Mai 22 2011

Mein erster (und einziger) T5 mit Folgeerscheinungen

Der T5 Cache

Der T5 Cache

Am Wochenende habe ich tatsächlich einen T5 Cache gemacht! T5? Beim Geocaching gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade, von 1 (leicht) bis 5 (extrem). Diese Kategorie 5 ist eigentlich ohne Hilfsmittel, zumeist Kletterausrüstung, nicht zu bewältigen. Das macht diese Cache-Art für manche Cacher so attraktiv. Nun haben wir, Geokaddi und ich, ja auch schon eine ganze Menge an Caches gefunden. Aber an so einem würden wir bzw. ich mich niemals herantrauen. Wenn man nicht Schwindelfrei ist und zudem an wenig Höhenangst leidet, ist das ein KO Kriterium. Nun macht es mir nichts besonderes aus auf diese Art der schweren Caches zu verzichten. Was eben nicht geht, geht einfach nicht. Am Wochenende waren wir (meine Wenigkeit, Geokaddi, Sourie03 und GinaNRW mit dem kleinen Hund Snoopy) auf einer kleinen Cachertour. Von normalen Tradis, Rätselcache und einem Multicache war alles dabei. Sourie03 und GinaNRW wollten aber unbedingt noch einen T5 Cache machen. Entsprechendes Equipment hatten sie mit.

Über diesen Kabelschacht musste man "gehen"

Über diesen Kabelschacht musste man "gehen"

Nun, da dies für uns ja nix ist wollten wir den beiden zumindest zugucken. Als wir an der Location angekommen waren, stellte sich jedoch heraus das man hierfür zwar eine ganze Portion Mut mithaben musste aber keine Kletterausrüstung. Über einen kleinen Fluss führte in ungefähr 10m Höhe ein Kabelschacht hinüber zur anderen Seite. Dort in der Mitte etwa sollte sich die Cache-Dose befinden. Während sich Sourie03 und GinaNRW schon die Hände rieben, weil es doch “einfach” war, robbte sich meine Freundin Geokaddi bereits auf allen Vieren über den Kabelschacht. Hm, sollte das weibliche Geschlecht mehr Mut haben als ich? Während sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte war schon Sourie03 auf dem selben Weg zur Dose. Nachdem auch er zurück war motivierte man mich es doch auch zu versuchen. “Na, Schiss?” fiel mir da nur ein, und nach einer Ewigkeit des überlegens fasste ich mir tatsächlich ein Herz. Denn wie Sourie03 zu recht bemerkte, so leicht würde ich einen T5er wohl nie wieder machen können (ohne irgendwelche Ausrüstung). Also machte ich mich auch auf allen Vieren auf, mit schlotterenden Knien, hin zu der Dose.
Ich hab et jeschafft

Ich hab et jeschafft

Das sah für die anderen natürlich aus als wenn ich in Zeitlupe da über den Kabelschacht kraxelte. Während man mich wohl vom Ufer aus motivierte, lag meine ganze Konzentration auf diesen schmalen Steg wo ich mich rüberrobbte…cm für cm. Dabei malte ich mir die schlimmsten Szenarien aus im inneren Auge, was so alles passieren könnte. Irgendwann war der Punkt des “no return” erreicht, jetzt gab es kein zurück mehr. Und tatsächlich erreichte ich die Dose! In der selben Zeitlupengeschwindigkeit ging es wieder zurück….eine gefühlte Ewigkeit. Erleichert und mit Stolz hatte ich irgendwann wieder festen Boden unter den Füssen…YES…ich hab es tatsächlich getan!. Noch im Glücksgefühl spazierte GinaNRW in der Zwischenzeit wie eine Feder über den Kabelschacht und wieder zurück. Das hat wahrscheinlich keine 3 Minuten gedauert. Aber ok, für mich war es eine Grenzerfahrung die ich zwar meisterte, aber wohl auch nie wieder machen werde. Einen hab ich wenigstens gemacht, und den nimmt mir auch keiner mehr 🙂 An dieser Stelle danke ich meine Mitstreiter für die große Portion Motivation, denn ich glaube das ich es sonst auch nie gemacht hätte.

Da war die Welt noch in Ordnung

Da war die Welt noch in Ordnung

Am selben Tag sollte etwas später, beim Greet and Meet Event in Eschweiler, noch ein Baum zu besteigen sein. Auch hier brauchte man keine Kletterausrüstung, die Schwierigkeit lag bei 4,5 und der Cache so 8m hoch. Genug Äste waren vorhanden das man hier keine Kletterausrüstung brauchte. So gefährlich sah der Baum nicht aus für einen expornierten Kletterexperten wie Sourie03. Mit “links” war er oben und hatte den Cache geloggt. Geokaddi probierte sich auch an dem Baum, musste aber aufgeben weil die Verästellung teilweise doch weit auseinander lag. Wieder die Frage an mich selbst, mach ich es oder mach ich es nicht. Nunja, das “Bäumchen” erschien nicht so gefährlich und da man keine Kletterausrüstung brauchte….warum sollte ich es nicht versuchen? Ich war wohl noch zu stark beeindruckt von dem T5 Erfolg das ich mich doch traute. Welch ein Fehler, wie sich schon kurz nach verlassen des sicheren Bodens herausstellen sollte. Die ersten Schritte nach oben endeten schon nach kurzer Zeit und ich war wieder unten. Ein Ast gab nach und brach ab, und ohne halt rutschte ich nach unten und landete ziemlich unsanft auf einen anderen. Nach kurzem Schock der innerliche Check….gebrochen war nix. Aber ich sah linksseitig aus als hätte ich gerade mit einer Grizzly-Bärin gerungen. Der linke Arm war von Schrammen und Striemen überzogen, am Schienbein sollte sich ein Superei entwickeln und die linke Schulter sah aus….herrjee. Nun ließ ich mir aber den Abend nicht verderben, ging ja schließlich noch alles. Aber ich wusste das der nächste Morgen fürchterlich werden würde. So war es dann auch. Denn ein paar Stunden Ruhe, trotz der Fürsorglichkeit von Geokaddi, zeigten dann das Ausmaß des kleinen Absturzes. Linksseitig fühlte ich mich als hätte ich eine Begegnung mit einem Zug gehabt. Neben den Schürfwunden, Kratzern und Prellungen tat mir so ziemlich alles weh was einem weh tun kann. Das Handgelenk schmerzte nun auch ganz gut. Das werde ich wohl noch ein paar Tage genießen dürfen, aber es wird mich daran erinnern das ich so einen “Scheiß” nicht mehr machen werde. Auf Bäume klettern ist halt nichts für mich, wie schnell was passieren kann (dabei war es nichtmal leichtsinnig) musste ich schmerzlich erfahren. Cachen soll Spaß machen, und das macht es auch ohne Schwierigkeit 4 oder 5 🙂

1 Kommentar

    • Höhlenfuchs on 25. Juni 2012 at 02:09

    Du warst einfach leichsinnig und hast zudem noch Mega-Pech gehabt. T5-Cachen macht wahnsinnig viel Spaß, wenn man weiß, auf was man sich einlässt und auch die Techniken beherrscht.

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