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Apr 28 2011

Kartoffelkaefer

Alemannia Hipp Hipp Hurra

Das war ja mal ein fettes Ausrufezeichen letzten Sonntag. Da hatte der Aufstiegsfavorit aus Augsburg alles vorbereitet zu ihrer „kleinen“ Aufstiegsfeier, mit einem Sieg sollte der vorletzte Schritt zur Bundesliga gesetzt werden. Da kam passend unsere Alemannia, die noch in der Vorwoche böse mit einer 1:5 Heimpleite unter die Räder kam gegen Erzgebirge Aue. Was sollten da die schwarzgelben ausrichten gegen die beste Abwehr der Liga? Alles schien perfekt, doch unsere Alemannia weiß immer wieder zu überraschen. Die klassische Wundertüte, bei der man nie weiß was rauskommt. Letzte Woche zogen die Auer noch die Wundertüte. Eigentlich unterlegen schossen sie unsere Alemannia im eigenen Stadion ab. Zum erstenmal musste die Mannschaft schmerzhafte Pfiffe einstecken, die Spieler und Coach Hyballa sahen sich harte Kritik ausgesetzt. Der Alemannia Spielerrat murrte auf gegen die Verbannung von Thorsten Stuckmann und Aimen Demai zu den Amateuren. Die Spieler selbst waren sich auf einmal nicht mehr grün. Ein großes Feuer loderte am Tivoli unter der Woche. Coach Peter Hyballa musste viele Gespräche führen, Sportdirektor Erik Meijer ebenso. Am Sonntag vor dem Spiel beim FC Augsburg waren die Tivoli Kicker heiß wie Frittenfett. Und siehe da, man spuckte dem Aufstiegskandidaten aus der Augsburger Puppenkiste mächtig in die selbige Suppe und gewann 2:1. So als ob es das normalste von der Welt wäre. Das ist unsere Alemannia. Erstmal kräftig blamieren um eine Woche später „den Großen“ ein Beinchen zu stellen.

 

Shervin Radjabali-Fardi und Kevin Kratz sorgten mit ihren Toren für einen glanzvollen Auswärtssieg. Nebensächlich das man die „Null“ nicht halten konnte. Thomas Stehle war zu energisch im eigenen Strafraum, für den FC Augsburg musste ein Elfmeter herhalten für das „Ehrentor“. Augsburg Keeper Simon Jenzsch war zuvor ganze 534 Minuten ohne Gegentor geblieben, nun musste er wieder hinter sich greifen, und das zweimal. Taktisch neu eingestellt wartete die Alemannia im „Tannenbaum“ System ab was der Aufstiegskandidat so zu bieten hatte. Da dieser nicht viel zustande brachte nutzten unsere schwarzgelben die erstbesten Chancen und führten schnell mit 0:2. Kurz vor Halbzeit kam der FCA dann nochmal ran, per Foulelfmeter zum 1:2. In der zweiten Halbzeit nahm der Druck immer mehr zu, aber das Alemannia Abwehrbollwerk hielt diesmal. Selber hätte man das Ergebnis noch ausbauen können, so aber blieb es beim letztendlich verdienten Auswärtssieg. Eben weil dem FC Augsburg im Alemannia Strafraum die Ideen ausgingen, zu überhastet abschloss und die Alemannia Abwehr nicht überwinden konnte. Für Alemannia war der Sieg eine Seelenmassage nach einer harten Woche der Kritik. Für den FC Augsburg war es ein unplanmäßiger Ausrutscher, der aber kaum etwas ändern wird an dem Aufstieg. Auch wenn der Alemannia Sieg nicht wirklich etwas einbringt, Platz 8 ist nach wie vor weit weg, so hat man doch die richtige Antwort gegeben auf die Kritiker. Nun muss natürlich am kommenden Freitag gegen den ewigen Westrivalen Rot Weiß Oberhausen nachlegen. Die Kleeblätter stecken mitten im Abstiegskampf und sind unberrechenbar. Zu verlieren haben sie nichts mehr, und Tore auf dem Tivoli zu schiessen ist schließlich auch nicht unmöglich. Alemannia will den Postkasten endlich mal wieder voll kriegen und verteilt an die Dauerkartenbesitzer eine zusätzliche Freikarte. Auch die Tageskarteninhaber können eine weitere Karte zum halben Preis erstehen. Ob man so hofft das am Freitagabend 32.000 Fans die Alemannia Kicker zum Sieg schreien? Bin ja gespannt wieviele es wirklich werden.

 

Last but not least bemüht sich Alemannia um die weitere Kaderplanung 2011/2012. Im Fokus rücken nun zwei Talente vom kommenden deutschen Meister Borussia Dortmund. Innenverteidiger Lasse Sobiech und Angreifer Marco Stiepermann sind im Fokus gerückt. Gerne würde man beide Ausleihen, aber der finanzielle Spielraum ist begrenzt. Der FC St. Pauli und VfL Bochum haben ebenfalls ihre Fühler ausgestreckt nach den beiden Talenten die die Nachwuchsmannschaften beim DFB komplett durchlaufen haben. Gerade Marco Stiebermann könnte ein exellenter Ersatz für Zoltan Stieber sein, der zum FSV Mainz 05 wechselt. Alemannia Sportdirektor Erik Meijer hält sich bedeckt über das was er ausgeben kann/darf. Der Bonus von Aachener-Münchener Versicherung ist schon weg, der wäre bei einem guten Tabellenplatz in der oberen Hälfte fällig geworden. Die andere Option, 450.000 Euro mehr an TV-Gelder zu erhalten, haben unsere schwarzgelben in den letzten beiden Wochen (2:3 gegen Duisburg, 1:5 gegen Aue) wohl verspielt. Platz 8 ist nun weit weg bei nur noch drei ausstehenden Spielen. Coach Hyballa forderte Qualität für die kommende Saison. Bislang hat man aber nur Talente verpflichtet, und wird wohl auch nur noch diese Verpflichten können. Ob mit den neuen Talenten die selbstgesteckten Ziele kommende Saison verwirklicht werden können? Ein sehr optimistisches Rechenspiel. Interessant das man auch wieder an Deniz Naki interessiert ist. Vor zwei Jahren wollte man ihn schon einmal verpflichten, nach einem Gespräch mit dem damaligen Alemannia Coach Jürgen Seeberger winkte Deniz Naki höflich und wechselte zum Millerntor nach St. Pauli. Dort ist er aber nun auch nicht mehr glücklich, zu ein paar Ein- und Auswechslungen reichte es gerade noch. Bis 2012 „gehört“ Deniz Naki aber noch Bayer Leverkusen. Wie und ob sie mit ihm planen steht noch in den Sternen. Jedenfalls scheint Peter Hyballa überzeugender gewesen zu sein als Jürgen Seeberger, den abgeneigt ist Deniz Naki nicht kommende Saison ein schwarzgelbes Trikot zu tragen. Sind wir mal gespannt ob es was wird.