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Apr 17 2011

Kartoffelkaefer

Nachspiel: Quo vadis Alemannia?

Alemannia´s HeimdebakelWas bitte schön war das denn? Da sieht man 70 Minuten lang ein recht gutes Spiel unserer Alemannia. Früh ging man in Führung durch Zoltan Stieber, ein individueller Fehler (Luftloch Tobias Feisthammel) bescherte den schmeichelhaften Ausgleich. Man dominiert den Gegner, erarbeitet und erspielt sich Chancen. Man fragt sich eigentlich zu diesem Zeitpunkt wann denn nun das 2:1 fällt. Eine Ecke für Aue deckt die Unordnung in der Abwehr auf, keiner der vier Abwehrspieler fühlt sich für einen Aue Spieler zuständig. Bumms, 1:2. Was dann im zwei Minutentakt erfolgte, nämlich weitere vier Gegentore, bedarf keines weiteren Kommentares. Die Mannschaft brach völlig ein, die Abwehrspieler warfen reihenweise das Handtuch. So spazierte sich der Aufsteiger aus dem Erzgebirge munter durch die Abwehr und bestrafte Alemannia bis zur Demütigung. Selbst das Wort Schülermannschaft, das unser Sportdirektor in den Mund nahm, wird dem nicht gerecht. Aber es war eigentlich ein Spiegelbild der gesamten Saison. Vorne eiert man am Tor rum, spielt viel zu Umständlich ehe man den Abschluss sucht oder dem Gegenspieler endlich den Ball in die Füße spielt. Hinten steht man kompakt bis einer seinen Blackout aus dem Hut zaubert. Das animiert die anderen ebenfalls die Ordnung einzustellen und sich ohne Gegenwehr zu ergeben. Dazu kommt dann noch ein unglücklich wirkender Torwart, und das Bild des Mißstandes ist rund.

 

Was nun Alemannia?Irgendwo ist es auch ein Tribut an die Mannschaft. Es fehlt einfach eine ordnende Hand im Spiel. Tolgay Arslan, einer der auffälligsten Spieler bis zur besagten 70. Minute, verschwand danach ins Nichts. Ein Benny Auer macht und tut viel, aber trifft nicht mehr und bekommt auch nicht mehr die richtigen Bälle. Die jungen Spieler haben bis dato eine gute Saison gespielt, aber die Luft ist bei vielen nun raus. Sie haben auf dem Platz auch keine Hilfe von erfahrenen Spielern, da diese selbst oft genug patzen. Die Archillesverse ist bei 55 Gegentore schnell ausgemacht. Nun fordert unser Coach Peter Hyballa adequate Verstärkungen für die kommende Saison, da die nötige Qualität fehlt. Auch unser Coach ist ein Neuling im Profi Geschäft. Warum er allerdings so ungerne auswechselt wird wohl sein Geheimnis bleiben. Fehlerfrei kann auch er sich nicht sprechen, aber er ist ja noch ein Neuling. Aber ändern muss sich kommende Saison etwas, denn nur das Vertrauen in jungen Talenten ist dann doch etwas zu Optimistisch. Auch die bereits jetzt getätigten Verpflichtungen von Jonas Strifler, Fabian Bäcker und Kevin Maek geben wenig Hoffnung zum Anlaß. Bestimmt sind sie gute junge Fussballer. Aber ob das kommende Saison reicht? Die Geldbörse der Alemannia gibt nicht viel her, und man läuft zudem wieder Gefahr 450.000 € an TV-Gelder zu “verspielen”. Denn der Platz 8 rückt wieder in weite Ferne. 50 Punkte gab Peter Hyballa als Ziel aus, wenn man Glück hat holt man noch den einen oder anderen Punkt. Mich beschleicht das Gefühl das wir am letzten Spieltag die glücklose abgestiegene Arminia aus Bielefeld noch ein Abschiedsgeschenk bereiten in Form von drei Punkten. Die Alemannen Oberen sollten angesichts der vielen Baustellen, die es nicht nur außerhalb des Tivolis gibt, sich sehr genau überlegen wie man weiter verfährt. Denn ohne Verstärkung, die diesen Namen auch verdient, kann man sich nächste Saison gleich das Ziel Klassenerhalt setzen. Dann soll man es aber auch klar kommunizieren und den Zuschauerschnitt bestenfalls weiter nach unten korrigieren. Keine Ahnung wer sich ausgedacht hat das man vor voller Hütte spielt wenn man sich unten quält. Quo vadis Alemannia?