Strafraum schwer tat. St. Pauli verwaltete in der Folgezeit das Ergebnis und verlagerte sich gegen aufrückende Alemannen auf das Konterspiel. Peter Hyballa setzte auf noch mehr Offensive mit den Einwechslungen von Benny Auer, Timo Achenbach und Neuzugang Anouar Hadouir. Trotzdem blieben die Chancen mager, die größte hatte kurz vor Schluss Shervin Radjabali-Fardi der alleine vor Paulis Keeper Tschauner scheiterte. Den Schlußpunkt setzten die Kiez Kicker dann im Konterspiel wo Max Kruse das entscheidene 3:1 erzielte, gegen zu weit aufgerückte Aachener. So kam trotz guten Spiels nichts zählbares heraus außer die Erfahrung das kleine Fehler bitter bestraft werden und die Abschlussschwäche baldigst abgestellt werden muss. Gegen den kommenden Heimgegner Energie Cottbus muss man nun punkten, egal wie. Da Cottbus zuhause gegen 1860 München ein 0:5 Debakel erlebte wird dies mit sich Sicherheit ein interessantes Spiel werden. Denn sattelfest sieht die Cottbusser Abwehr auch nicht aus.