Jul 05 2011

Alemannia – Fortuna Düsseldorf holt Derby Cup 2011

Derby Cup Sieger 2011 - Fortuna Düsseldorf

Derby Cup Sieger 2011 - Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf heißt der neue Derby Cup Sieger 2011. Alemannia Aachen, Fortuna Düsseldorf und Borussia Mönchengladbach gaben sich die Ehre in Aachen zur Neuauflage des Derby Cup. Drei Spiele im Modus „jeder gegen jeden“ wurden jeweils mit 45 Minuten gespielt, zwei Spiele wurden im Elfmeterschießen entschieden. Das wirklich fußballerische attraktivste Spiel war die letzte Begegnung Alemannia gegen Borussia Mönchengladbach, als es da schon um nichts mehr ging. Alemannia konnte den Titel des Derby Cup´s aus dem Vorjahr nicht verteidigen und belegte am Ende Platz 3. Fortuna Düsseldorf legte mit einem 0:0 nach 45 Minuten und anschließenden Sieg im Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach den Grundstein zum Derby Cup Sieg. Das letzte Spiel Alemannia gegen Borussia Mönchengladbach endete ebenfalls 0:0 und wurde im Elfmeterschießen mit 2:3 verloren. 11.418 Zuschauer, davon knapp 2.000 Borussen Fans und ca. 120 Fortunen Fans sahen in den ersten beiden Spielen teilweise Sommerfußball ohne große Höhepunkte, das der Stimmung aber keinen Abbruch tat. Die Siegerehrung fand dann fast vor leeren Rängen statt, und die Fortuna Spieler erachteten es nicht mal als nötig zu den noch verbliebenen eigenen 20 Fans nach Spielschluss zu kommen. Der Rest, auch die aus Düsseldorf, waren bereits auf dem Heimweg.

Das erste Spiel verloren unseren schwarzgelben gegen Fortuna Düsseldorf Sekunden vor Schluss mit 0:1, als Keeper David Hohs den Schussversuch vom freistehenden Robbie Kruse noch parieren konnte, aber gegen den anschließenden direkten Schuss aus 16m von Adriano Grimaldi ohne Chance blieb. Alemannia Coach Peter Hyballa schickte seine erste Elf mit fünf Neuzugängen auf dem Platz. Vor Keeper David Hohs verteidigten Jonas Strifler, Seyi Olajengbesi, Mario Erb und Andreas Korte. Bas Sibum verteidigte vor der Abwehr, Reinhold Yabo und Shervin Radjabali-Fardi kamen über die Flügel, Manuel Junglas spielte auf die 10er Position , Alper Uludag als hängende Spitze neben Sturmtank Benny Auer. Fortuna Coach Norbert Meier nutze den Derby Cup ebenfalls zum Experimentieren, um noch die letzten Eindrücke zu gewinnen. Beide Teams starten bereits in 2 Wochen in die neue Saison so dass man sich nun in der Endphase der Vorbereitung befindet. Das Spiel begann von beiden Mannschaften schleppend, eine hohe Fehlerquote im Spielaufbau und den Pass nach vorne bestimmten das Spiel. Besonders den neuen Spielen war anzumerken das sie noch „nervös“ wirkten. Bas Sibum ging kompromisslos in die Zweikämpfe und war der erste Spieler der die Gelbe Karte sah. Andreas Korte in der linken Verteidigung hatte alle Mühe im Stellungsspiel und wirkte phasenweise noch zu verhalten. Kein Wunder, war es doch sein erstes Spiel als Profi vor einem großen Publikum. Es dauerte fast eine halbe Stunde ehe es die erste Torchance gab. Maximilian Beister setzte sich rechts gegen Andreas Korte durch und hatte freie Bahn, sein Schuss wurde von Keeper David Hohs aber zur Ecke geklärt. Dem wollte Alemannia nicht nachstehen und kam mit dem schönsten Angriff fast zum Erfolg als Benny Auer an der Hereingabe von Alper Uludag vorbeirutschte. Auf der anderen Seite brachte Ex-Alemanne Sascha Dum eine scharfe Flanke in den Strafraum wo Seyi Olajengbesi den Ball in höchster Not noch klären konnte. In den letzten beiden Minuten drückte Alemannia um doch noch die Entscheidung zu erzwingen, und sich das Elfmeterschießen ersparen wollte. Das machte aber dann die Fortuna indem Robbie Kruse linkskommend Jonas Stiftler ausspielte und direkt auf das Tor schoss. Den ersten Schuss konnte Keeper David Hohs noch hervorragend parieren, aber gegen die direkte Abnahme von Adriano Grimaldi aus 16m hatte er dann keine Chance mehr. So siegte die Fortuna im ersten Spiel glücklich, aber nicht unverdient mit 1:0 gegen unsere Alemannia.

Im zweiten Spiel durfte die Fortuna direkt wieder antreten, diesmal gegen Borussia Mönchengladbach. Der Bundesligist befand sich, anders als Alemannia und Fortuna, in der Frühphase der Vorbereitung und war erst seit anderhalb Wochen im Training da die Bundesliga zwei Wochen später startet. Demzufolge steckten den Spielern von Coach Lucien Favre noch die harten Trainingseinheiten in den Knochen. Fortuna Coach Norbert Meier brachte sieben neue Spieler auf das Feld, die Borussen starteten mit vier Neuzugängen und den Leistungsträgern Filip Daems, Roel Brouwers, Marco Reus, Raúl Bobadilla in das Turnier. Wie schon im ersten Spiel war auch das zweite Spiel mit wenigen Höhepunkten gespickt. Fortuna wartete ab und vertändelte im Vorwärtsgang öfters den Ball während die Borussen zeigten dass sie mit schnellem Spiel, vor allem über Marco Reus, direkt für Gefahr sorgten. Allerdings vertändelte dann die Favre Elf den Ball im Strafraum weil man nicht den Abschluss suchte. So musste für die erste gefährliche Aktion eine Einzelleistung herhalten von Marco Reus. Dieser hatte rechts zu viel Platz und lief schnurstracks auf das Fortuna Tor zu. Sein Schuss auf das lange Eck wehrte jedoch Fortuna Keeper Ratajczak mit einer schönen Parade zur Ecke. Wirklich viel tat sich nicht mehr so dass die Partie schließlich mit 0:0 endete und es zum Elfmeterschießen kam. Jeweils drei Schützen aus einer Mannschaft durften ran und die Fortuna behielt die besseren Nerven. Während Ranisav Jovanovic und Ken Ilsø für die Fortuna vom Punkt aus trafen versagten die Nerven bei den Borussen Dowidat Dennis und Roel Brouwers, die beide verschossen. So siegte Fortuna 2:0 nach Elfmeterschießen und kassierte 2 Punkte die zum Derby Cup Sieg reichten. Die Borussia bekam immerhin noch einen Punkt und spielte gegen unsere Alemannia um den zweiten Platz.

Das letzten Spiel der Alemannia gegen Borussia Mönchengladbach sollte dann auch das attraktivste Spiel werden. Alemannia Coach Peter Hyballa veränderte seine Startelf und die taktische Ausrichtung. Die Zurückhaltung, wie beim ersten Spiel gegen Fortuna Düsseldorf sollte aufgegeben werden. Im Tor stand diesmal Boy Waterman, in der Abwehr liefen Jonas Strifler, Tobias Feisthammel, Seyi Olajengbesi und Shervin Radjabali-Fardi auf. Vor der Abwehr stand wieder Bas Sibum, über die Außen kamen nun Manuel Junglas und Alper Uludag. Vor den beiden Sturmspitzen Benny Auer und Marco Stiepermann agierte Reinhold Yabo auf die „10er Position“. Borussen Coach Lucien Favre schickte eine neue Formation auf dem Platz und wechselte gleich 10 Spieler durch. Alemannia legte sofort den Vorwärtsgang ein und drängte die Borussen weit zurück. Nach einer schönen Kombination von Alper Uludag im Zusammenspiel mit Marco Stiepermann kam Benny Auer einen Schritt zu spät vor dem Tor. Die Borussen brauchten eine ganze Weile um sich aus der Umklammerung zu befreien. Der erste sehenswerte Angriff hätte dann auch fast zum Erfolg geführt. Alemannia bekam den Ball im Strafraum nicht geklärt, Torben Marx holte den Hammer raus und verfehlte das Tor um Zentimeter. Da brandete kurzzeitig Torjubel auf im Gästeblock. Die dickste Chance hatte Reinhold Yabo als er nach einer Flanke den Ball an die Latte setzte, und Manuel Junglas mit seinem Nachschuss an Abwehrspieler Oscar Wendt scheiterte, der den Ball vor der Linie per Kopf über das Tor lenkte. Der agile Marco Stiepermann war überall zu finden und konnte seine Leistung nicht selbst belohnen als er mit einem Schlenzer knapp am Tor scheiterte. Auf der anderen Seite vergab Dante freistehend per Kopf die mögliche Entscheidung zum Sieg der Borussen. Trotz Überlegenheit endete auch diese Partie 0:0 und musste im Elfmeter entschieden werden. Während Marcus Stranzl zweimal für die Borussia traf, versagten Manuel Junglas gleich zweimal die Nerven als er Borussia Keeper Heimeroth nicht überwinden konnte. So endete das Elfmeterschiessen mit 3:2 für die Borussia die damit Turnierzweiter wurde. Trotzdem versöhnte der letzte Auftritt unserer Elf den Abend und man kann sich nun ganz auf Erzgebirge Aue konzentrieren, unser erster Gegner zum Saisonstart. Alemannia bestreitet am Freitag ein letztes Testspiel gegen den niederländischen Zweitligisten FC Voledam, wo dann wohl die Elf auflaufen wird die im Erzgebirge die ersten Punkte mit nach Hause nehmen soll.

Der Derby Cup bot noch einmal die Chance die Mannschaften und Spielsysteme zu testen. Gewinner aus diesen Spielen waren eindeutig David Hohs und Boy Waterman die sich beide gut im Tor präsentierten. Da wird die Entscheidung nicht leicht fallen wer die neue Nummer 1 im Alemannia Tor werden wird. Marco Stiepermann, Reinhold Yabo, Alper Uludag, Bas Sibum sind die anderen „Gewinner“, die auf sich Aufmerksam machten. Dagegen gibt es bei Andreas Korte, Jonas Strifler, Mario Erb und Manuel Junglas noch Potenzial nach oben. Gerade Manuel Junglas zeigte sich vollkommen überdreht im Spiel. Wild gestikulierend zu seinen Nebenleuten und mit einer 95% Fehlpassquote sollte er nochmal Zeit zum Nachdenken bekommen. Auch die kleinen Aggressionen gegen seine Gegenspieler sollte er besser unterlassen und sich auf sein eigenes Spiel konzentrieren. Da hat er genug Beschäftigung. Unschön war dann noch die Szene außerhalb vom Tivoli als einige Chaoten aus Gladbach und Aachen zusammentrafen vor der Bushaltestelle. Kleinere „Rangeleien“ wurden aber durch den schnellen Einsatz der Polizeikräfte im Keim erstickt so das nichts größeres passierte. Schade das sich einige „Fans“ nicht im Zaum halten können.

Es ist komisch: Düsseldorf war das wohl schwächste Team und gewinnt das Turnier, Aachen war die beste Mannschaft und wird Letzter. Aber das ist Fußball (Borussia Coach Lucien Favre)

 

Im ersten Spiel haben wir „Beamten-Fussball“ gespielt (Alemannia Coach Peter Hyballa)

 

Es war eine ordentliche Leistung, auch wenn man einigen Akteuren anmerkte, dass sie etwas müde wirkten (Fortuna Coach Norbert Meier)

 

Fotos: Bilder vom Derby-Cup 2011